Die 5-Stunden-Regel: Wie uns das tägliche Lesen zum Erfolg führt

Bill Gates, Elon Musk und viele andere Geschäftsleute haben es vorgemacht: Bücher und Co. sind entscheidende Helfer beim Self-Improvement. Und durch ein simples Konzept kann jeder die Zeit finden sich weiterzubilden.

© Raj Eiamworakul - Unsplash

Nach einem anstrengenden Arbeitstag abzuschalten und die Füße hochzulegen, sei jedem gegönnt. Es gibt einfach diese Tage, an denen unser Elan nur noch für Essen, Netflix und Schlafen ausreicht. Jedoch sollte nicht jeder Arbeitstag damit enden. Strebt man Erfolg im Berufsleben an, ist es leider unabdingbar auch einen Teil der Freizeit zum Self-Improvement zu nutzen. Das tun zumindest die erfolgreichsten Menschen der Welt.

Bücher ebnen den Weg in Richtung Erfolg

Dass Lesen unser Leben tatsächlich verbessert, ist zugegeben keine neue Erkenntnis. So wurde in einer fünfjährigen Studie festgestellt, dass 86 Prozent der 200 befragten Self-Made-Millionäre lesen würden. Zum Kanon der Literatur zählen dabei aber nicht nur unterhaltsame Werke, sondern auch Fachliteratur zur persönlichen Weiterbildung. Choncé Maddox, Experte in Sachen Produktivität, rät deswegen:

It’s no secret that successful people read. The average millionaire is said to read two or more books per month. Read blogs, news sites, fiction and non-fiction during downtime so you can soak in more knowledge.

Doch viele Personen empfinden es als schwierig, zwischen Arbeit und Privatleben noch Zeit zum Lesen zu finden.  Auf den ersten Blick kann ein dickes Buch abschreckend wirken. Doch das Ziel sollte nicht sein, den Wälzer innerhalb von zwei Tagen zu verschlingen. Ein wenig Zeit für Lektüre findet sich im Normalfall immer, zum Beispiel auf dem Arbeitsweg mit öffentlichen Verkehrsmitteln, vor dem Schlafen oder eben auf der Toilette. Zudem zeigen die erfolgreichsten Menschen der Welt, dass selbst sie es schaffen: Warren Buffett, Oprah Winfrey, Elon Musk, Mark Cuban und Jack Ma sind alle fleißige Leser. Barack Obama behauptet sogar, dass Bücher ihm geholfen haben, die Präsidentschaft zu überstehen und Bill Gates meint, dass das Lesen schon seit der Kindheit sein effektivstes Lernmittel sei. Doch wie schaffen diese Menschen Platz in ihren vollen Terminkalendern?

Infografik: Lieber Fernsehen als Sport | Statista

Die 5-Stunden-Regel macht’s möglich

Michael Simmons, Gründer von Empact, führte das simple Konzept als erster ein. Es geht darum eine Stunde am Tag, beziehungsweise fünf Stunden pro Woche, zur bewussten Weiterbildung zu nutzen. Simmons führt das Prinzip zurück auf Benjamin Franklin:

Throughout Ben Franklin’s adult life, he consistently invested roughly an hour a day in deliberate learning. I call this Franklin’s five-hour rule: one hour a day on every weekday.

Zu Franklins Weiterbildung gehörte unter anderem das tägliche Lesen und Schreiben. Er verfasste sogar Ratgeber dazu, wie man Erfolg und Reichtum durch harte Arbeit erlangt. Zu seinen täglichen Ritualen gehörten außerdem Selbstreflexion und Treffen mit einem Club handverlesener Menschen, die ebenfalls sich selbst und die Gemeinschaft, in der sie lebten, verbessern wollten. Doch zur Umsetzung der 5-Stunden-Regel muss man nicht so ambitioniert wie Benjamin Franklin vorgehen. Das Konzept lässt sich in drei Schritte aufteilen:

