5 Dinge, die du in Jobinterviews unbedingt wissen willst, aber nicht fragen darfst

Vorsicht, Fettnäpfchen. Wir verraten dir fünf verbotene Fragen in Bewerbungsgesprächen, die eigentlich jedem unter den Nägeln brennen.

© Flickr / Mateus Lunardi Dutra, CC BY 2.0

„So, Frau XY, haben Sie noch Fragen an mich oder das Unternehmen?“ Wenn du diesen Satz in einem Jobinterview hörst, atmest du vielleicht erleichtert auf. Der Stress lässt nach, Ziel und Ausgang rücken näher. Unerfahrene machen hier schnell den Fehler, aus Höflichkeit nichts zu fragen, weil sie ihrem Gesprächspartner signalisieren wollen, dass er alles gut gemacht hat und keine Fragen offen geblieben sind. Wieder Andere stellen genau die falschen Fragen. Welche das sind, das hat Jacquelyn Smith für den Business Insider zusammengestellt. Eines vorweg: Es sind leider genau die Fragen, die dir in aller Regel dringend unter den Fingernägeln brennen.

No-Go Frage Nummer eins: „Was würde ich verdienen?“

Wir arbeiten nicht nur um glücklich zu sein, sondern auch, damit unser Konto lacht. Da ist die Frage nach dem Gehalt doch nur berechtigt, oder? Richtig. Dennoch solltest du deinem Gesprächspartner die Chance geben, dieses Thema von sich aus auf den Tisch zu bringen. Und du musst auf sie vorbereitet sein. Versuche vorher auf Vergleichsplattformen oder in guten Netzwerken ein Gefühl dafür zu bekommen, was du in welcher Position verlangen kannst – und pass auf, dass du dich keinesfalls unter Wert verkaufst. Verlangst du zu wenig, zweifelt dein Gegenüber vielleicht an deinen Fähigkeiten und entscheidet sich für jemand anderen. Verlangst du zu viel, katapultierst du dich gleich aus dem Rennen. Fazit: Sei informiert und vorbereitet, aber fasse das heiße Eisen nicht selbst an. Es sei denn, der Job rückt tatsächlich und ausdrücklich in greifbare Nähe.

Bloß nicht als Faulpelz gelten: „Bieten Sie flexible Arbeitszeiten an?“

Viele moderne Unternehmen, die es in ihrer Branche einrichten können, bieten inzwischen Gleitzeit. Fragst du aber nach flexiblen Arbeitszeiten, dann macht das auf deinen potentiellen neuen Arbeitgeber den Eindruck, als ob du den Feierabend täglich herbeisehnst. Keine Frage, eine geregelte Work-Life-Balance ist wichtig und sollte dir auch geboten werden. Frage aber nicht danach, das macht keinen guten Eindruck. Um deine Neugier zu diesem Thema dennoch zu befriedigen, eignen sich übrigens anonyme Arbeitgeber-Bewertungsplattformen wie Kununu sehr gut. Auch ein hilfreiches Indiz: Ein Blick in die Gesichter der Angestellten. Wirken diese müde, blass und gestresst, dann kannst du sicher sein, dass du hier verheizt wirst.

Vorteilssucher sind ungern gesehen: „Was sind die Vorzüge dieses Unternehmens?“

Bietet ein Unternehmen dir gute Vorzüge, wie zum Beispiel ein kostengünstiges Kantinenessen, eine firmeninterne Altersvorsorge oder gemeinsame Yogastunden mit den Kollegen, wird dein Gegenüber dies garantiert ansprechen. Fragst du jedoch selbst danach, so könnte das den Eindruck erwecken, dass du in einem Unternehmen nur deine Vorteile suchst. Gerade auf einem angespannten Arbeitsmarkt ist es jedoch für die Arbeitgeber besonders interessant, was du für sie tun kannst. Ein kleines „Aber“ kommt jetzt allerdings schon noch: Wenn ernsthaftes Interesse an dir als neuer Mitarbeiter gezeigt wird, dann kannst du natürlich diese Frage stellen, sollte ein Unternehmen diese nicht schon von sich aus geklärt haben.

