10 Golden Rules für erfolgreiches Netzwerken

Wie funktioniert Netzwerken im digitalen Zeitalter? Diese Do’s and Dont’s helfen dir, das perfekte Netzwerk aufzubauen.

© HIVAN ARVIZU @soyhivan - Unsplash

Die Unternehmerin, Moderatorin und Speakerin Tijen Onaran berät mit startup affairs Unternehmen in der PR- und Öffentlichkeitsarbeit sowie beim Aufbau und bei der Pflege von Communities und engagiert sich mit ihrer Initiative Global Digital Women für die Vernetzung und Sichtbarkeit von Frauen in der DigitalbrancheAnfang dieses Jahr erschien ihr Buch „Die Netzwerkbibel: Zehn Gebote für erfolgreiches Networking“. Hier findet ihr einige Auszüge aus ihrem Erfahrungsschatz: Die 10 Golden Rules für erfolgreiches Netzwerken.

1. Besuche Veranstaltungen allein

Auch wenn es so gemütlich ist, mit Kollegen zum Event zu gehen – du hast viel mehr davon, wenn du deine Komfortzone verlässt und Veranstaltungen alleine besuchst. Du wirst garantiert mehr neue Menschen kennenlernen und mehr mitnehmen als aus den immer gleichen Gesprächen mit den Leuten, die du ohnehin schon gut kennst. 

2. Netzwerke so, dass du nicht merkst, dass du netzwerkst

Am besten funktioniert Netzwerken, wenn es ein natürlicher Bestandteil deines Lebens wird. Es soll dich nicht nur beruflich weiterbringen, sondern vor allem auch Spaß machen, keine lästige Pflicht sein, sondern ein selbstverständlicher Anteil deines täglichen Lebens werden. Lade zum Beispiel auf eine Party nicht nur deine Freunde, sondern auch berufliche Kontakte ein, die du besonders schätzt. Wenn die dann noch spannende Leute mitbringen, die du kennen lernen willst, umso besser.

3. Bei Kontakten gilt: Klasse statt Masse 

Netzwerk-Expertin Tjen Onaran sagt, sieben gute Kontakte reichen aus. Denn Klasse ist viel wichtiger als Masse. Was nützen Dir 1.000 Kontakte auf Xing und LinkedIn, die dich nicht kennen. Wichtig ist, dass deine Kontakte wissen, wofür du stehst und was du anzubieten hast. Hast du sieben gute Kontakte, die auch reagieren, wenn du sie anschreibst und die dir weiterhelfen können, ist viel erreicht.

4. Ein Netzwerk ist umso besser, je breiter es ist 

Wir neigen dazu, uns mit Menschen zu verbinden, die Ähnliches machen wie wir selbst. Klar, nicht nur, dass wir sie häufiger antreffen, wir haben auch gleich eine Gemeinsamkeit. Aber es bringt dich vor allem dann weiter, wenn dein Netzwerk inhomogen ist, du also zum Beispiel Menschen kennst, die beruflich in einer anderen Branche tätig sind als du selbst, die ganz andere Fähigkeiten haben. Natürlich muss es einen Verlinkungspunkt geben, der eure Vernetzung für beide Seiten nützlich macht. Gerade wenn es darum geht, Aufträge zu vergeben, braucht man meistens Leute, die etwas anbieten, was man nicht selbst kann. 

5. Wofür stehst du?

Selbstbewusstsein heißt auch, zu wissen, was man nicht kann, wer man nicht ist. Habe den Mut, dich abzugrenzen. Was willst du erreichen, was interessiert dich, was passt zu dir? Und was nicht? Wo willst du hin? Je klarer du diese Fragen für dich geklärt hast, umso authentischer kannst du auftreten, sei es digital oder persönlich. Dann ziehst du auch die Kontakte an, die dich auf lange Sicht weiterbringen.

6. Positionen sind Schall und Rauch 

Wichtiger als der Titel deiner Kontakte sollte für dich sein, was diese inhaltlich machen und ob es für dich von Interesse ist. Unter vielen Job-Bezeichnungen kann man sich heute nicht mehr viel vorstellen. Und die Hierarchiestufe eines Kontaktes sagt wenig darüber aus, wie nützlich er dir in Zukunft sein kann. Deshalb ist es auch so wichtig, deine eigenen Profile in den Netzwerken mit lebendigen Inhalten zu füllen, also neben dem trockenen Lebenslauf deine Interessen, Erfahrungen und Kenntnisse zu erfassen.

7. Netzwerken ist ein Marathon 

Erst auf lange Sicht zeigt sich, wie gut dein Netzwerk funktioniert. Zum Beispiel in weniger rosigen Zeiten. Dabei ist es wichtig, dass du deine Kontakte auch ohne speziellen Anlass pflegst. Wenn du dich immer mal wieder auch ohne konkretes Thema meldest, zeigst du echtes Interesse, bringst dich in Erinnerung und stärkst deine Verbindungen nachhaltig.

8. Ein Geben und Nehmen

Ein gut funktionierendes Netzwerk bietet dir Tipps und Unterstützung, wenn du sie brauchst. Das Geben und Nehmen sollte dabei auf beiden Seiten langfristig ausgeglichen sein. Die Frage, was du selbst zu bieten hast, das heißt welche Talente, