Arbeit mit Influencern: Die Anforderungen an Influencer Marketing Manager

Der Influencer Trend hat zu einem wachsenden Bedarf an Influencer Marketing Managern geführt. Doch was sind die täglichen Aufgaben dieser relativ neuen Disziplin und welchen Herausforderungen müssen sich die Manager stellen?

© BCGMAGAZINE | Unsplash

Influencer Marketing hat sich als fester Bestandteil im Marketing-Mix vieler Unternehmen etabliert. Die wachsende Beliebtheit der Disziplin hat nicht nur zu einer Verbreitung von sogenannten Influencer Agenturen geführt. Auch die Nachfrage nach Influencer Marketing Managern hat sich um ein Vielfaches erhöht.

Nachfrage nach Influencer Marketing Managern steigt um 270 %

Aus einem Bericht der Metajobsuchmaschine Joblift geht hervor, dass der Bedarf an den sogenannten Influencer Marketing- oder auch Relations Managern im vergangenen Jahr um satte 270% gestiegen ist. Zwar ist die Zahl der ausgeschriebenen Stellen mit 113 marginal im Vergleich zur Gesamtanzahl. Doch das starke Wachstum gegenüber dem Vorjahr lässt darauf schließen, dass der Trend auch weiterhin Aufwind erfahren wird. Insbesondere bei Kommunikationsagenturen (15 Stellenanzeigen), Unternehmen aus der Modebranche sowie der Ernährungs- und Gesundheitsindustrie (jeweils 11 Stellenanzeigen) besteht anscheinend wachsender Bedarf an Influencer Managern.

Natürlich ist der Job ansich nichts Neues. Allerdings haben sich mit der Bezeichnung auch die Anforderungen geändert, die sowohl Rückschlüsse auf die Rolle als auch Definition des Influencern Marketings zulässt. So sieht das Spektrum folgende Aufgaben vor:

Aufgabenprofil von Influencer Marketing Managern. © Joblift

Nur 21 Stellenanzeigen listen das Binden der Influencer an die Marke auf. Dieser Punkt deutet darauf hin, dass der Fokus auf einer kurzfristigen Zusammenarbeit liegt, statt auf dem Aufbau nachhaltiger Beziehungen. Hier sollten Unternehmen und Agenturen mit einem Umdenken beginnen. Denn eine einmalige oder wenigstens kurzfristige Zusammenarbeit wirkt sich schnell negativ auf die Glaubwürdigkeit eines Influencers aus. Eine langfristige Bindung eines passenden Meinungsmachers ist in den meisten Fällen für beide Seiten der bessere Deal.

Relevanz der Sozialen Netzwerke

Die Sozialen Netzwerke betreffend, legen Unternehmen am meisten Wert darauf, dass die Aufmerksamkeit druch die Influencer auf Instagram gelenkt wird, doch auch die anderen großen Plattformen sind marketingrelevant:

Marketingrelevanz der populärsten Plattformen.

Pinterest kommt mit nur neun Nennungen eine eher untergeordnete Rolle zu.


… und was macht ein Influencer Marketing Manager wirklich? 

Wie treffen die obigen Erkenntnisse in der Realität zu? Wir haben Caroline Reimer, Influencer Marketing Managerin bei GLOSSYBOX, zu ihrem Joballtag und Erfahrungen in diesem, doch relativ neu erschlossenen, Bereich befragt.

OnlineMarketing.de: Wie würdest du den Beruf Influencer Marketing Manager in 3 Sätzen beschreiben? 

Caroline Reimer: Als Influencer Marketing Manager bist du PR-, Marketing- und Eventmanager in einer Person. Ich bin nicht nur für die Planung von Kampagnen, Kooperationen und Events zuständig, sondern auch für die Umsetzung und Auswertung aller Influencer Aktivitäten bei GLOSSYBOX. Zudem bin ich die Ansprechpartnerin für Marken, Agenturen und natürlich Influencer und stehe in engem Austausch mit ihnen, um neue Ideen und Projekte auszuarbeiten.

Worin liegt der Reiz als Influencer Marketing Manager tätig zu sein?

