Diese Eigenschaft mussten alle Bewerber bei Steve Jobs mitbringen

Die Expertise stand für den Applegründer im Hintergrund. Er wollte, dass die Mitarbeiter ihn durch ihre Passion fürs Produkt überzeugten.

© Ben Stanfield - Flickr, CC by 2.0

Bekanntlich gibt es geteilte Meinungen über Apple. Die einen vergöttern die Produkte, die anderen halten sie für überteuerten Schrott. Doch egal auf welcher der beiden Seiten man sich befindet: jeder muss doch anerkennen, dass Gründer Steve Jobs einen erfolgreichen Milliardenkonzern erschaffen hat. Die Gründe dafür liegen unter anderem im damals innovativen Personalmanagement.

Expertise ist nicht alles

In einer Story auf Quartz at Work erklärt Marc Bain, wie Apple in seinen frühen Tagen zwei erfahrene, professionelle Manager einstellte. Das Ziel des Konzerns, groß und erfolgreich zu werden, sollte durch sie schneller erreicht werden. Doch kurz darauf wurden die beiden von Steve Jobs wieder gefeuert.

Sie wussten wie man managt, aber sie wussten nicht, wie man etwas macht.

Die Manager glänzten durch ihre fachliche Kompetenz, doch es ging ihnen nie um die Firma, geschweige denn die Produkte selbst. Jobs sagte aus, dass sie den außergewöhnlich talentierten Software-Ingenieuren bei Apple nichts Neues beibringen konnten. Wieso sollten also eben diese für so jemanden arbeiten?

Management als eine Kollaboration betrachten

Jobs lernte schnell aus seinem Fehler. Seiner Aussage nach, seien die besten Manager Personen, die niemals in einer Führungsposition arbeiten wollten. Jedoch übernehmen sie den Posten, weil sie sich als am besten für den Job geeignet ansehen. Generell müssten gute Arbeitskräfte nicht angeleitet werden, da sie es meist schaffen sich selbst zu managen. Ein Manager soll seinen Mitarbeitern nicht erklären, wie sie ihren Job zu erledigen haben. Seine Aufgabe besteht viel eher darin, eine gemeinsame Vision zu formulieren, die in Zusammenarbeit zum selben Endziel führt.

Die besten Manager sind die großartigen, individuellen Mitarbeiter, die niemals Manager sein wollten.

Ohne Erfahrung zum CFO bei Apple werden

Ein Ersatz für die beiden Entlassenen fand sich schnell in Debi Coleman, einer 32-jährigen Finanzmanagerin mit einem Hochschulabschluss in Englischer Literatur. Sie besaß keinerlei Kenntnisse in der Produktion, doch trotzdem wurde sie nur drei Jahre später zu Apples CFO, wie Inc.com berichtet. Coleman erklärt, dass ihre neue Position sowohl ein Risiko für sie selbst als auch den Konzern war. Doch Apple glaubte daran, dass ihre effiziente und strukturierte Organisationsgabe die fehlenden Technikkenntnisse ausgleichen konnte.

Infografik: 40 Jahre Apple | Statista

Anstrengende Bewerbungsverfahren bei Apple

Steve Jobs sah seine wichtigste Aufgabe übrigens darin, Leute einzustellen. In einem alten YouTube Video erklärte er sein Vorgehen bei der Neueinstellung von Mitarbeitern. Er suchte nach leidenschaftlichen Bewerbern, welche Apples Innovationen zu schätzen wussten. Natürlich sollten die neuen Mitarbeiter besondere Fähigkeiten besitzen, doch es ging nie darum, eine fachliche Ausbildung vorzuweisen. Jobs suchte passionierte Problemlöser.

Ein Bewerbungsgespräch bei Apple hatte es daher in sich. Es wurde nicht nach jemanden gesucht, der auf dem Papier glänzte. Somit rückten Lebenslauf und Arbeitserfahrung in den Hintergrund. Apple wollte Produktliebe sehen und testen wie der Bewerber in die Unternehmenskultur passte. Dafür wurden von morgens bis abends Job Interviews geführt.

Außerdem sollte ein simpler Test offenbaren, ob die Bewerber wirklich die nötige Passion besaßen. Man zeigte ihnen den Macintosh Prototyp und beobachtete ihre Reaktion. Fiel diese eher verhalten aus, ohne Glitzern in den Augen und Begeisterung, wusste der Konzern, dass sie den Falschen vor sich hatten.

© Sonny Abesamis – Flickr, CC by 2.0

Leidenschaft, Teamgeist und eine gemeinsame Vision stellten damals die wichtigsten Einstellungen für Apples Mitarbeiter dar. Deswegen befanden sich auch innerhalb jedes Macintoshs die Unterschriften aller Teammitglieder. Damit sollte verdeutlicht werden, dass das Produkt ein Werk einzelner Individuen darstellte und nicht nur den Sprössling eines Unternehmens.

Über Michelle Winner

Michelle Winner

Michelle Winner studiert Anglistik und Germanistik an der Uni Hamburg. Nachdem sie in einer Lokalzeitung und im Eventbereich Erfahrungen gesammelt hat, unterstützt sie nun seit 2017 die Redaktion und schreibt für das OnlineMarketing.de Karrieremagazin über Themen rund um den Büroalltag.

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