Videospiel-Fans als Berufsgruppe der Zukunft? Jobs & Karriere auf der Gamescom

Nicht nur für Videospiele, sondern auch für Berufe wird auf der Gamescom geworben – und das mit Erfolg.

© Toni Gau, Gamescom

Letzte Woche fand die größte Videospielmesse Deutschlands, die Gamescom, statt. Auch wir waren vor Ort und das nicht nur zwischen den Spielen, sondern auch im Jobs & Karriere Sektor, in dem diverse Arbeitgeber und Universitäten auf sich aufmerksam machen wollen. Darunter vertreten: Medion, Jugendforum NRW, Mercedes, das Bundeskriminalamt, die Bundeswehr, das Bundesministerium für Familie und auch für das Verfassungsschutz sowie viele weitere. Wir fragten die dort Anwesenden, was sie denn zur Gamescom treibt und warum ausgerechnet hier für sich geworben wird – und die Antworten sind klar.

Eine einheitliche Zielgruppe

Auf der Gamescom selbst werben primär IT-Berufe für sich. Auch die Universitäten spezialisieren sich meist auf dementsprechende Studiengänge und stellen Themen wie Informatik oder Maschinenbau vor. Derartige Berufsfelder würden nämlich wohl am ehesten innerhalb der Interessengebiete der Gamer liegen. Mit der Gamescom liegt dementsprechend eine immense Menschenmasse vor, welche man mit einem Mal auf sich aufmerksam machen kann und das alles innerhalb deren Interessenbereichs. Des Weiteren wäre die auf der Messe vertretene Zielgruppe noch überaus jung. Viele der auf der Gamescom Anwesenden gehen noch zur Schule und haben noch keine direkte Richtung für ihr Arbeitsleben gefunden. Ihnen dahingehend einen Schnuppertag oder dergleichen anzubieten, zahlt sich laut Aussage der Arbeitgeber aus, denn wäre die Bilanz nicht gut, würden sie auch nicht mehr auf der Gamescom Werbung betreiben. Die Videospielmesse wird in diesem Kontext also auch als Schlüssel zu einer jungen Zielgruppe angewandt, welche man ansonsten wesentlich ineffizienter erreicht.

Die Analogie zum Videospiel

Viele der Jobs & Karriere Stände waren ausgestattet mit Konsolen, hauptsächlich der Nintendo Switch, auf denen Besucher selbst spielen konnten. Teils ganz ruhig am Stand, manchmal jedoch auch auf der Bühne gegen andere Spieler. Hierbei wurden Analogien zum Beruf und dem Spiel gezogen; zwischen den Aktionen und Werten im Beruf und im Spiel. Schnelles Denken, Problemlösung, Teamwork und Ehrgeiz waren oftmals die hierbei am ehesten zum Vergleich gezogenen Kompetenzen. Die Logik dahinter ist natürlich zu sagen: „Hey, du kennst das, du bist gut darin und nun kannst du es zu deinem Beruf machen!“. Eine kluge Herangehensweise, die offenbar auch auf Erfolg stößt.

Für viele der dort vertretenen Arbeitgeber sind Gamer laut eigener Aussage eine attraktive Zielgruppe. Sie seien technisch versiert, treffen schnell effektive Entscheidungen, haben eine ausgeprägte Lernfähigkeit und gute Reflexe. Alles Nebenwirkungen des ständigen Zockens, die sich gut in ein Arbeitsumfeld implementieren lassen. Wenn man diesen Standpunkt vertritt, handelt es sich hierbei natürlich um zukünftige Arbeitnehmer, die man für sich gewinnen möchte, insbesondere im IT-Bereich, aufgrund der technischen Kompetenzen. Dass Arbeitnehmer sich nicht die Chance entgehen lassen, bei einer riesigen Versammlung dieser für sich zu werben, scheint logisch. Auf Erfolg trifft dies ebenfalls und eventuell sind nun junge Gamer tatsächlich die Zukunft des IT-Bereichs. Eine klare Interessenüberschneidung liegt zumindest vor.

Über Toni Gau

Toni Gau

Toni Gau ist freischaffender Blogger, wobei sein Augenmerk auf Popkultur, Literatur und Storytelling liegt, mit eigens geschriebenen Geschichten zwischendrin. Nach dazugehörigem Studium setzt er hier nun seine Arbeit fort und unterstützt OnlineMarketing.de als Redakteur und Grafiker.

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