1. Lesen

Wir haben inzwischen verstanden, wie bedeutend das Lesen für den persönlichen und beruflichen Erfolg ist. Zunächst muss man sich jedoch überwinden. Das geht am besten, indem man mit 20 bis 30 Minuten pro Tag startet und sich dann auf eine Stunde hocharbeitet. Auditive Lerner können übrigens auch zu Hörbüchern greifen, die man ebenfalls auf dem Weg zur Arbeit oder in Wartezimmern nutzen kann. Und genauso hat Elon Musk zum Beispiel durch das Lesen gelernt, wie man Raketen baut. Zumindest im Ansatz. Der Alibaba-Mitgründer Jack Ma sagt außerdem: „Reading can give you a good head start; this is often what your peers cannot obtain. Compared to others, readers are more likely to know other industries‘ strategies and tactics.“

Infografik: Deutsche lesen gerne - auch dicke Wälzer | Statista

2. Reflektieren

Doch die tägliche Stunde muss nicht komplett zum Lesen genutzt werden. Die (Selbst-)Reflexion ist genauso wichtig. Dies kann auf mentaler Ebene geschehen oder in Form eines Tagebuchs. Wichtig ist es nur, dass man versucht Erfolge und besonders Misserfolge zu erfassen und analysiert, wieso man gescheitert ist. Nur so kann man es in der Zukunft besser machen. Empfohlen wird sich täglich auf zwei bis drei Fragen zu konzentrieren. Bezieht man sich auf die zuvor gelesene Lektüre, kann gefragt werden, wie sich die Theorie auf das eigene Unternehmen anwenden lässt. Oder man überlegt sich anhand eines vergangenen Projekts, was daraus mitzunehmen ist und was hätte anders laufen sollen.

3. Experimentieren

Experimente bringen uns und unsere Gesellschaft weiter nach vorne. Dabei muss nicht die komplette Unternehmens- oder Lebensstruktur neu erfunden, sondern getestet werden, was zu einem passt. Neue Hilfsmittel zum Self-Improvement, zum Beispiel das Führen eines Schlaftagebuchs oder Wege, um weniger Zeit zu vergeuden, können mit wenig Aufwand ausprobiert werden. Und auch im eigenen Unternehmen muss das Experimentieren nicht zeitintensiv und kompliziert sein. Es kann einfach versucht werden, kleine Änderungen in den täglichen Abläufen vorzunehmen. Am Ende muss man nur reflektieren, ob die neue Methode effektiv wirkt oder alles verkompliziert. Jack Ma empfiehlt zudem noch, dass das Gelesene immer an echten Scenarios getestet wird.

After reading a book about collaboration and teamwork, you could take on new volunteer work to put that knowledge to use.

Täglich an sich zu arbeiten ist also doch nicht so schwer, wie die Meisten vielleicht denken. Und der Erfolg der hier genannten Geschäftsleute sollte Beweis genug sein, dass die 5-Stunden-Regel eine Chance verdient. Sollte das Konzept nun doch gar nicht zum eigenen Leben passen, dann hat man immerhin wieder etwas Neues für sich selbst gelernt.


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Über Michelle Winner

Michelle Winner

Michelle Winner studiert Anglistik und Germanistik an der Uni Hamburg. Nachdem sie in einer Lokalzeitung und im Eventbereich Erfahrungen gesammelt hat, unterstützt sie nun seit 2017 die Redaktion und schreibt für das OnlineMarketing.de Karrieremagazin über Themen rund um den Büroalltag.

