Startup, aber richtig: 12 Dinge, die du als Gründer vorher wissen solltest

Ein Gründer verlor 50.000 Dollar, sein Auto, seine Freunde und seine Gesundheit. Das sind die Lehren, die er daraus gezogen hat.

© Olu Eletu - Unsplash

Mit diesen offenen Worten leitet der neue Autor von „The Startup Journey“ seinen Blogbeitrag ein: „My Startup Failed, I Lost Everything. Here’s What I Learned”. Passend, denn der Autor hat sich zum Ziel gemacht, offen und ehrlich über die Höhen und Tiefen im Startup-Geschäft zu schreiben. Und das fühlt sich gut an. Neben all den motivierenden aber unreflektierten Worten der jungen Startup-Gründer, kann man in diesem Blog zur Abwechslung mal von der unschönen Seite der Startup-Welt lesen – und lernen. Von einem, der alles falsch machte.

12 Lektionen aus einem gescheiterten Business

  1. Plane keinen Millionen-Dollar-Erfolg

Der Unternehmer begann mit einem Kapital von 50.000 Dollar – kein Kleingeld also. Deshalb plante er Großes, das nächste Facebook, Instagram oder Airbnb zum Beispiel. Während er, technisch rein gar nicht versiert, also vom Silicon Valley vor sich hin träumte und auf einen Geistesblitz hoffte, verspielte er wertvolle Zeit.

Versuch also nicht das nächste, epische Ding zu kreieren. Tu einfach, was du richtig hältst ohne den Erfolg messen zu können.

  1. Obacht bei der Co-Founder-Suche

Nächster Fehler: Der Autor entschied sich für seinen ehemaligen Mitbewohner als Co-Founder. In der Studienzeit teilten die beiden Träume, aber echte Talente oder einen finanziellen Anteil hatte der gute Herr nicht. Er wollte lediglich helfen – setzte dabei aber seine Freundschaft aufs Spiel. Denn weil am Ende nichts aus dem großen „Ding“ wurde, trennten sich die Wege der beiden.

Such dir einen Co-Founder, der dich unterstützen kann: finanziell, mit Design-, Marketing- oder Financing-Skills.

  1. Fang an!

Von der Idee zur Umsetzung vergeht bereits eine Weile. Dann setzt du dich ans Logo, das Corporate Design, die Website – wann aber willst du wirklich beginnen, deine Idee umzusetzen? Verschwende keine Zeit in Brainstorming, bevor du nicht das Produkt vor dir hast. Alles andere ist Jagen nach Seifenblasen.

  1. Werde dir klar, was du tust

Kannst du in ein, zwei Sätzen beschreiben, was du vorhast oder tust? Wenn nicht, wird es höchste Zeit. Solange du dein eigenes Produkt/deine Idee nicht in den bekannten „Elevator-Pitch“ – also die verständliche Kurzform – verpacken kannst, wirst du nur schwer Investoren und Mitarbeiter sowie Unterstützer finden. Sortiere dich, lieber früher als später.

  1. Kenne deine Zielgruppe

Und weißt du, für wen genau dein Produkt ist beziehungsweise an wen sich deine Idee richtet? Sollten dir nicht klar vier sogenannte Persona einfallen (z. B. Jutta, 32, alleinstehend und arbeitslos, liebt Katzen und TV-Shows) hast du verloren. Es reicht nicht, zu wissen, dass es Unternehmen, Privatpersonen oder Jugendliche sind. Du musst deine Zielgruppe so genau wie möglich kennen  – nur dann gelingt dir die perfekte Ansprache.

  1. Sprich mit deiner Zielgruppe

In diesem Sinne: Geh auf die von dir gewählte Zielgruppe zu und befrage sie. Ist dein Produkt wirklich, was sie bewegt oder hast du geträumt? Ist die Nachfrage überhaupt vorhanden und wenn ja, welche Details solltest du beachten? Eine eigene kleine Umfrage in deiner Zielgruppe kann repräsentativ sein – und dein Kapital retten.

  1. Alles zu seiner Zeit

Dann, wenn du denkst, du hast alles parat, willst du loslegen. Aber stopp: Online geht es erst, wenn es perfekt ist. Die Website, die mobile Version, die App, die Downloads, das Design. Doch mit diesem Perfektionismus schleuderst du unnötiges Geld aus dem Fenster anstatt bereits eigenes zu erwirtschaften. Geh Schritt für Schritt voran – und sei dabei deiner Zielgruppe transparent gegenüber.

