Selbstvertrauen im Job: So stärkst du dein Selbstbewusstsein

Du wünscht dir ein souveränes Auftreten, einen sicheren Umgang mit deiner eigenen Meinung und weniger Selbstzweifel? So erreichst du mehr Selbstbewusstsein.

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Du bist mal wieder mit schlechten Gedanken auf dem Weg zur Arbeit. Schaff ich das heute alles? Das anstehende Meeting liegt dir schwer im Magen, denn du hast Bedenken, deine Ideen zu äußern und möchtest bei den Kollegen keinesfalls auf Ablehnung stoßen. Es sind nicht wenige Personen, denen es so geht. Daher wünschen sich viele Menschen ein stärkeres Selbstbewusstsein, ein souveräneres Auftreten und eine emanzipierte Meinung, die sie ohne Scheu vertreten können. Nach einem angemessenen Selbstvertrauen sehnend, bewunderst du bei anderen den gelassenen Umgang mit Konflikten, die innere Ruhe, die diese Personen ausstrahlen und die Souveränität, mit der sie auftreten. Allerdings ist das mangelnde Selbstvertrauen nicht über Nacht regeneriert. Um dein Selbstbewusstsein und deine Selbstakzeptanz zu stärken, musst du dich intensiver mit dir selbst beschäftigen.

Woher kommt Selbstbewusstsein und wie kann ich es trainieren?

Erst einmal gilt es zu verstehen, wie Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein entstehen. Auf wörtlicher Ebene bedeutet Selbstbewusstsein eben genau das: sich selbst bewusst zu sein. Dabei wird der philosophische Aspekt des Wortes miteinbezogen: Das Bewusstsein von sich selbst als denkendes Wesen. Die zweite Definition, die der Duden zum Besten gibt, lautet:

[Selbstbewusstsein ist] das Überzeugtsein von seinen Fähigkeiten, von seinem Wert als Person, das sich besonders in selbstsicherem Auftreten ausdrückt.

Außerdem gehen Begriffe wie Selbstwertgefühl, Selbstsicherheit, Selbstvertrauen und Selbstakzeptanz mit Selbstbewusstsein einher. Alle diese Eigenschaften hängen gewissermaßen miteinander zusammen und bedingen sich gegenseitig. Das Grundgerüst für die Ausprägung des heißbegehrten Selbstbewusstseins sind drei Fragen:

  1. Wer bin ich?
  2. Was kann ich?
  3. Was bin ich wert?

Um diese Fragen beantworten zu können, musst du von deiner Eigenwahrnehmung Gebrauch machen. Selbstreflektierend solltest du dir klar darüber werden, was du kannst. In dem anschließenden zweiten Schritt beginnst du dann deine Fähigkeiten zu bewerten und deine Talente anzuerkennen. Worauf bist du stolz, was kannst du gut?

Menschen, die bereits ein gut ausgebildetes Selbstwertgefühl besitzen, haben meist in ihrer Kindheit schon früh von den ihnen nahestehenden Person vermittelt bekommen, dass sie ein wertvoller, geliebter Mensch sind und akzeptiert werden. Mit dieser frühen Wertschätzung, meist durch die Eltern, wird ein Fundament für ein gesundes Selbstbewusstsein gegossen.

Fremdbild vs. Selbstbild: Wie siehst du dich selbst? 

Nicht nur die Eltern, auch andere Personen, die dir im Laufe deines Lebens begegnen, formen mit ihren Bewertungen das Bild, das du selbst von dir hast. Lehrer, Freunde, Partner, Kollegen und Chefs geben dir auf verschiedene Art und Weise zu verstehen, wie sie dich sehen, was sie an dir schätzen und was eher negativ an dir ist. Durch dieses Fremdbild, das durch äußere soziale Einflüsse entsteht, wird dein Selbstbild immens beeinflusst. Wo hört das Fremdbild auf und wo beginnt das Selbstbild?

Diese Grenze ist nicht klar zu definieren. Gerade deshalb ist es unglaublich wichtig, dass du dir Zeit nimmst, um über dein Selbstbild nachzudenken: Wie siehst du dich wirklich und was sind Eigenschaften, die dir von außen zugeschrieben worden sind? Diese Fragen sind dann der erste Schritt zu mehr Selbstvertrauen. Vertraue deiner eigenen Wahrnehmung von dir selbst. Anschließend gilt es, dass du lernst, dich selbst zu akzeptieren. Wenn es dir gelingt, deine Selbstakzeptanz zu steigern, bist du auf einem guten Weg zu einer selbstbewussten, aber vor allem – noch viel wichtiger –  zu einer zufriedenen Person.