Das Influencer Marketing steht für mich noch am Anfang und ist somit ein nahezu unbeschriebenes Blatt, das ich mitgestalten kann. Statt Pionieren und Vorbildern nachzueifern und Best Practises zu imitieren, kann ich hier noch aktiv auf die Zukunft des Influener Marketings Einfluss nehmen. Außerdem ist es ein sehr kommunikativer Beruf, da man nahezu täglich mit Influencern und Marken in Kontakt steht und so auf beiden Seiten wertvolle Einblicke bekommt.


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Welche Eigenschaft hilft dir in deinem Job am meisten? Warum?

Es hilft ungemein, wenn man flexibel ist und keine Scheu davor hat neue Dinge auszuprobieren. Der Bereich Influencer Marketing ist noch sehr jung und daher gibt es keine fest getretenen Pfade, denen man blind folgen kann. Deswegen ist eine Offenheit gegenüber Neuem dringend notwendig, um sich im Influencer Marketing langfristig zu etablieren und den Anschluss nicht zu verlieren.

Wie schätzt du die Karriereaussichten für diesen Beruf ein? Wie siehst du den Bedarf in zwei Jahren?

Auch wenn aktuell oft von einer bald platzenden Blase die Rede ist, wird sich der Beruf des Influencer Marketing Manager nach und nach in vielen Unternehmen etablieren. Wird Influencer Marketing momentan noch oft an Agenturen ausgelagert, werden in Zukunft viele Unternehmen ähnlich wie GLOSSYBOX eigene Stellen schaffen, um Aktivitäten besser kontrollieren und Influencer enger an sich binden zu können. Daher wird die Nachfrage nach erfahrenen Influencer Marketing Managern noch weiter steigen.

Als Influencer Manager pflegt Caroline Reimer auch den Kontakt zu Meinungsmachern. Hier zu sehen mit Bloggerin Nisi von teetharejade.com.

Worin siehst du die größten Herausforderungen und die größten Chancen im Beruf des Influencer Marketing Managers?

Die größte Herausforderung liegt für mich oft darin, die Investition in nachhaltige Influencer Relations zu rechtfertigen. Einerseits, weil sie sehr viel Zeit kostet, andererseits weil die Ergebnisse erst mittel- bis langfristig sichtbar werden. Viel zu oft wird gedacht, dass man sich Influencer ja trotzdem einkaufen muss und ein Beziehungsaufbau daher nicht wichtig ist.

Als Influencer Manager hat man die Chance den Erfolg und das öffentliche Image eines Unternehmens entscheidend mitzugestalten. So kann ein Influencer Manager mit seiner Arbeit nicht nur im Anfangsstadium entscheidend zum Aufbau der Brand Awareness beitragen, sondern auch viele Jahre später beispielsweise einen Imagewandel unterstützen oder sogar herbeiführen.

Zum Abschluss: Welche Tipps würdest du Leuten geben, die deine Position anstreben?

Um im Influencer Marketing erfolgreich zu sein, sollte man die Erwartungshaltung beider Seiten kennen: die des Unternehmens und die des Influencers. Das heißt nicht unbedingt, dass man selbst bloggen muss – aber es hilft definitiv dabei zu verstehen, warum Unternehmen und Influencer oft eine scheinbar unterschiedliche Sprache sprechen.

Vielen Dank für das Interview!


Influencer Marketing professionalisiert sich

Es handelt sich beim Influencer Marketing um eine relativ neue Disziplin, die einem ständigen Wandel unterliegt und sich noch nicht richtig ausdifferenziert hat. Dass es sich dabei jedoch lediglich um eine Blase handelt, ist sehr unwahrscheinlich – trotz alldem wird sich die Disziplin in den kommenden Jahren weiter verändern und professionalisieren. Influencer Manager sollten sich nicht nur mit den Mechaniken und dem Einfluss Sozialer Medien auskennen. Auch ist ein Händchen für die richtige Auswahl der Meinungsmacher für bestimmte Einsatzgebiete sowie für die Kontaktpflege unabdingbar. Auch sollten sie mit den Dynamiken des Webs und aktuellen Trends vertraut sein, um Kampagnen zum Erfolg zu verhelfen.

Über Tina Bauer

Tina Bauer

Studierte Sozialwissenschaftlerin mit Hang zu Online und Marketing. Seit 2014 als Redakteurin & Content Managerin bei OnlineMarketing.de.

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