E-Commerce

5 Tipps für erfolgreiche Amazon Anzeigen

Mit Anzeigen kann der Umsatz auf Amazon deutlich angekurbelt werden. Unser Gastautor gibt fünf Tipps, mit denen Anzeigen wirklich erfolgreich sind.

© enterlinedesign | Adobe Stock

Vielfach wird Amazon mit Google verglichen, doch es gibt erhebliche Unterschiede. Denn Amazon ist keine Suchmaschine im Allgemeinen, sondern eine Produktsuchmaschine. Das bedeutet der Suchende hat in der Regel bereits ein hohes Kaufinteresse. Um die Produkte in den Vordergrund zu rücken, können und sollten Seller und Vendoren auf Amazon Anzeigen schalten. Und sie sollten dabei folgende Stellschrauben berücksichtigen.

Tipp 1: Die richtige Produktauswahl

Die Ausspielung der Anzeigen erfolgt bei Amazon auf Basis einer Echtzeit-Auktion im Hintergrund. Welche Anzeigen ausgespielt werden, entscheidet der Algorithmus nicht alleine nach dem höchsten CPC-Gebot (Cost-per-Click) und der Keyword Relevanz, sondern anhand verschiedener weiterer Faktoren wie der Abverkaufswahrscheinlichkeit, die nicht immer offiziell dokumentiert sind. Gute Produktkandidaten sind z.B. Top-Seller, Produkte mit besonders wettbewerbsfähigen Preisen oder Alleinstellungsmerkmalen, Trendprodukte  oder Produkte mit Potenzial.

Tipp 2: Das richtige Anzeigenformat

Amazon stellt drei Anzeigenformate für Vendoren und zwei Optionen für Seller bereit. Jedes Werbeformat hat seine Besonderheiten und erreicht die Zielgruppe in unterschiedlichen Phasen. Beispielsweise werden HSA (Headline Search Ads) und SP (Sponsored Products) keyword-basiert ausgespielt, das bedeutet die Nutzer haben bereits ein sehr konkretes Kaufinteresse für das beworbene Produkt. Die Product Display Ads können auch eingesetzt werden, um ähnliche oder ergänzende Produkte zu bewerben, beispielsweise können Kaffeebohnen auf der Produktseite eines Kaffee-Vollautomaten beworben werden oder Bohraufsätze auf der Seite von Akkubohrschraubern. In den meisten Fällen hat eine Kombination mehrerer oder aller Werbeformate nachweislich den größten Erfolg. Bei der Priorisierung der Werbebuchung gilt: Bei umsatzsteigernden Kampagnen haben gesponserte Produkte den größten Effekt. Vielfach werden die Anzeigen von den Kunden kaum als Werbung wahrgenommen. Eine Kombination der Sponsored Product Ads mit starken Headline Search Ads im Bannerformat ist am erfolgversprechendsten. Product Display Ads sind ergänzend für Umsatzsteigerungen, insbesondere aber für Brand Awareness Ziele sowie für neuartige oder unbekannte Produkte zu empfehlen.

Tipp 3: Passende Keywords und Match Types

Verkäufer sollten sich alle Mühe geben, für jedes beworbene Produkt relevante Suchbegriffe zu ermitteln. Die Auswahl der Keywords kann mit dem Amazon Keyword Tool oder mit verschiedenen anderen Recherchetools am Markt erfolgen. Keines der Tools jedoch kann die exakten Amazon Suchvolumina ermitteln. Je direkter die Suchanfrage mit einem konkreten Produkt verbunden ist, desto relevanter ist dieses zur Buchung als Keyword. Allerdings sinkt mit zunehmender Relevanz in der Regel das Suchvolumen. Je nachdem wie speziell die Begriffe sind, können verschiedene Match Types gebucht werden. Der Match Type gibt an, wie genau der Suchbegriff mit dem gebuchten Keyword übereinstimmen muss, es gibt „exact“, „phrase“, „broad“ oder „negative“ Matches. Die goldene Regel sollte sein: Je allgemeiner ein Keyword desto restriktiver der Match Type, um die Streuverluste in Grenzen zu halten! Zu beachten ist auch, dass der Match Type „broad“ auf Amazon deutlich restriktiver ist als auf Google.

Tipp 4: Die optimale Kampagnenstruktur

Eine Wissenschaft für sich ist die Gestaltung der Kampagnenstruktur. Diese hängt oft von den individuellen Gegebenheiten bezüglich Produktsortiment, Fokussierung bei der Bewerbung und der Gruppierung der Keywords sowie von der eigentlichen Zielsetzung ab. Oberste Priorität sollte eine durchgängige Logik beim Aufbau sein, welche hinsichtlich Steuerbarkeit, Granularität und Reportings den Anforderungen des Werbetreibenden gerecht wird. So enthalten Kampagnennamen häufig Produkt- und Keyword-Kategorisierungen wie z.B. “Fahrräder_Mountainbikes_Top10/Generisch“

Tipp 5: Die perfekte Balance: Budget und CPC

Welches das richtige Budget ist und welcher Cost per Click (CPC) zum Ziel führt, das kann erst durch sinnvolles Testen optimal ermittelt werden. Es gibt keine allgemeingültigen „richtigen“ CPC-Werte, sie sind abhängig von der individuellen Leistung  im Werbekonto und  der persönlichen Zielsetzung hinsichtlich KPIs (Key Performance Indicators). Mit kontinuierlichen Anpassungen und deren Kontrolle kommst du schnell zur richtigen Balance. Wichtig: Agiere mutig, setze das initiale Budget und den CPC zunächst nicht zu knapp an und reguliere diese nach deinen persönliches KPIs. Denk‘ daran: Wer seine Gebote immer niedrig hält, wird sein Potenzial nie erkennen!

Über Wolfgang Schilling

ad-agents.com/amazon-seo-sea/

Wolfgang Schilling ist Mitbegründer der Performance Agentur ad agents GmbH. Seit 12 Jahren leitet er gemeinsam mit Dirk Lajosbanyai die Geschicke des Unternehmens, das heute mehr als 100 Mitarbeiter zählt und eine der erfolgreichsten digitalen Marketingagenturen im deutschsprachigen Raum ist. Als First Mover und Digital Native beobachtet Wolfgang Schilling kontinuierlich alle Trends der Online Branche.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.