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Was zeichnet eine selbstbewusste Person aus?

Eine selbstbewusste Person besticht durch eine selbstsichere Ausstrahlung. Vor allem durch Körpersprache wird diese Eigenschaft deutlich. Nervöse Gesten sind eine Seltenheit, direkter Blickkontakt und eine offene Haltung sind hingegen an der Tagesordnung. Dadurch, dass eine selbstbewusste Person anderen offen gegenüber begegnet, erfährt sie meist positive Resonanz. Außerdem glaubt eine selbstsichere Person an die eigenen Kompetenzen. Die eigenen Fähigkeiten sind der Person bewusst und auf diese Stärken ist sie stolz, ohne überheblich zu werden. Mit der Überzeugung, die selbstgesteckten Ziele zu erreichen, stärkt eine selbstbewusste Person ihren Erfolgsglauben.

Jemand, der selbstbewusst ist, weiß für sich selbst einzutreten. Er ist in der Lage, die eigene Meinung oder das eigene Interesse vor anderen zu vertreten und zu schützen. Ohne Angst auf Ablehnung kann die Person offen ihre Meinung kundtun. Zusätzlich fällt es selbstbewussten Personen leicht, auf andere Menschen zu gehen. Ohne großartige Probleme können selbstsichere Menschen neue Kontakte knüpfen.

Woher kommt ein mangelndes Selbstbewusstsein?

Wenn du dich in der Beschreibung einer selbstbewussten Person nicht wiedererkennen konntest, hast du wohl eher ein negatives Bild von dir selbst. Doch wie entsteht ein geringes Selbstbewusstsein? Im Wesentlichen gibt es zwei Faktoren, die zu einem negativen Selbstbild führen. Zum einen kennt jeder die Angst, abgelehnt zu werden und zum anderen die Angst zu versagen. Zu einem gewissen Grad sind diese Ängste vollkommen natürlich. Allerdings dominieren bei Personen mit einem geringen Selbstvertrauen diese negativen Befürchtungen und die Schwarzmalerei, was alles schief gehen könnte.

Wenn du von ständigen Zweifeln geplagt bist, glaubst du nicht an deine Fähigkeiten und schenkst dir zu wenig Vertrauen. Dadurch entsteht eine innere Unsicherheit, durch die Herausforderungen dann als Bedrohung wahrgenommen werden. Außerdem handeln Menschen mit einem geringen Selbstwertgefühl oft reaktiv. Das bedeutet, dass Sätze wie „Ich muss“, „Ich habe keine Zeit.“ und „Ich kann das nicht.“ dem Selbstbewusstsein im Weg stehen. Wenn du diese Gedanken hast, versuche sie umzuwandeln und deine Einstellung zu ändern. Transformiere diese Sätze in proaktive Formulierungen zu „Ich will.“, „Ich nehme mir Zeit dafür.“ oder „Ich frage jemanden, damit er mir zeigt, wie das funktioniert.“ Dadurch machst du dir bewusst, dass du selbstbestimmt handelst und kannst einer positiveren Grundstimmung Platz einräumen.

Minderwertigkeitsgefühl überwinden und Selbstbewusstsein stärken

Wenn du dein Selbstbewusstsein stärken möchtest, gehe zunächst den Ursachen auf den Grund: Warum ist dein Selbstbewusstsein überhaupt so gering? Hast du Angst davor, Fehler zu machen? Traust du dich nicht deine Meinung zu äußern? Fürchtest du dich vor Kritik? Nimm dir Zeit und versuche deine aktuelle Situation im Hinblick auf deinen Job zu erfassen und zu analysieren. Anschließend solltest du dich mit dir selbst beschäftigen. Was sind deine Stärken, was sind deine Schwächen? Was magst du an dir selbst und was wünsche ich mir von mir selbst für die Zukunft? Dabei könntest du dir vornehmen, deine Meinung zu sagen, deine Wünsche und Bedürfnisse zu äußern oder etwas Neues zu wagen. Vor allem solltest du lernen, Lob und Anerkennung anzunehmen, aber auch Forderungen abzulehnen.

