Verhandlungssache: Realistisch & selbstbewusst zu deinem Wunschgehalt

Bei Gehaltsverhandlungen läufst du immer Gefahr, dich mit deinen Vorstellungen auf dünnes Eis zu begeben. Diese Tipps helfen dir künftig, deine Ziele zu erreichen.

© Flickr / Guian Bolisay, CC BY-SA 2.0

Du sitzt in einem Vorstellungsgespräch und merkst: Das könnte es sein. Das Gespräch mit dem HR-Manager und allen anderen Anwesenden verläuft gut und du spürst ehrliches Interesse an dir. Du bist also auf der Zielgeraden. Jetzt bloß nicht die erworbenen Pluspunkte verspielen, bei der vielleicht alles entscheidenden, essentiellen Frage. „Was wollen Sie verdienen?“

Egal, ob du Berufsanfänger bist oder schon einige Jahre Erfahrung im Gepäck hast: verkaufst du dich hier zu billig, erweckst du Misstrauen. Bist du vielleicht doch nicht so kompetent, wie du behauptet hast? Leidest du unter einem zu geringen Selbstbewusstsein? Suchst du verzweifelt nach einem neuen Job und möchtest keine Absage riskieren? All diese Fragen – und vermutlich noch andere – schwirren deinem Gegenüber in dem Moment im Kopf herum, in dem du eine zu niedrige Gehaltsforderung stellst. Andererseits – greifst du zu hoch, katapultierst du dich wohlmöglich gleich ins Aus. Wie also findest du ihn, den schmalen Grad in der erfolgreichen Gehaltsverhandlung?

Gut vorbereitet ist halb gewonnen: 9 Tipps zur Gehaltsverhandlung

Dass eine gute Vorbereitung das A und O ist, ist nichts Neues. Gerade auf die Frage nach dem Gehalt kannst du dich aber ganz speziell vorbereiten. Zum Beispiel mit den folgenden 9  Tipps.

  • Informiere dich vorher über die finanzielle Lage deines neuen potentiellen Arbeitgebers. Große Unternehmen können höhere Gehaltsforderungen eher schultern als kleine und wackelige Startups. Sie können aber auch gute Gehaltsalternativen liefern.
  • Wie viel verdienen andere in deiner Situation? Gehaltsvergleiche sind zwar immer recht vage, können aber durchaus ein guter Anhaltspunkt sein, wenn du so gar keine Ideen hast, was du verlangen kannst.
  • Dein Selbstbewusstsein ist deine wichtige Waffe im Kampf um ein faires Gehalt. Mach dir eine Liste mit Dingen, die dich positiv von anderen Mitbewerbern abheben könnten um dir klar zu werden, wieviel du wirklich wert bist.
  • Rechne realistisch. Das bedeutet, dass du dir klar darüber werden musst, was du mindestens am Ende des Monats auf deinem Konto haben willst. Rechne dir dann mithilfe eines Brutto-Netto-Rechners aus, wieviel dies bei deiner Gehaltsklasse brutto ist.
  • Manche Unternehmen zahlen ein 13. Gehalt, auch bekannt als „Weihnachtsgeld“. Weil du vielleicht nicht sicher sein kannst, wie viele Gehälter dir gezahlt werden, rechne dir am besten deinen angestrebten Jahresverdienst aus, statt dich am monatlichen Einkommen zu orientieren.
  • Vergiss nicht, dir den Spielraum offen zu halten. Das Gehalt, was du deinem Gegenüber nennst, sollte auf keinen Fall dein tatsächliches Wunschgehalt sein. Die Verhandlung ist Teil der typischen Prozedur. Deine zukünftigen Arbeitgeber wollen in Situationen wie diesen auch einschätzen, wie selbstsicher du bist oder ob du dich einfach von deinem Vorhaben abbringen lässt. Deswegen: Staple ruhig etwas höher.
  • Feste Zahlen verbauen dir oft Chancen auf ein besseres Gehalt. Auch hier kommt dir der eben erwähnte Spielraum zu Gute. Zum Beispiel, wenn du die Frage nach deinem Wunsch-Gehalt beantwortest mit: „Ich stelle mir eine Summe zwischen diesem und diesem Wert vor.“
  • Ganz wichtig: Hab’ immer gute Argumente zur Hand. K.O.-Sätze deines Vorgesetzten oder des HR-Managers wie „das überschreitet das Budget“ oder „ihre Kollegen bekommen in etwa“ solltest du gut außer Kraft setzen können.
  • Oft wird dazu geraten, wenn man sich aus einer arbeitslosen Situation heraus bewirbt, Zugeständnisse in Sachen Gehalt zu machen. Das mag gegebenenfalls zutreffen, dennoch bist du nicht weniger Wert, nur weil du Arbeitslosigkeit erlebt hast. Auch hier gilt also: Selbstbewusstsein beweisen und dem HR-Manager klarmachen, dass Arbeitslosigkeit nicht mit „faul auf dem Sofa liegen“ gleichzusetzen ist.

Bist du mit all diesen Tipps ausgestattet und die Gehaltsverhandlung läuft dennoch nicht so wie erwartet, ist das noch kein Grund die Segel zu streichen. Denn nicht immer muss es Geld auf dem Konto sein, das eine Stellung bei einem Unternehmen angenehm macht.

Alternativen zum Geld

Besonders bei größeren Firmen locken interessante und durchaus lukrative Alternativen zum Geld. Wie wäre es beispielsweise mit einer betrieblichen Altersvorsorge oder vermögenswirksamem Sparen, damit die Rente dir später gerade nach einem langen Studium nicht die Tränen in die Augen treibt? Auch ein Firmenwagen, den du in der Freizeit nutzen darfst, kann ein guter Ausgleich sein. In der Regel wird dieser nur Arbeitnehmern in höheren Positionen zugesprochen, aber so manches Unternehmen hat auch schon vielversprechenden Trainees diesen Vorteil gewährt.

Es muss aber nicht immer etwas materielles sein. Du könntest zum Beispiel auch verhandeln, an zwei von fünf Tagen in der Woche im Homeoffice zu arbeiten. Manche Studien beweisen ohnehin, dass genau dieser Mix dich am produktivsten sein lässt.

Wie auch immer deine Gehaltsverhandlung ausgeht: denk dran, dass du stets nachverhandeln kannst. Zum Beispiel, wenn die Probezeit vorbei ist, deine Erfahrung wächst oder du einige Projekte bereits erfolgreich abgeschlossen hast. Lasse das am besten freundlich aber bestimmt im Bewerbungsgespräch anklingen, wenn du meinst, dass man dich zu sehr runtergehandelt hat.

Was sind deine Tipps für eine erfolgreiche Gehaltsverhandlung? Und hast du schon einmal einen Job abgelehnt, weil er einfach nicht gut bezahlt war? Erzähle es uns in den Kommentaren.

Quelle: Bewerbung.com

Über Linda Ewaldt

Linda Ewaldt

Linda Ewaldt hat in Hamburg Germanistik und Psychologie studiert und danach Redaktionsluft in kleinen Startups und großen Unternehmen geschnuppert. Seither ist sie freiberuflich tätig und ihre Spezialgebiete sind Karriere und Gesundheit. Am liebsten schreibt sie für OnlineMarketing.de Artikel, die beides miteinander verbinden.

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