  1. Zahl nur fürs Fertigstellen

Mach es nicht wie der Autor und bezahle deine Mitarbeiter oder Freelancer pro Stunde. Du wirst sehen, dass im Arbeitsprozess immer wieder Kleinigkeiten hinzukommen. Das können Probleme oder auch neue Ideen sein, die du umgesetzt haben möchtest. Zahlst du pro Stunde, hemmst du dich selbst. Erarbeite stattdessen einen Auftrag, der Etappenweise bezahlt wird. So belohnst du dich mit einem fertigen Produkt und den Mitarbeiter mit seiner garantierten Bezahlung.

  1. Verschwende kein Geld für Software

Gerade in der Online-Welt gibt es für viele rechtliche Anliegen wie Bezahl-Methoden oder ein rechtskonformes Impressum kostenlose Software oder Musterschreiben. Orientiere dich für den Start daran und verschwende kein wichtiges Geld für teuren Rechtsbeistand. Sieh es als Rattenschwanz: Diese Kosten kommen dann, wenn du gestartet bist und ggf. schon Geld erwirtschaftest.

  1. Verlass dich nicht auf sicheres Funding

So unsicher wie dein Startup ist womöglich auch dein Investor. Wer weiß, ob er nicht von Pitch zu Pitch springt und schon lange nach einer Alternative zu dir sucht? Der Markt ist stark umworben und an jeder Ecke – in vielen Städten sinnbildlich – lauert die Konkurrenz. Verlass dich nicht darauf, dass ein angekündigtes Funding auch tatsächlich kommt und plane deine nächsten Schritte immer ohne. Dazu gehört Risikobereitschaft aber auch ein angemessenes Eigenkapital.

  1. Werbung ist nicht alles

Online-Werbung ist eben doch nicht alles. Wenn du dich bei der Planung für mehr Reichweite bei deiner Zielgruppe wie auch bei möglichen Investoren nur auf Banner-Werbung fokussiert hast, wirst du böse überrascht. Millionen andere Gründer tun selbiges – warum also sollte der Investor gerade dich und dein Produkt herauspicken? Was wichtig ist, sind Kontakte. Gehe networken, lerne Menschen kennen und platzier dich elegant auf großen Veranstaltungen und Messen.

  1. Keine Macht den Drogen

Der letzte Tipp vom „Startup-Gründer, der alles verlor“ ist einer der unangenehmsten, wie er es selbst schreibt. Doch wo es schon um Geld und Freunde ging, darf die Gesundheit nicht fehlen. Keine Macht den Drogen, empfiehlt der Autor, und beschreibt abschließend, wie sehr ihn aufputschende Drogen innerhalb kürzester Zeit abhängig machten. Sicher, er war so in der Lage 15, 24, manchmal sogar 40 Stunden durchzuarbeiten, endete letztlich aber mit einer Panikattacke im Krankenhaus. Um mit einem Zitat im Original abzuschließen: „Stay away from it and just be you. You’re more than enough to build something great.

Der Unternehmer von “The Startup Journey” schlug sich laut eigener Aussage zehn Monate mit seiner Idee herum, bis er Geld, Freunde und seine Gesundheit verloren hatte. Doch er verlor nicht den Mut. Wie sein aktuellster Blogbeitrag beweist, hat er aus den eigenen Fehlern gelernt: „How my friends and I grew our side project into a 17.000 Dollar/month business“. 

In diesem Sinne: Viel Erfolg!

Quelle: Medium

Über Wiebke Plasse

Wiebke Plasse

Wiebke Plasse ist studierte Journalistin und arbeitet heute hauptberuflich für einen gemeinnützigen Tierschutzverein im Fundraising und Online-Marketing. Nebenberuflich schreibt sie als freie Autorin für Online-Magazine, Zeitungen und Blogs und interessiert sich neben entwicklungspolitischen Themen wie Tier- und Umweltschutz oder Humanhilfe auch sehr für digitale Trends. Für OnlineMarketing.de schreibt sie im Bereich Jobs und Karriere.

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