Jobkiller Automatisierung: 10 Berufe und Skills, die nicht aussterben

Bis 2025 werden Roboter 75 Millionen Jobs übernehmen. Doch wer sich rechtzeitig weiterbildet, muss Künstliche Intelligenz und Co. nicht fürchten.

© Lukas - Unsplash

Es ist kein Geheimnis, dass wir uns mitten in der vierten Industriellen Revolution befinden. Und genau wie es in den vorherigen der Fall war, geraten einige Menschen in Panik darüber ihre Jobs zu verlieren. Schließlich ist der maschinelle Fortschritt in Zeiten von Künstlicher Intelligenz und Robotern nicht mehr aufzuhalten. In einem aktuellen Forschungsbericht des Weltwirtschaftsforums ist sogar die Rede davon, dass bis 2025 insgesamt 75 Millionen Jobs automatisiert sein werden. Sind die Ängste der Menschen also nicht ganz unbegründet? Oder können wir Chancen aus dem rapiden technologischen Wandel ziehen?

Ein Wechsel im Verhältnis zwischen Mensch und Maschine steht bevor

Heutzutage werden etwa 71 Prozent aller Arbeiten weltweit von Menschen verrichtet, der Rest ist bereits automatisiert. Doch dieses Verhältnis wird sich bald ändern, wie der Forschungsbericht suggeriert. Schon bis 2022 wird fast die Hälfte aller Jobs maschinell erledigt werden. Nun gibt es Prognosen wie diese schon lange, doch meist bezogen sie sich auf einen Wechsel innerhalb von 20 Jahren. Der jetzige geschieht mit enormer Geschwindigkeit, was auf den rapiden technologischen Fortschritt zurückzuführen ist. Es vergeht kaum ein Tag ohne neue Entdeckungen und Erfindungen.

Gefördert wird dieser schnelle Fortschritt außerdem durch mobiles Highspeed Internet, Künstliche Intelligenz, Clouds und die Möglichkeit riesige Datenmengen in sekundenschnelle zu analysieren. Unternehmen machen sich diese Technologien bereits jetzt zunutze und deren Zahl wird in den nächsten vier Jahren steigen.

Werden Menschen einfach durch Roboter ersetzt?

Die Wahrscheinlichkeit, dass wir demnächst überall menschlich aussehenden Androiden begegnen, ist gering. Auch wenn es bereits Versuche gibt, realistische humanoide Roboter zu schaffen, ist die Technologie noch nicht ausgereift. Die Trends der nächsten vier Jahre gehen eher in Richtung stationäre Maschinen, Drohnen und nicht-menschliche Roboter, wie die folgende Grafik noch einmal verdeutlicht:

Die Grafik zeigt auch, welche Branchen als erstes auf Roboter zurückgreifen werden, beziehungsweise diese schon nutzen.

Von den im Forschungsbericht untersuchten Unternehmen ist die Hälfte davon überzeugt, dass es Stellenkürzungen geben wird, basierend auf den aktuellen Jobprofilen ihrer Mitarbeiter. Doch zur gleichen Zeit gaben 25 Prozent an, dass sie durch die Automatisierung erwarten, neue Berufsfelder in der eigenen Firma zu besetzen. Diese positive Einstellung teilt auch das Weltwirtschaftsforum. Laut dessen Prognosen, werden zwar 75 Millionen Jobs verloren gehen, jedoch auch 133 Millionen neue geschaffen. Die Top Ten der aussterbenden und der aufstrebenden Berufe wurde in einer Übersicht festgehalten:

Umschulungen und Weiterbildungen werden wichtiger als je zu vor

Trotz allem ist Fakt, dass einige Berufe in den nächsten Jahren überflüssig sein werden. Schon allein Selbstbedienungskassen im Supermarkt oder automatische Vermittler in Hotlines zeigen bereits heute, wohin der Weg führt. Umso wichtiger ist es sich weiterzubilden und den neuen Gegebenheiten am Arbeitsmarkt anzupassen. Die Verantwortung dafür liegt jedoch nicht bei den Arbeitnehmern allein, sondern auch bei Unternehmen. Soll der technologische Wandel ohne das Risiko massenhafter Kündigungen einhergehen, müssen Arbeitgeber Umschulungen anbieten. Nur so können Mitarbeiter gehalten werden. Aber es geht nicht nur darum. Viele der Arbeitsprozesse werden nicht nur alleine von Robotern übernommen, sondern es wird auch zu einer engen Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine kommen. Auch darauf müssen Angestellte geschult werden, um ein produktives Arbeitsklima zu sichern. Zu den wichtigsten Skills in den nächsten Jahren gehören:

  • Analytisches und innovatives Denken
  • Kreativität und Initiative
  • Lernbereitschaft
  • Programmieren
  • Führungsqualitäten
  • Emotionale Intelligenz
  • Stresstoleranz und Flexibilität

Das sind gute Nachrichten für Deutschland. Denn laut des Weltwirtschaftsforums sind deutsche Arbeitnehmer bereits gut auf den Wandel vorbereitet. Viele von ihnen werden keine Umschulungen benötigen. Und wenn doch, dann werden diese nicht so viel Zeit in Anspruch nehmen, wie man vielleicht erwarten könnte. Die folgende Grafik zeigt, 26 Prozent der Weiterbildungen werden maximal 3 Monate dauern.

Die Skills deutscher Arbeitnehmer sind gut auf die neuen Trends am Arbeitsmarkt angepasst. Quelle: Weltwirtschaftsforum

Trotz negativer Aspekte der Zukunft positiv entgegen treten

Was können wir nun aus dem Forschungsbericht des Weltwirtschaftsforums lernen? Vorausgesetzt die getroffenen Prognosen treffen zu, müssen wir uns auf den technologischen Wandel am Arbeitsmarkt vorbereiten. Leider sind immer noch zu wenig Unternehmen bereit, in die Umschulung ihrer Mitarbeiter zu investieren. Gleichzeitig wird jedoch erwartet, dass die Arbeitnehmer ihre Skills ausbauen und sich den neuen Gegebenheiten anpassen. An dieser Stelle müssen die Führungsebenen also aufwachen und ihre Angestellten wappnen. Nur so kann ein positiver Wandel vollzogen werden, der nicht zu Massenarbeitslosigkeit führt. Nichtsdestotrotz wird es aber so sein, dass nicht jeder umgeschult werden kann – oder will. Gerade in den aussterbenden Berufsgruppen wird es daher Ideen brauchen, um die Menschen zu unterstützen, auch von politischer Seite her.

Schlussendlich lässt sich jedoch sagen, dass der technologische Fortschritt nicht in einem alptraumhaften Szenario enden muss. Roboter werden nicht die Macht ergreifen und KI wird uns nicht versklaven. Vielmehr sollten wir die Technologie als neuen Kollegen sehen, der das Potenzial dazu hat, unseren Arbeitsalltag zu erleichtern und völlig neu zu gestalten – im positiven Sinne, wenn richtig angewandt.

Über Michelle Winner

Michelle Winner

Nachdem Michelle Winner Erfahrungen in einer Lokalzeitung und im Eventbereich gesammelt hat, unterstützt sie nun seit 2017 die Redaktion und schreibt für das OnlineMarketing.de Karrieremagazin über Themen rund um den Büroalltag.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.