12 Gedanken zu „Die 5-Stunden-Regel: Wie uns das tägliche Lesen zum Erfolg führt

  1. Lion Rock

    Der Artikel ist durchdacht und insprierend, vielen Dank dafür!
    Dass es hier nicht um die banale Erkenntnis geht, dass man durch Lesen etwas lernen kann, dürfte jedem schnell klar werden. Der Fokus liegt woanders: Nicht sich irgendein Faktenwissen aneignen, sondern sich selbst verstehen lernen und an sich arbeiten. Das ist etwas völlig anderes als ein Sachbuch oder einen Roman zu lesen. Hier geht es um harte Arbeit, nämlich auf Basis von Erkenntnissen anderer sich zu überlegen, wie uns das selbst weiterbringen könnte. Und das tut es nur, wenn wir diese Erkenntnisse nicht nur passiv aufnehmen, sondern aktiv darüber nachdenken und basierend darauf an uns arbeiten. Und meines Erachtens gibt es diese Hinweise in unserer Gesellschaft bei weitem noch nicht genug. Die Beispiele der wenigen und nicht aus Europa stammenden, erfolgreichen Geschäftsleute zeigen, dass die meisten hierzulande noch sehr viel Luft nach oben haben…

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  2. Jojo

    Immer diese schreckliche Selbstoptimierung. Ist das der neue Wahn/Trend/whatever aus den USA, den jetzt jeder mitmachen muss? Etwa so, wie der Superfood-Wahn etc.?
    Die Zwanghafte Dauerselbstoptimierung führt bei 95% der Leute sicherlich eher dazu, dass das Leben nur noch aus Stress, Leistungsdruck und pseudo-Erfolgswahn besteht, was im Endeffekt zu noch schneller zunehmenden Zahlen an Depressionen führt (und damit die gesamte Selbstoptimierung zu einer Selbstdestruktion macht).
    Wieso nicht einfach das Leben genießen? Dann hat man doch erst recht geistigen Spielraum, um in toughen Situationen mit Stress und Leistungsdruck umzugehen.

    Antworten
    1. Lion Rock

      Der Begriff „Selbstoptimierung“ trifft m.E. nicht gut, um was er der Autorin geht. Es geht darum, überhaupt irgendwie an sich zu arbeiten, das kann eben auch sein, sich weniger auf Hochleistung zu trimmen, sondern z.B. entspannter zu werden. Oder mehr zu tun, was einem selbst nützt und nicht so sehr anderen. Je nachdem, zu welchem Extrem man gerade neigt, kann das Arbeiten an sich selbst darin bestehen, dieses Extrem zu reduzieren.
      Und das „Zwanghafte Dauer-“ voranzustellen, ist nichts weiter als ein rhetorisches Foulspiel. Damit kann man jeden positiven Begriff ins Negative ziehen, ohne auch nur ein einziges Argument gebracht zu haben. Beispiel: Das Leben genießen ist sicherlich toll, aber dieses zwanghafte Dauer-Leben-genießen ist bestimmt irgendein Wahn aus den USA, den jetzt jeder mitmachen muss.

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    2. Tina BauerTina Bauer

      Liebe/r Jojo,

      das kann ja zum Glück jeder selber halten, wie er mag. :)

      Besten Gruß
      Tina

      Antworten
  3. Jemand der Kommentare lesen kann

    Come on dude, so n krasses Kommentar, die Authorin ist noch frisch im Metier

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  4. Anke

    Ein schöner Artikel. Kompliment. 5 Stunden in der Woche sind einfach zu schaffen.
    Das funktioniert tatsächlich und macht Spaß. Ohne besonders großen Aufwand bringt den Erfolg die Zeit. Das ist doch schön und gut zu wissen. Besonders toll ist es, dass dieses Konzept auch für Faulpelze
    geeignet ist. Man muss einfach nur diese Regel befolgen und lange dabei bleiben, dann stell sich automatisch der Lernerfolg ein. Probiert es!

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  5. zufriedener Leser

    An die Kritiker:

    – Eine gute Strategie muss nicht kompliziert sein, um zu funktionieren
    – Es gibt verschiedene Strategien, mit denen man erfolgreich sein kann – diese hier ist nur eine davon
    – Die Technik macht sicher nicht jedem Spaß und ist daher wahrscheinlich auch nicht für jeden etwas – wahrscheinlich ist es eher etwas für introvertierte Menschen mit einem hohen Maß an Selbstdisziplin

    Ich fand es jedenfalls eine interessante Anregung und danke für den Artikel.