Der Durchläufer: „Wie lange dauert es, bis ich befördert werde?“

Ehrgeiz in der Karriere ist super und sicher möchtest du diesen auch mit einer solchen Frage demonstrieren. Was jedoch bei deinem Gesprächspartner ankommen kann, ist: „Wann komme ich hier weiter oder kann mich wieder rausbewerben?“ Abgesehen davon, lässt sich diese Frage natürlich nur schwer beantworten. Wie schnell du befördert wirst, hängt von mehreren Faktoren ab, unter anderem deiner eigenen Leistung. Außerdem wurde die Stelle, auf die du dich beworben hast, nicht umsonst ausgeschrieben. Man braucht jemanden für genau diese Position – und nicht etwa für mehrere Stufen höher.

Mach deine Hausaufgaben, anstatt zu fragen: „Können Sie mir etwas über das Unternehmen erzählen?”

Unsere letzte No-Go Frage sollte sich eigentlich von selbst verstehen, aber hier noch einmal zur Sicherheit: Vor einem Bewerbungsgespräch ist es deine Aufgabe, dich über das Unternehmen schlau zu machen. Dazu gehört nicht nur, dass du die Website ausführlich liest, sondern auch aktuelle News aus der Branche im Hinterkopf hast. Frage daher nicht allgemein, sondern konkret. Zum Beispiel so: „Ich habe neulich in der Wirtschaftswoche gelesen, dass das Unternehmen zeitnah eine Expansion plant. Können Sie mir verraten, wo sich die Firma XY in etwa fünf Jahren sieht? Was sind die Langzeitziele?“ Das zeigt Interesse am Unternehmen und deiner Branche – und lässt dich gleich viel besser dastehen.

Hand aufs Herz: Hast du eine dieser No-Go Fragen schon einmal gestellt? Und durch welche besseren hast du sie inzwischen ersetzt? Verrate es uns in den Kommentaren.

Quelle: Businessinsider

Über Linda Ewaldt

Linda Ewaldt

Linda Ewaldt hat in Hamburg Germanistik und Psychologie studiert und danach Redaktionsluft in kleinen Startups und großen Unternehmen geschnuppert. Seither ist sie freiberuflich tätig und ihre Spezialgebiete sind Karriere und Gesundheit. Am liebsten schreibt sie für OnlineMarketing.de Artikel, die beides miteinander verbinden.

3 Gedanken zu „5 Dinge, die du in Jobinterviews unbedingt wissen willst, aber nicht fragen darfst

  1. anonymer_nutzer

    Prinzipiell kann man jede Frage stellen, die man möchte. Es gibt kaum NoGos, solange man eine Frage mit ernster Absicht formuliert. Vor allem würde ich nicht die Fragen, die im Artikel erwähnt wurden, als “No Go” bezeichnen. Im Endeffekt ist es ein geben und nehmen. Wenn ich merke, dass die Unternehmensvertreter auf meine Fragen nicht angemessen reagieren, dann weiß ich, dass ich da nicht arbeiten will.

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  2. Thomas

    Ich sehe das ähnlich wie Sebastian. Man sollte von Anfang an mit offenen Karten spielen. Wenn man aus bestimmten gründen flexible Arbeitszeiten benötigt, dann muss man das ansprechen. Genau wie beim Gehalt. Wann das Gegenüber dieses Thema nicht abscheidet muss ich es selber ansprechen. Dadurch zeigt man auch eine gewisse Art von Kompetenz und zeigt, dass man sich nicht unter Wert verkaufen will, denn gute Arbeit muss auch gut bezahlt werden.

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  3. Sebastian

    Also ich finde nicht, dass man die genannten Fragen pauschal als No-Gos abstempeln kann. Bei meiner letzten Bewerbung habe ich schon in der Bewerbung (Lebenslauf) darauf aufmerksam gemacht, dass ich Teilzeit-Alleinerziehender bin, und beim Gespräch auch darauf aufmerksam gemacht.

    Klar habe ich da schon im ersten Gespräch betont, dass ich auf Gleitzeit und zwei Tage Homeoffice angewiesen bin, da ich sonst mein Leben so nicht weiter managen könne…

    Fazit: Für Offenheit gelobt worden, Testaufgabe absolviert, Anstellung bekommen. Bin jetzt schon seit 1,5 Jahren als Produktmanager hier.

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