4 Grundprinzipien, die dein Team zum Team machen – und damit unschlagbar

Eine Gruppe aus Individualisten ist kein Team. Mit einfachen Schritten kannst du dies aber ändern. So erreichst du am Ende eine effiziente und innovative Zusammenarbeit.

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Was ist ein Team? Gute Frage, um ehrlich zu sein. An unseren Arbeitsplätzen werden Gruppen oft als Teams betitelt, doch sind sie das wirklich? Arbeiten in deinem Büro alle Personen Hand in Hand, unterstützen sich gegenseitig und haben dasselbe Ziel vor Augen? Oder seid ihr eine Gruppe Individualisten, die sich zwar Räumlichkeiten teilen, im Grunde aber alle eigene Ziele verfolgen und das eigene Wohlergehen an erste Stelle setzen. Letzteres trifft wohl öfter zu und das kann zum großen Problem für ein Unternehmen werden. Denn wer viel erreichen will, muss auf ein zuverlässiges Team setzen können. Um ein solches kreieren, setzt der Entrepreneur und ehemalige Navy SEAL Alden Mills auf vier Prinzipien, die eine Gruppe in ein Team verwandeln.

1. Teams beginnen als Pärchen

Durch seine Zeit bei der Navy hat Mills viel Erfahrung in Sachen Team Building. Und so setzt er an erster Stelle auf das „swim buddy“-Prinzip. Bei den SEALs ist es so, dass die Marinesoldaten zu Pärchen zusammengelegt werden und diese wiederum zu einer nächstgrößeren Einheit. Doch gerade dieses „Paaren“ von Mitarbeitern hat positive Effekte auf die Teamarbeit, so Mills. Dafür musst du als Führungsperson jedoch drei Dinge beachten: Erstens, bilde Pärchen bestehend aus erfahrenen und unerfahrenen Mitarbeitern. So lassen sich Wissenslücken schnell schließen und Erfahrungen sammeln. Dadurch kannst du verhindern, dass einer deiner Mitarbeiter aufgrund fehlender Kenntnisse zum schwächsten Glied der Kette wird. Zweitens, solltest du versuchen die Pärchen komplementär zu gestalten, besonders in Hinblick auf ihre Skills. Was Person A nicht kann, kann dafür vielleicht Person B. So werden Probleme schneller gelöst, als wenn jeder für sich allein arbeitet.

Und drittens, setze auf Diversity. Dies kann auch mentale Diversität beinhalten, bei der zwei Personen beispielsweise komplett unterschiedliche Mindsets haben. Durch unterschiedliche Auffassungen, öffnen sich neue Blickwinkel. Kreativität wird gefördert und außerdem können Vorurteile aus dem Weg geräumt werden, die eine gute Zusammenarbeit behindern. Wichtig für den Erfolg dieses ersten Prinzips ist, dass die Pärchen regelmäßig Wechseln. Am besten von Projekt zu Projekt. So verhinderst du, dass sich in der Zusammenarbeit eine Routine entwickelt, die der Innovation Steine in den Weg legt.

2. Gehe als Vorbild voran

Gute Teamarbeit fängt bei der Führungsebene an, wer hätte es gedacht. Mills erklärt, dass es zwar wichtig ist, dass deine Mitarbeiter das „Warum“ hinter ihrer Arbeit verstehen, doch das „Wie“ spielt eine ebenso große Rolle. Als leitende Person musst du als Vorbild agieren. Und nein, nur weil du der Gründer, CEO oder was auch immer bist, darfst du dir keine speziellen Attitüden zulegen. Denn es ist so: Das öffentliche Bild deines Unternehmens basiert auf dem Verhalten und Vorgehen deiner Angestellten. Und dieses wiederum basiert auf dir. Wenn du dein Team mies und von oben herab behandelst, wird dieses vermutlich ebenso mit deinen Kunden umspringen. Und schon hat dein Unternehmen ein schlechtes Image. Mills bringt daher als Beispiel den Leitspruch des Gründers der Marriott-Hotelkette:

Take care of associates and they’ll take care of your customers.

Aus diesem Grund solltest du als Führungsperson immer einen bestimmten Weg und ein Verhalten vorgeben, das deine Unternehmenskultur verbessert. Schätze deine Mitarbeiter und ihre Arbeit wert, sei offen für Ideen und Feedback und sehe selbstbewusst in die Zukunft. Dies kann sich auf deine Mitarbeiter übertragen und so eine Arbeitsatmosphäre schaffen, in der Teams effektiv, zielorientiert und innovativ arbeiten. Was wiederum dazu führt, dass diese Attribute auch von außen mit deinem Unternehmen assoziert werden können.

