Design

8 Fehler, die es beim Design eines guten Logos zu vermeiden gilt

Ein gutes Logo unterstützt das Unternehmensbranding, ein schlechtes kann dem Unternehmen schaden. Diese 8 Fehler gilt es beim Logo-Design zu vermeiden.

© Rafal Gerent-Pocian - Unsplash

Ein Logo ist im Idealfall die visualisierte Kernbotschaft eines Unternehmens. Anhand eines guten Logos wird das Unternehmen zudem vom Kunden wiedererkannt. Es trägt zur Steigerung der Bekanntheit bei und kann Sympathieträger sein. Damit hat ein Logo eine enorme Bedeutung beim Unternehmensbranding. Allerdings wird diese Chance leider oft genug nicht genutzt. Oder schlimmer noch: Das Logo transportiert eine irreführende Botschaft und schadet daher dem Unternehmensimage, statt es zu befördern. Und die Gründe hierfür sind fast immer die gleichen acht Fehler, die beim Logo-Design gemacht werden. Hier erfährst du, um welche es sich dabei handelt und wie es richtig geht.

Das Logo hat zu viele Farben im Design

„Wir brauchen mehr Farbe!“ – das ist ein klassischer Satz, den wohl jeder Grafiker regelmäßig von seinen Kunden zu hören bekommt, wenn es um das Design eines Logos geht. Hintergrund ist die Idee, dass über den Einsatz von möglichst vielen Farben die Identität des eigenen Unternehmens besonders gut transportiert werden kann. Allerdings gilt beim Thema Farbe keineswegs das Prinzip „Viel hilft viel“. Ganz im Gegenteil. Wenn zu viele Farben in einem Logo verwendet werden, dann wirkt das Logo unruhig und überfrachtet.

Die Lösung ist dabei vergleichsweise einfach: Ein Logo sollte nicht mehr als zwei bis drei Farben enthalten. Essentiell für die optimale Wirkungsweise des Logos ist die Auswahl dieser Farben. Denn jede Farbe vermittelt eine unterschiedliche Botschaft. Daher sollte bei der Farbauswahl nicht auf persönliche Vorlieben gesetzt werden oder danach, „was gut aussieht“. Ausschlaggebend ist, dass die gewählten Farben die Werte und Inhalte des Unternehmens widerspiegeln.

Für das Logo wurde eine unlesbare Schrift verwendet

Es gibt eine schier unendliche Vielfalt an Schriften. Diese reichen von Standardschrifttypen wie Times oder Arial über Schriften im Stil einer Handschrift wie Lucidia Handwriting bis hin zu extravaganten Schrifttypen wie der Rosewood im Wild-West-Style. Selbstverständlich sollte die für ein Logo verwendete Schrifttype die Unternehmensinhalte sowie die Unternehmensvielfalt widerspiegeln. Allerdings ist es genauso wichtig, dass die Schrift auch gut lesbar ist. Wenn die Schrifttype also zu verschnörkelt, zu verspielt oder zu undeutlich erkennbar ist, führt das dazu, dass der Unternehmensname nur schwer oder gar nicht entziffert werden kann. Und das kann selbstverständlich nicht das Ziel eines Logos sein. Denn eines der Hauptziele eines Logos ist ja gerade die Steigerung der Bekanntheit sowie der Wiedererkennbarkeit.

Das Logo ist nicht einzigartig

Es spricht nichts dagegen, sich von anderen Logos inspirieren zu lassen. Allerdings gehört dies in die Recherchephase, die dem eigentlichen Logo-Design vorausgeht. Das Logo für das eigene Unternehmen sollte auf keine Fall eine reine Adaption eines bereits bestehenden Logos sein: Denn das Logo soll ja gerade die Einzigartigkeit deines Unternehmens widerspiegeln. Zum anderen kann dieses Vorgehen zu rechtlichen Konsequenzen führen, wenn die Ähnlichkeiten zwischen den Logos zu groß sind.

Daraus folgert, dass du beim Logo-Design einen großen Bogen um Stock-Material machen solltest. Im Internet gibt es Logo-Angebot zum kleinen Preis, die zum Teil sogar grafisch recht anspruchsvoll gemacht sind: Hier kaufst du ein fertiges Logo, bei dem du die Farbe und den Unternehmensnamen selbst austauschst. Allerdings können diese Logos eben von mehreren Unternehmen verwendet werden. Und genau das möchtest du ja vermeiden.

Das Logo ist nicht überall einsetzbar

Dein Logo sollte universell einsetzbar sein. Dies bedeutet auch, dass es nicht nur in der farbigen Variante funktionieren darf. Vielmehr muss ein gutes Logo auch als Schwarz-Weiß-Variante bestehen können. Denn es gibt zahlreiche Einsatzgebiete, in denen ein Logo in Schwarz-Weiß verwendet wird: Zum Beispiel sollte das Logo auch dann noch gut aussehen, wenn du einen Briefbogen per Fax versendest. Bei Anzeigenschaltungen werden Logos vielfach in Schwarz-Weiß verwendet – entweder weil es so gefordert ist oder aus Kostengründen. Daher sollte vertraglich festgelegt werden, dass das Logo sowohl als Farb- als auch als Schwarz-Weiß-Variante geliefert wird.

