Nie mehr übersehen werden: 4 Tipps für einen kreativen CV

Der CV spielt für Personaler heute eine viel wichtigere Rolle als Anschreiben. Wie gewinnst du die HR schon mit dem ersten Eindruck für dich? Diese 4 Tipps helfen.

© @plqml | @feliperizo.co - Unsplash

Laut einer österreichischen Studie legen Personaler bei einer Bewerbung am meisten Wert auf den CV. Erst danach kommen Motivationsschreiben und Arbeitsproben. Aber wie schafft man es, aus der Menge der eingehenden Bewerbungen herauszustechen? Die gleiche Studie belegt, dass Personaler weniger als eine Minute Zeit damit verbringen, einen CV zu studieren. Umso wichtiger also, auf den ersten Blick zu beeindrucken. Wie das geht? Wir haben hier die wichtigsten Tipps für dich.

Mit Icons und Grafiken arbeiten

Trau dich was! Die typischen Xing-Vorlagen und sonstige Standard CVs haben die meisten Personalabteilungen schon tausende Male gesehen. Warum also nicht was Neues wagen? Die meisten Personaler finden es erfrischend, wenn sie, statt auf die üblichen Textblöcke zu schauen, mal von anderen Darstellungsformen überrascht werden. Lässt sich deine bisherige Berufserfahrung vielleicht grafisch in Statistiken darstellen? Deine Sprach-Skills könntest du mit Sternen von eins bis fünf beschreiben. Du liebst Kaffee, Reisen und Football? Lässt sich alles super mit Icons ausrücken.

Icons können hilfreich sein, © Harpal Singh – Unsplash

Eine runde Sache

Neben bereits erwähnten Grafiken und Icons kann man heutzutage ruhig auch mal mutiger mit Farbe arbeiten und eine andere Schriftart als Arial wählen. Wichtig ist, dass der CV eure Persönlichkeit widerspiegelt – und zusammenpasst. Schrift, Design, Farbe, Foto, alles sollte wie aus einem Guss wirken. Natürlich kommt es aber immer auch stark darauf an, wer sich wo bewirbt. Ein CV für eine Bank sollte wohl doch eher traditionell und klassisch ausfallen, anders der für eine Stelle als Grafikdesigner. Wenn du dir nicht ganz sicher bist, wo auf der Skala von konservativ bis unkonventionell dein CV liegen sollte, orientiere dich am besten auf der Homepage des Unternehmens, bei dem du dich bewirbst.

Sieh dir die Homepage des potentiellen Arbeitgebers genau an, © Ruthson Zimmerman – Unsplash

Wenn du dich mit Photoshop nicht auskennst und dir auch sonst wenige Design-Skills zutraust, kannst du dir einfach eine passende Word-Vorlage runterladen. Diese solltest du jedoch unbedingt noch individuell anpassen (Farbe, Schriftart etc.).

Das etwas andere Foto

Auch wenn in anderen Ländern bereits nicht mehr so viel Wert darauf gelegt wird: In Deutschland sind sich noch immer 100 Prozent aller Personalberater einig, dass ein Foto in den Lebenslauf gehört. Das belegt eine Studie der Personalberatung Page Personnel.

Und statt jetzt das letzte Passfoto von 2015 aus dem Portemonnaie zu kramen oder noch mal eben zum Fotoautomaten am Bahnhof zu sprinten, lohnt es sich, in ein wirklich gutes Bild zu investieren. Dieses kann – je nach angestrebter Position – ruhig auch ein wenig unkonventioneller sein und etwas über dich und deinen Charakter aussagen. In den meisten Branchen ist ein Hemdkragen auf Bewerbungsfotos schon lange kein Muss mehr. Wenn du dir nicht sicher bist, wie weit du beim Bewerbungsfoto mit deiner Kreativität gehen kannst, bietet dir die „Über uns“-Rubrik auf der Seite des potentiellen Arbeitgebers meist Aufschluss.

Orientiere dich an innovativen Fotografien, © Jack Finnigan – Unsplash, © Sasha Sashina – Unsplash

Sympathische Selbstdarstellung

Ein CV soll ja vor allem eins sein: aussagekräftig. Na dann, warum nicht eine Aussage gleich an den Anfang stellen? Ein Zitat oder eine Ansprache direkt neben oder unter eurem Foto zieht gleich die Aufmerksamkeit auf sich. Da kann dann so etwas stehen wie

Ich bin bestens für die Stelle als Food-Fotograf geeignet, weil …

… ich bereits über 15 Jahre Berufserfahrung habe

… Food meine Leidenschaft ist

… und ich für meinen Beruf brenne.

Oder so ähnlich. Einfach eine Aussage über dich, die zeigt, wie viel Lust du auf die Stelle hast, ohne dabei over the top zu wirken. Apropos Selbstdarstellung: Bewirbst du dich auf einen kreativen Job, lohnt es sich außerdem, wenn du in irgendeiner Form auf dein Portfolio verlinkst. Das kann deine Homepage sein, aber auch ein professioneller Instagram-Account.

Prioritäten setzen

Gehen wir mal davon aus, dass du dich auf mehrere Jobs gleichzeitig bewirbst. Klar ist die Versuchung groß, den gleichen CV einfach an alle potentiellen Arbeitgeber zu schicken. Es lohnt sich jedoch, auch hier ein bisschen Zeit zu investieren und den CV individuell auf das Unternehmen abzustimmen. Welche Erfahrungen hast du bisher gesammelt, die zu dem neuen Job passen? Welche deiner Hobbies und Interessen könnten eine Schnittmenge mit der neuen Thematik aufweisen? Nicht jedes Praktikum und jede Freizeitaktivität sind für den Job relevant, für den du dich bewirbst. Überlege dir deshalb, welche Stationen deines Lebens dich für den Job qualifizieren und stelle diese in den Vordergrund, indem du zum Beispiel deine Aufgabenfelder etwas genauer beschreibst. Dafür kannst du andere Stationen eher kurzhalten. Du hast Abitur gemacht und danach studiert? Super! Aber für die meisten Arbeitgeber längst nicht so interessant, wie deine bisherige Berufserfahrung. Strukturiere deshalb deinen CV ruhig so, dass du mit deiner aktuellen Tätigkeit beginnst. Wenn jemand mit Mitte 30 als gesonderten Punkt „PKW-Führerschein“ angibt, ist das genauso überflüssig wie die Religionszugehörigkeit, „PC-Kenntnisse: Word“ oder die Abiturnote – es sei denn, man ist gerade mit der Schule fertig. Insgesamt gilt: Ein CV sollte maximal zwei DinA4 Seiten lang sein, besser ist eine.

Über Anna Tiefenbacher

Anna Tiefenbacher

Anna studierte Komparatistik und Anglistik/Amerikanistik in Tübingen. Nach einigen Jahren als Redakteurin in München und einem Ausflug in die PR-Branche, ist sie heute für verschiedene Magazine und als freie Redakteurin in Hamburg tätig. Begeistern kann sie sich unter anderem für die Themen Lifestyle, Medien und Karriere. Außerdem hat sie eine Schwäche für alles, was mit Spanien zu tun hat. In ihrer Freizeit hört sie exzessiv Podcasts und Hörbücher und schaut, nach eigener Aussage, viel zu viele Serien.

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