Viele Entrepreneure setzen ihr Unternehmen in den Sand – ihre Fehler sind vermeidbar

Diese Probleme erscheinen oft banal, brechen aber besonders Startups schnell das Genick. Umso wichtiger ist es zu wissen, wie sie sich umgehen lassen.

Entrepreneure können Fehler vermeiden, © rawpixel - Unsplash

Ein Unternehmen aufzubauen ist ein Abenteuer und immer mit Risiken verbunden. Zu oft liest man von Entrepreneuren, die an ihren Vorhaben scheitern, was zur Kurzlebigkeit vieler Startups führt. Doch wieso ist das so? Der Markt heutzutage ist ein hartes Pflaster und es gibt immer mehr Gründer. Doch nicht nur deshalb ist es schwer, sich als Unternehmen zu etablieren. Oft scheitern Entrepreneure an anderer Stelle – weil sie leicht vermeidbare Fehler begehen. Welche das sind und wie du sie umgehen kannst, zeigen die folgenden Beispiele:

1. Sich auf zwei Projekte gleichzeitig konzentrieren

Die meisten Entrepreneure schäumen über vor Ideen und würden am liebsten jede davon schnellstmöglich umsetzen. Doch genau das ist häufig ein Grund fürs Scheitern. Denn arbeitest du zu Beginn an zwei großen Projekten oder Produkten, erhalten beide nur einen begrenzten Teil deiner Aufmerksamkeit. Fehler passieren und das Potenzial der Idee wird nicht voll ausgeschöpft. Wie schon Konfuzius sagte: „Derjenige, der zwei Hasen gleichzeitig jagt, wird keinen davon fangen.“ Versuche also einen Schritt nach dem anderen zu machen. Konzentriere dich zunächst auf ein Projekt, eine Dienstleistung oder ein spezielles Produkt. Am wichtigsten ist es, dein Unternehmen glaubwürdig darzustellen. Werde bekannt als Experte auf einem bestimmten Gebiet und etabliere dich – danach kannst du deine Spannweite vergrößern.

2. Kleinen Fehlern keine Aufmerksamkeit schenken

Ein fehlendes Komma oder ein Buchstabendreher auf der Website, eine kaputte Verlinkung oder eine einzige negative Bewertung eines Kunden – diese kleinen Probleme werden schnell als unwichtig abgetan. Doch „klein“ bedeutet nicht automatisch „nicht von Bedeutung“. Sammeln sich die winzigen Probleme an, entsteht schnell ein ganzer Haufen. So kann es sein, dass immer weniger Acht auf korrekte Rechtschreibung und Grammatik gegeben wird, wodurch der komplette Webauftritt deines Unternehmens zerstört und unglaubhaft werden kann. Und eine schlechte Bewertung kann zu weiteren führen, wenn man die angesprochenen Kritikpunkte nicht ernst nimmt. Denn nicht alles negative Feedback stammt von kleinlichen, übertrieben peniblen Kunden, die provozieren wollen. Oft können solche Bewertungen dir tatsächlich neuen Input und eine andere Sichtweise auf dein Produkt geben. Nimm also auch die scheinbar banalen Fehler und Probleme für voll – bevor sie deinem Unternehmen schaden.

3. Die falschen Probleme lösen – oder schaffen

Mit diesem Punkt haben auch große Unternehmen, öffentliche Organisationen und vor allem die Politik zu kämpfen. Umso wichtiger ist es, dass du als frischer Entrepreneur nicht in dieselbe Falle tappst. Anstatt sich zunächst den bedeutsamsten Problemen zu widmen, welche einem Unternehmen am meisten schaden, werden zuerst kleinere Fehler behoben. Keine Frage, auch dies ist wichtig, wie im vorherigen Punkt beschrieben. Doch was bringt dir eine fehlerfreie Werbeanzeige, wenn du damit kaum Kunden erreichst? Du musst also lernen zu priorisieren. Hinzu kommt, dass manchmal Probleme gelöst werden, die es vorher gar nicht gab. Auch dadurch werden die wirklich entscheidenden Schwierigkeiten deines Unternehmens außer acht gelassen. Ein gutes Beispiel dafür bietet der folgende Comic:

