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Black Friday Recap: Steigender Umsatz trotz Konsumkritik

Mehr als drei Milliarden Euro soll die Black Week Händlern eingebracht haben. Gleichzeitig wurde der Konsumwahnsinn von Angestellten bestreikt oder ganz boykottiert.

© Artem Beliaikin - Unsplash

Der Black Friday liegt hinter uns und erste Auswertungen liegen vor. Mit steigenden Umsätzen kam auch steigendes Chaos, ganz besonders im Online-Handel. Die wichtigsten Erkenntnisse haben wir für euch zusammengefasst.

Black Friday: Mehr als nur ein Tag

Der Angebots-Wahnsinn beschränkt sich schon lange nicht mehr nur auf einen Tag, sondern ist zu einer regelrechten Event-Woche geworden. Viele Händler hatten schon in den Tagen vor dem 29. November Angebote in petto. Besonders Amazon stach dabei jedoch hervor. Anstatt der üblichen acht Tage dehnte das Unternehmen seine Black Friday Week auf ganze elf Tage aus – seit dem 22. November können die Kunden fleißig shoppen und heute, mit dem Cyber Monday, findet das Finale statt. Eine Auswertung von mydealz zeigt außerdem, dass die Nachfrage nach Angeboten gestiegen ist.

In der Woche vor dem Freitag informierten sich 8,9 Millionen Kunden über die aktuellen Deals. Das ist ein Anstieg von 16,2 Prozent im Vergleich zu 2018 und sogar um 90,1 Prozent im Vergleich zu 2016. Es scheint so, als würde die Black Week also an Beliebtheit gewinnen. Tatsächlich stehen jedoch viele Kunden dem US-Trend immer noch skeptisch gegenüber. Nur 43,7 Prozent der Befragten wollten am Black Friday shoppen. Besonderes Interesse herrschte in den Bereichen Mode, Kosmetik und Parfüm und Haushaltselektronik.

Infografik: Was die Deutschen am Black Friday kaufen | Statista

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Shopping-Wahnsinn während der Black Week

Bürgerkriegsähnliche Zustände wie in den USA, wo die Kunden Läden förmlich überlaufen und sich prügeln, blieben hierzulande zum Glück größtenteils aus. Nichtsdestotrotz lieferten sich die Verbraucher online eine wahre Schlammschlacht, um die besten Deals zu erhalten. Die Seite Notebooksbilliger.de warnt daher ihre Käufer, dass es zu größeren Verzögerungen im Versand kommen kann durch die Masse an Bestellungen am Black Friday. Bei O2 gab es bereits seit Mittwoch ein Super-Angebot für Apples AirPods. Diese waren am Freitag schon Deutschlandweit ausverkauft – sowohl online, als auch in den Läden.

Und auch bei Amazon könnte es zum Versandchaos kommen. Denn am 29. November fand nicht nur der globale Klimastreik statt, sondern auch Streiks in mehreren deutschen Standorten des Versandriesens. Das gleiche heute am Cyber Monday. Die Gewerkschaft Verdi erhofft sich dadurch Amazon besonders zu treffen und endlich ein Zeichen zu setzen – für bessere Arbeitsverhältnisse und Bezahlung. Die Streiks sollen sich noch bis in den frühen Dienstagmorgen ziehen.

Shops boykottieren Black Friday

Und auch einige Händler hatten keine Lust auf den Konsumwahnsinn. Stattdessen riefen sie zum Beispiel zum besinnlichen und bewussten Einkaufen auf, ganz im Sinne des globalen Klimastreiks. Andere ersparten ihren Mitarbeitern den Stress am Freitag und hatten stattdessen lediglich am Donnerstag einige Angebote in petto. Es gibt sogar eine ganze Gegenbewegung zum Black Friday, nämlich den Kauf-Nix-Tag. Dieser wird beispielsweise von der schwedischen Outdoor-Marke Haglöfs unterstützt. Statt Rabatten gibt es Preiserhöhungen und die Schließung des Online Shops. In einem Statement heißt es:

Als Outdoor-Marke sorgen wir uns um unsere Natur. Einzukaufen, ohne das Produkt wirklich zu benötigen, kommt der Umwelt in keiner Weise zugute. Mit der Abkehr vom Black Friday wollen wir unsere Verbraucher zum Nachdenken anregen, bevor sie ein neues Produkt kaufen. 

Doch trotz des Chaos und der Kritik am Konsumwahnsinn rechnet der Handelsverband Deutschland mit Umsätzen in Höhe von 3,1 Milliarden Euro. Im Vorjahr waren es noch 2,4 Milliarden. Es zeigt sich, das zwar immer noch Skepsis gegenüber der Black Week und all ihren Angeboten herrscht, die Konsumenten aber doch oft die Finger nicht davon lassen können. Und so wie es aussieht, wird auch im nächsten Jahr weiterhin mit wachsenden Umsätzen zu rechnen sein.

Über Michelle Winner

Michelle Winner

Nachdem Michelle Winner Erfahrungen in einer Lokalzeitung und im Eventbereich gesammelt hat, unterstützt sie nun seit 2017 die Redaktion und schreibt für das OnlineMarketing.de Karrieremagazin über Themen rund um den Büroalltag.

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