Das Logo ist nur als JPG vorhanden

Für die professionelle Erstellung eines Logos werden spezielle Grafikprogramm verwendet. Nur so kann garantiert werden, dass du dein Logo später auch universell einsetzen kannst. Denn auch, wenn zunächst einmal nur der Einsatz auf dem Briefpapier sowie den Visitenkarten angedacht ist, so kommen im Laufe der Zeit weitere Einsatzgebiete hinzu. Hier gehören zum Beispiel der Einbau des Logos auf der Internetseite, Prints auf Werbemitteln wie T-Shits, Kugelschreibern, Taschen etc. oder Werbeaufdrucke auf Autos.

Wichtig ist daher, dass vertraglich festgelegt wird, in welchem Datenformat das Logo geliefert werden muss. Reine Photoshopdateien sind zum Beispiel ungeeignet. Denn diese können nachträglich nur mit viel Aufwand verändert werden und sind zudem nicht verlustfrei zu vergrößern. Daher sollte die Lieferung von Vektorgrafiken in den Formaten EPS oder als AI Datei vereinbart werden.

Es fehlt das Konzept hinter dem Logo

„Ein Bild sagt mehr als tausend Worte“, heißt es. Und das trifft auch auf ein Logo zu. Die Frage ist nur, was dein Logo aussagt. Denn ein gutes Logo erzählt die Geschichte deines Unternehmens und nicht einfach irgendeine schöne Geschichte. Daher gilt: Vor der Erstellung eines Logos gibt es stets eine Konzeptionsphase. Hier wird festgelegt, welche Informationen das Logo transportieren soll. Daher muss der Grafiker, der dein Logo erstellt, alle wichtigen Informationen rund um dein Unternehmen, dein Zielgruppe und deine Produkte in einem Briefing erhalten.

Das Logo wird selbst gestaltet

Du bist Grafiker und machst dich mit einer Agentur oder einem anderen Unternehmen selbstständig? Gut, dann spricht nichts dagegen, dass du dein Logo selbst gestaltest. In allen anderen Fällen sollte das Logo-Design einem Designprofi mit entsprechender Ausbildung überlassen werden. Denn Grafiker wissen, welche Fehler es bei der Erstellung eines Logos zu umschiffen gibt, beherrschen die entsprechenden Programme und können dich in Bezug auf Farbwirkung und Schriftenauswahl beraten.

Natürlich fallen für die Erstellung eines Logos durch einen Grafiker Kosten an. Allerdings ist es noch viel kostenintensiver, wenn du dein Briefpapier, deine Visitenkarten und vielleicht noch ein Firmenschild oder Werbemittel mit deinem selbst gestalteten und kostenlosen Logo bedruckt hast, dann aber später alles ändern musst, weil das Logo mehr schadet als zum Unternehmenserfolg beizutragen.

Das Logo ist zu überladen oder zu kompliziert

Ein Logo sollte möglichst gut die Produkte oder Dienstleistungen eines Unternehmens sowie die Unternehmenswerte abbilden. Allerdings ist es wichtig, den Betrachter dabei nicht mit zu vielen Details zu überfrachten. Wie beim Thema Farben gilt auch hier: Weniger ist mehr! Denn ein Logo muss innerhalb von Bruchteilen von Sekunden wahrgenommen werden können, um seine optimale Wirkung – nämlich die Wiedererkennung – zu enthalten. Dies ist nur dann möglich, wenn das Logo zwar einerseits aussagekräftig und einzigartige aber andererseits auf das Wesentliche reduziert ist.

Fazit

Ein gutes Logo kann nachhaltig zum Unternehmenserfolg beitragen. Ein gutes Logo zu kreieren ist jedoch auch eine Kunst für sich.

Ein Gedanke zu „8 Fehler, die es beim Design eines guten Logos zu vermeiden gilt

  1. Michael Gröters

    Ich finde es immer wieder unverschämt, wenn die, die den Designmarkt kaputt machen, sich als Hüter guten Designs aufspielen!

    Beispiel: „Für ein Preisgeld von 540€ wurden 159 Designvorschläge von 43 Designern eingereicht.“ Macht 3,50 Euro pro Vorschlag. Das Preisgeld (abzüglich Gebühren) erhält zudem nur ein Designer. 42 Designer haben hier völlig kostenlos gearbeitet. Da sollte sich jeder Auftraggeber einmal fragen, ob er in seiner Branche auch dazu bereit wäre …

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