Da das menschliche Gehirn darauf trainiert ist, negative Situationen und Probleme höher zu gewichten als Positives, liegt es an dir, dass du deine Stärken intensiver wertest als deine Schwächen. Durch die Evolution hat der Mensch gelernt, sich auf das Überleben zu konzentrieren und nach Bedrohungen Ausschau zu halten. Da unser Leben aber nicht mehr den damaligen Gefahren ausgesetzt ist, stürzen sich die Gedanken auf all das Negative und die Probleme, die wir haben. Das merkst du auch daran, dass negative Ereignisse sich viel mehr einprägen als ein schöner Alltagsmoment. Du musst deinen Kopf austricksen und versuchen Positives und vor allem deine Fähigkeiten mehr wertzuschätzen. Fokussiere dich also auf deine Stärken!

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So erreichst du ein stärkeres Selbstbewusstsein im Job

Wenn du dir Gedanken darüber gemacht hast, woher dein mangelndes Selbstbewusstsein rührt, bist du auf dem idealen Weg. Zusätzlich kannst du dir Folgendes in Zukunft zu Herzen nehmen:

  1. Fehler machen ist völlig in Ordnung. Hänge dich nicht daran auf, dass mal was schiefgelaufen ist, denn so fütterst du nur deine Selbstzweifel und fokussierst dich auf das Negative. Verändere deine Einstellung gegenüber Fehlern und versuche diese als Möglichkeit zur Weiterentwicklung zu sehen.
  2. Nimm Komplimente an. Statt dich mit Gedanken aufzuhalten, ob Komplimente ernst gemeint sind, freu dich einfach drüber! Falls du jemand bist, der Komplimente hinterfragt, solltest du dich schnellstmöglich davon lösen.
  3. Lache über dich selbst. Du musst dich nicht immer allzu ernst nehmen. Jeder von uns ist fehlbar. Wenn du deinen eigenen Versprecher im Meeting mit Humor nimmst, werden es die anderen auch tun. Mache dir die deeskalierende Wirkung von Humor zu Nutzen.
  4. Nimm Kritik nicht persönlich. Dir werden zwar deine Fehler vorgehalten, aber nicht, damit du dich schlecht fühlst. Denn konstruktive Kritik soll dazu dienen, dass du die Qualität deiner Arbeit noch weiter verbessern kannst.
  5. Sag, was du dir wünscht. Wenn dich etwas stört, dann belasse diese Emotion nicht bei einem inneren Konflikt. Zeige deine Interessen, nur so kannst du eine Veränderung hervorrufen.
  6. Verabschiede dich von der Nervosität. Achte in Zukunft auf deine Körperhaltung. Versuche auf nervöse Gesten zu verzichten und möglichst unverkrampft aufzutreten. Mit Ruhe und Gelassenheit lebt es sich leichter. Insbesondere wirkst du mit einer entspannten Ausstrahlung selbstbewusster.
  7. Übe dich in Dankbarkeit. Für was bist du dankbar? Mache dir bewusst, wem du vertrauen kannst und für welche Menschen in deinem Umfeld du dankbar bist. Soziale Beziehungen stärken dich und schenken dir ein größeres Selbstbewusstsein.

Selbstbewusstsein, Selbstwertgefühl und Selbstsicherheit sind Einstellungssache

Selbstbewusstsein ist lernbar. Das werden dir auch zahlreiche Coaches bestätigen. Wenn du dir also ein souveränes Auftreten und einen selbstsicheren Umgang mit Kollegen wünscht, kannst du das trainieren. Natürlich ist so eine Entwicklung nicht von heute auf morgen umsetzbar, sondern beginnt mit einer Veränderung deiner Einstellung und deinen Gewohnheiten. Im Schnitt brauchen wir rund 66 Tage bis sich neue Gewohnheiten für uns automatisiert haben. Wenn du also so lange durchhältst und 66 Tage immer aufrecht sitzt, versuchst deinen Kollegen offen zu begegnen oder dreimal die Woche Sport zu treiben, wird es schließlich zur Normalität. Schaffe die Grundlage, in dem du dich selbst akzeptierst und übe dich darin, offen zu sein.

Über Maja Hansen

Maja Hansen

Seit 2017 unterstützt Maja die Redaktion von OnlineMarketing.de. Dabei widmet sie sich primär dem Karrieremagazin mit den Themenfeldern rund um Jobs und Karriere, schreibt aber auch über digitales Marketinggeschehen.

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