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  6. Drik

    Benjamin Franklin war Freimaurer. Nicht, dass hieran etwas schlimm wäre.

    Dies noch irgendwie zu erklären, ohne den Faden des Artikels zu verlieren hätte zu weit geführt; Klippe schön umschifft :)

    Auch wenn das Thema tatsächlich bekannt ist und in dieser oder ähnlicher Form immer wieder einmal auftaucht: Schön geschriebener Artikel, nicht langweilig, nicht trocken und die 5-Stunden-Regel war mir bisher unbekannt, werde künftig mal drauf achten.

    Grüße

    Antworten
  7. Tobi

    Etwas zu wissen und etwas bewusst zu wissen, sodass man dies auch verwendet, sind zwei völlig unterschiedliche paar Schuhe. Das die Idee nicht neu ist, hat die Autorin geschrieben! aber sie hat es geschafft, zumindest bei mir, es wieder bewusst werden zu lassen und eine Mutivation zu erschaffen, auf der Grundlage der sicher sorgfälltig gewählten Erklärungen sowie Beispiele, mich wieder häufiger mit mir und dem Bewussten Weiterbilden zu beschäftigen.

    Manchmal braucht der Mensch halt ein kleinen Impuls – Erinnerung um gewisse gut Dinge zu machen und da ist so ein Artickel genau richtig….

    Zudem sollte man generell nach der Maxime leben, hat man nix gutes zu sagen, sollte man lieber nix sagen!

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  8. Jemand, der lesen kann!

    Der Zufall hat mich über diesen Artikel stolpern lassen. Und ich bin fasziniert: Die Erkenntnis daraus, „Lesen macht schlau“, ist wahrscheinlich so alt wie das geschriebene Wort selbst und jeder Grundschüler dürfte im Laufe seiner Karriere schon einmal darüber gestolpert sein. Dennoch gelingt es der Autorin, die elementarste Kulturtechnik, die der Mensch kennt, als großes Erfolgsgeheimnis der Reichen und Mächtigen darzustellen. Dazu ein, zwei Statisitiken zur Mediennutzung und Freizeitgestaltung der Deutschen herbeizitiert, um den Aussagewert des Artikels ein bisschen weniger armselig erscheinen zu lassen. – Fertig ist ein weiteres journalistisches Endprodukt ohne einen wirklichen, informativen Inhalt.
    Ich fühle mich nach dem Lesen dieses Artikels jedenfalls nicht „improved“. Ich habe davon jetzt Kopfschmerzen.

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    1. Dieter

      Wieso so einen polemischen Kommentar zu einem gut geschriebenen Artikel verfassen, der weitaus weniger aussagt, wie der Artikel selber, der gut gemeint und vor allen Dingen gut geschrieben ist…?

      Dass Lesen bildet ist tatsächlich nichts Neues ;-)

      Aber wie man das tägliche Lesen in einen Tagesablauf voller Streß, Erwartungen und Verpflichtungen integrieren kann, darum geht es doch!
      Und dass Lesen auch heute noch elementar wichtig ist, auch das gilt es hervorzuheben!

      Wenn man sich anschaut, wieviele und was Schüler heute noch neben der Pflichtlektüre in der Schule lesen, und wo das Ganze hinführen wird, dann ist es allemal wichtig, auf die lebenslange (Fort-)bildung auch im Erwachsenenalter hinzuweisen!

      Deshalb: von mir gibt es für diesen guten Artikel alle Daumen hoch!!!

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    2. Michelle

      Das erinnert mich wirklich sehr an meine Schulzeit und Hausaufgaben machen:

      Aufgabe lesen und verarbeiten, refektieren wie man den Text verstanden hat und die Auswertung/ Experiment folgt dann am nächsten Tag in der Klasse. Gelernt habe ich damal auf jeden Fall etwas ;-)

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