3. Der Schritt vom Ich zum Wir

Dieses Prinzip betitelt Mills als am schwierigsten umzusetzen. Grundgedanke ist, dass die einzelnen Teammitglieder ihre egozentrischen Ziele über Bord werfen und anfangen, sich dem Team voll hinzugeben. Meist ist es so, dass Mitarbeiter auf Nummer sicher gehen und wenig experimentell arbeiten, weil sie Angst vor dem Scheitern haben. Scheitern bedeutet für sie negative Konsequenzen in Sachen Karriere. Und so werden oft auch mutigere Angestellte vom Rest des Teams ausgebremst mit Sätzen wie „Das machen wir aber schon immer auf diese Weise“, oder „Das birgt aber zu viele Risiken“. Natürlich ist die Angst der Teammitglieder verständlich, niemand möchte im Falle eines Rückschlags zur Verantwortung gezogen werden und die Suppe ausbaden. Doch genau diese Einstellung muss überwunden werden. Und dies gelingt nur mit Hilfe von dir, dem Teamleiter.

Um deinem Team verständlich zumachen, dass es sein volles Potential ausschöpfen und durchaus innovativ denken soll, musst du eine Vertrauensperson sein. Du bist die Person, von der Konsequenzen für Fehler und Rückschläge ausgehen. Doch anstatt die angsteinflößende Autorität zu bleiben, werde zu einer Stütze. Mache deinem Team klar, dass es deinen vollen Rückhalt hat und du seine Entscheidungen unterstützt. Schaffe ein Wir-Gefühl, welches verhindert, dass einzelne Teammitglieder Angst vor ihren Verantwortungen bekommen. Ihr zieht alle am selben Strang und geht doch einmal etwas schief, sollten dafür nicht sofort Köpfe rollen. Um dieses Teamgefühl zu erreichen, in welchem „caring“ zu „daring“ führt, wie Mills es ausdrückt, braucht es Zeit. Zeit, Transparenz, offene Kommunikation und vor allen Dingen Vertrauen. Irgendwann wird dein Team diesen Status erreichen und du wirst erstaunt sein, wie stark das Unternehmen und die Arbeitskultur davon profitieren werden.

4. Ein gutes Team beginnt beim Einstellungsprozess

Es klingt banal, doch Mills zeigt auf, wie wichtig es ist, die richtigen Personen einzustellen. Mach dir also klar, für was dein Unternehmen steht und welche Kultur du dir wünscht. Anhand dieser Punkte solltest du Bewerber beurteilen. Es ist ohne Frage wichtig, dass diese über die nötigen Skills und Spezialisierungen verfügen. Jedoch bringt dir der beste ITler nichts, wenn er dazu tendiert, ein rücksichtsloser Einzelspieler zu sein. Solche Tendenzen lassen sich in Anschreiben meist herauslesen, beziehungsweise beim persönlichen Gespräch heraushören. Teste deine Bewerber also auf Herz und Nieren und lass dich von einer schönen Fassade nicht blenden – du willst ein erfolgreiches Team aufbauen, keine One-Man-Show.

Außerdem spielt auch hier wieder Diversity eine große Rolle. Sei offen für jede Art von Bewerber, solange dieser das passende Mindset, die richtigen Ambitionen und die nötigen Skills für dein Team hat. Ein buntes Team hat verschiedene Sichtweisen auf Probleme und findet so schneller den besten Weg zur Lösung. Es ist also egal, welche Religion, welches Geschlecht, welche Herkunft, etc. ein Bewerber hat – siehst du in der Person eine Bereicherung für dein Team, dann stelle sie ein.

Es gibt nicht DAS richtige Team

Theoretiker lieben es, Modelle aufzustellen, wie ein gutes Team aufgebaut sein sollte. Anzahl der Mitglieder, Frauenquote und viele andere Merkmale stellen sie zusammen, um so die effektivste Zusammenarbeit zu erreichen. Zumindest auf dem Papier. In der Praxis heißt es hingegen probieren, probieren, probieren. Ein echtes Team zusammenzustellen ist ein komplexer Arbeitsprozess und jedes Mal ein Abenteuer, denn Menschen sind verschieden und je nach dem wie man sie mit anderen zusammensetzt, können verschiedenste Ergebnisse herauskommen. Eine kleine Änderung in einem erfolgreichen Team kann beispielsweise zum totalen Chaos führen, während das Umbesetzen einer Position die Produktivität manchmal verdoppeln kann. Den richtigen Weg für dein Unternehmen, musst du also selbst finden.

Nichtsdestotrotz betont Alden Mills, dass seine vier Grundprinzipien in jeder Branche und in jedem Unternehmen anwendbar seien. Und zu abwegig erscheinen sie zugegebenermaßen auch nicht. Hast du momentan also das Gefühl, dein Team ist kein Team, sondern eine Gruppe von Individualisten, dann probiere die hier aufgezeigten Schritte doch einfach aus.

Über Michelle Winner

Michelle Winner

Nachdem Michelle Winner Erfahrungen in einer Lokalzeitung und im Eventbereich gesammelt hat, unterstützt sie nun seit 2017 die Redaktion und schreibt für das OnlineMarketing.de Karrieremagazin über Themen rund um den Büroalltag.

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