Alles leere Versprechungen: Was du tun kannst, wenn du auf den falschen Job hereingefallen bist

Wenn die so gut angepriesene Jobposition nur Schall und Rauch ist, ist es an der Zeit für dich, aktiv zu werden. Wir verraten dir wie.

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Es gibt Jobinterviews, nach denen du mit einem guten Gefühl nach Hause kommst. Und es gibt solche, bei denen du förmlich vor Euphorie sprühst. Großartige Kollegen, spannende, herausfordernde Aufgaben, Vorgesetzte, die nah an ihren Mitarbeitern dran sind und natürlich einzigartige und voranbringende Karrierechancen erwarten dich. Hast du den Traumjob dann, erwartest du sehnsüchtig den ersten Tag – und auf diesen folgt die Ernüchterung. So hat es beispielsweise auch Jaclyn Westlake erlebt, die ihre Erlebnisse auf Mashable schildert. Was kannst du tun, wenn der vermeidliche Traumjob sich zum Albtraum entwickelt?

Durchatmen und Erwartungen überprüfen

Wenn du so bist wie ich und viele andere, die einfach Lust auf Karriere haben, dann gehst du voller Elan zur Arbeit und freust dich schon, heute etwas erreichen zu können. Tagesziel: Rechtschaffend müde und glücklich nach Hause kommen, mit ein paar guten Erfolgserlebnissen im Gepäck und um einige Erfahrungen reicher. Allerdings sind die meisten Stellen eben für Menschen ausgelegt, die erst einmal ankommen und sich akklimatisieren müssen. Von daher gilt: durchatmen, die eigenen Erwartungen überprüfen und gegebenenfalls herunterschrauben. Nur weil du am ersten Tag oder in der ersten Woche zum Aktensortieren und Telefonieren abgestellt wirst, bedeutet das nicht, dass deine gesamte Jobzeit in deinem Wunschunternehmen so laufen wird. Vielleicht ist dein Vorgesetzter gerade im Urlaub und du kommst daher später an deine offiziellen Aufgaben. Solltest du dich aber nach einer Woche noch immer wie im falschen Film fühlen, scheue dich nicht, das Gespräch mit deinem Vorgesetzten zu suchen und noch einmal über die Arbeit und die Arbeitsbereiche mit ihm zu sprechen.

Wirklich reingefallen? Dann raus da!

Auch wenn du offen für anderes bleibst und dir Zeit gibst, dich in einem neuen Unternehmen wohl zu fühlen und dich zu integrieren ändert sich nichts? Dann wird es höchste Zeit, dich tatsächlich nach einem anderen Job umzusehen. Grundsätzlich ist es immer leichter, sich aus einer vorhandenen Position heraus zu bewerben, als aus der Arbeitslosigkeit heraus. Natürlich solltest du aber vermeiden, deine Unzufriedenheit im aktuellen Job in einer neuen Bewerbung zum Ausdruck zu bringen. Vielleicht hast du vorher andere Jobangebote ausgeschlagen. Es schadet nichts, nach diesen Unternehmen noch einmal vorsichtig die Fühler auszustrecken. Schreibe beispielsweise etwas wie: „Inzwischen hatte ich Zeit, länger über ihr Angebot nachzudenken. Während ich zuvor dachte, dass eine andere Stelle besser zu mir passt, konnte ich nun feststellen, dass ich mich aufgrund von [Gründen] besser positionieren kann und mein Potential Ihnen sehr nützlich ist. Sollte die Stelle also noch unbesetzt sein, freue ich mich, wenn Sie mich noch einmal in Betracht ziehen.“

So oder so – unangenehme Fragen im Jobinterview wirst du dir bei diesen und bei anderen Jobangeboten gefallen lassen müssen. Sei ehrlich, ohne dabei ein schlechtes Licht auf deinen jetzigen Arbeitgeber zu werfen. Jobpositionen sind wie gute Laufschuhe: sie müssen passen und richtig unterstützen, um dir zu helfen, den Karriere-Marathon zu bewältigen.

Manchmal musst du vorzeitig die Reißleine ziehen

Die Jobhölle existiert und sie findet sich nicht selten da, wo du mit hochgegriffenen Jobversprechungen hingelockt wurdest. Merkst du, dass eine Stelle an deinen Nerven zerrt und du nicht mehr unbeschadet hier herauskommst, wenn du auch nur einen Tag länger bleibst, dann zieh die Reißleine. Depressionen und Boreout sind nichts, was du innerhalb von ein paar Tagen wieder los wirst und sie können in unglücklichen Arbeitssituationen entstehen. Merkst du, dass du mit Bauchschmerzen zur Arbeit gehst oder kannst du nachts nicht einschlafen, wenn du an den nächsten Tag denkst, dann musst du deiner Gesundheit zuliebe auch dann kündigen, wenn du noch keinen neuen Job hast. In der Regel hast du mindestens drei Monate Probezeit. In dieser Zeit kannst du ohne Angabe von Gründen von heute auf morgen deine Sachen packen. Zwar gehört es zum guten Ton, dem Arbeitgeber wenigstens zwei Wochen Zeit zu geben, dein eigenes Wohl geht jedoch immer vor. Ist dieses gefährdet, musst du in Deutschland übrigens auch keine Angst vor Sperrzeiten beim Arbeitsamt haben.

Lass es hinter dir

Häufig sind mangelnde Kommunikation oder Missverständnisse der Grund, wieso Jobs hinterher nicht so sind, wie sie scheinen. Solltest du aber berechtigte Gründe für die Annahme haben, dass du wirklich mit leeren Versprechungen in ein Unternehmen gelockt wurdest, hast du die Möglichkeit, rechtliche Schritte einzuleiten. Zumindest aber solltest du andere Mitbewerber vor dem Unternehmen warnen – zum Beispiel mit einer anonymen Arbeitgeberbewertung auf entsprechenden Portalen.

Anschließend gilt aber: Lass es hinter dir. Wenn du nur ein paar Wochen bei einem Unternehmen beschäftigt warst, musst du dieses nicht einmal in deinem Lebenslauf erwähnen. Es bringt nichts, darüber nachzudenken was schief gelaufen ist und was hätte besser laufen können. Stattdessen verwende deine Energie lieber auf das was kommt. Es wird besser. Versprochen!

Quelle: Mashable.com

Über Linda Ewaldt

Linda Ewaldt

Linda Ewaldt hat in Hamburg Germanistik und Psychologie studiert und danach Redaktionsluft in kleinen Startups und großen Unternehmen geschnuppert. Seither ist sie freiberuflich tätig und ihre Spezialgebiete sind Karriere und Gesundheit. Am liebsten schreibt sie für OnlineMarketing.de Artikel, die beides miteinander verbinden.

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