Social Media-Knigge: Ein falscher Post kann Mitarbeiter und Bewerber den Job kosten

Immer mehr Arbeitgeber überprüfen die Social Media-Profile von Arbeitnehmern. Besonders Hassrede, Partybilder oder schlechte Rechtschreibung können dabei negative Auswirkungen auf die Karriere haben.

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Es ist nicht neu, dass Arbeitgeber die Social Media-Profile ihrer Mitarbeiter und Bewerber checken. Und trotzdem kommt es immer wieder zu Kündigungen und Ablehnungen, weil Arbeitnehmer sich online daneben benehmen. Ob man Bilder der letzten Party wirklich hochladen sollte, will daher gut überlegt sein. So zeigte eine YouGov Studie, dass einer von fünf Arbeitgebern schon einmal Bewerber abgelehnt hat, weil sie sich Social Media-Eskapaden erlaubt hatten. Zu diesen gehören übrigens auch Hassrede und Beleidigungen. Und obwohl die meisten User sich darüber bewusst sind, dass man mit Vorsicht posten sollte, kommt es immer wieder zu negativen Zwischenfällen.

Grammatikfehler schlimmer als betrunkene Posts

Der Nummer eins Grund für eine Ablehnung ist ganz klar aggressives und beleidigendes Verhalten. Wer also seine Meinung auf Facebook und Co. kundtun möchte, sollte respektvoll bleiben. Und auch die Einnahme von Drogen hat nichts auf dem Social Media-Profil verloren, selbst wenn das Ganze vielleicht nur als schlechter Scherz gemeint ist. Arbeitgeber reagieren darauf äußert empfindlich, schließlich hat auch die Firma einen Ruf zu wahren. Des Weiteren sollte auch im Internet auf Rechtschreibung und Grammatik geachtet werden. Viele User denken, sie seien im Netz sicher vor dem Duden und achten daher nicht auf Groß- und Kleinschreibung oder Buchstabendreher. Doch für Arbeitgeber ist eine schlechte Ausdrucksweise online schlimmer als ein betrunkenes Foto von der letzten Party.

Vorsicht besonders bei großen Unternehmen

Die Befragung zeigt außerdem, dass mehr als 25 Prozent der großen Unternehmen bereits Bewerber aufgrund des Social Media-Verhaltens abgelehnt haben. Insgesamt wurden übrigens 2.000 Manager im Rahmen der Studie befragt. So ergab sich außerdem, dass vier von fünf größeren Unternehmen die Profile ihrer Bewerber checken, bei den kleineren Firmen sind es nur drei von fünf.

Doch nicht nur Bewerber sind betroffen, auch Angestellte sollten darauf achten, was sie posten. So habe einer von fünf Arbeitgebern vor kurzem einen Mitarbeiter gefeuert, weil dieser ein falsches Online-Verhalten an den Tag legte. Interessant ist es daher zu wissen, welche Seiten überprüft werden. An Nummer eins steht LinkedIn. Fast die Hälfte der Befragten überprüft die Profile von Bewerbern und Mitarbeitern auf der Plattform. Facebook wird ebenfalls sehr häufig ins Visier genommen, gefolgt von Twitter und Instagram.

Greifen Chefs in die Privatsphäre ihrer Mitarbeiter ein?

Natürlich stellt sich an dieser Stelle die Frage, ob Arbeitgeber überhaupt Social Media-Profile überprüfen sollten. Mitarbeiter argumentieren mit einem Eingriff in die Privatsphäre, jedoch sind viele Accounts für die Öffentlichkeit einsehbar. Somit verhält sich dieser Fall anders, als zum Beispiel die Videoüberwachung am Arbeitsplatz. Trotzdem fühlen sich Arbeitnehmer unwohl bei dem Gedanken, dass der Chef die persönlichen Profile „stalkt“. Schließlich könnten selbst angemessen ausgedrückte politische Meinungen oder das Fan sein eines bestimmten Sportclubs negative Gefühle hervorrufen, die der Arbeitgeber auf seinen Angestellten überträgt. Im Endeffekt gilt jedoch für alle Social Media User, dass sie ganz genau darauf achten sollten, was sie mit der Öffentlichkeit teilen. Im Zweifelsfall lieber zweimal darüber nachdenken und Inhalte nur für Kontakte zugänglich machen.

Über Michelle Winner

Michelle Winner

Nachdem Michelle Winner Erfahrungen in einer Lokalzeitung und im Eventbereich gesammelt hat, unterstützt sie nun seit 2017 die Redaktion und schreibt für das OnlineMarketing.de Karrieremagazin über Themen rund um den Büroalltag.

Ein Gedanke zu „Social Media-Knigge: Ein falscher Post kann Mitarbeiter und Bewerber den Job kosten

  1. Bide

    Das ist auch wieder so ein Medienthema was völlig an der Realität vorbeigeht. Wie sollen Unternehmen einen Bewerber bitteschön bei Facebook & co ausfindig machen, wenn heutzutage kein normal denkender Mensch dort noch mit Klarnamen unterwegs ist??

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