4. Den Investoren ohne Prototyp entgegen treten

Eine Präsentation ist schnell gemacht, kostengünstig und vor allem kann man eines: sein gegenüber mit seinen Worten einlullen. Doch oft reichen schöne Formulierungen nicht aus, um einen Investor von deiner Idee zu überzeugen. Erzählen kannst du viel: Dein Produkt fehle auf dem Markt, Millionen von Menschen würden danach suchen, du rechnest mit hohen Umsätzen schon im ersten Jahr nach dem Launch. Doch die meisten Investoren möchten mehr als Versprechungen, sie möchten etwas Greifbares. Erscheine zum Gespräch also im besten Fall mit einem Prototyp, denn Idee und Umsetzung sind oftmals zwei völlig verschiedene Sachverhalte. Der erste Entwurf muss für diesen Fall auch nicht perfekt sein. Aber etwas in den Händen zu halten, überzeugt die meisten Investoren eher als schöne Worte. Dies bestätigt auch Venture Capitalist John Rampton:

A great idea is one thing. Making it a reality is another. I personally need to see some sort of working prototype.

5. Zu verschlossen gegenüber Kompromissen und Abweichungen sein 

Du bist vollkommen überzeugt von deinem Konzept und gehst davon aus, damit zum Erfolg zu gelangen? Gut. Behalte jedoch im Kopf, dass egal wie durchdacht dein Businessplan ist, es immer zu Änderungen und Abweichungen kommen wird. Genau diesen musst du offen gegenüberstehen. Funktioniert etwas nicht wie geplant, musst du als Entrepreneur in der Lage sein umzudenken und einen neuen Weg zu gehen, auch wenn du dafür deinen Stolz hinter dir lassen musst. Unflexibel zu sein kann deinem Unternehmen das Genick brechen. Deshalb ist eine hohe Kompromissbereitschaft unabdingbar. Auch die erfolgreichsten Entrepreneure der Welt standen einst vor zahlreichen Problemen und mussten vom ursprünglichen Plan abweichen. Tue das auch, um dein Unternehmen zum größtmöglichen Erfolg zu führen.

6. Die Bedeutsamkeit kaufmännischer Kenntnisse unterschätzen

Entrepreneure haben nicht zwingend BWL studiert, sondern sind oft Quereinsteiger. Ihnen schießt eine innovative Idee in den Kopf und sie beschließen ein Unternehmen zu gründen. Doch eine gute Idee ist kein Garant für Erfolg. Und was so banal erscheint, stürzt viele Unternehmen in den Ruin: das Fehlen kaufmännischer Grundkenntnisse. Buchhaltung, Kosten- und Leistungsrechnung, Marketing, Steuern, Bilanzen, et cetera – ohne all das kannst du kein Unternehmen führen. Dabei ist es nicht einmal schwierig, dein Defizit bei diesen Kenntnissen auszugleichen. Du musst nicht extra BWL studieren. Oft reicht es aus, Abendkurse oder Weiterbildungen zu besuchen, um die Basics zu lernen. Wächst dein Unternehmen, kannst du natürlich Spezialisten für die verschiedenen Bereiche einstellen. Doch trotzdem musst auch du einen Überblick über Finanzen und Co. behalten. Schließlich bist du als Entrepreneur für dein Unternehmen, aber auch die Angestellten verantwortlich. Und nichts ist schlimmer, als deine Mitarbeiter am Ende des Monats nicht bezahlen zu können.

Einige der aufgelisteten Fehler erscheinen beim Lesen vielleicht banal und logisch vermeidbar. Doch trotzdem sind es genau diese, die oft gemacht werden und Unternehmen dementsprechend schaden. Möchtest du also ein Startup gründen oder leitest vielleicht schon eines, dann nimm dir diese Punkte zu Herzen. Das gilt zum Teil übrigens auch für bereits etablierte Firmen. Denn kleine Fehler können immer und jedem passieren. Und es wäre unglücklich, wenn diese den Erfolg eines Unternehmens drosseln oder es gar ganz zerstören.

Über Michelle Winner

Michelle Winner

Nachdem Michelle Winner Erfahrungen in einer Lokalzeitung und im Eventbereich gesammelt hat, unterstützt sie nun seit 2017 die Redaktion und schreibt für das OnlineMarketing.de Karrieremagazin über Themen rund um den Büroalltag.

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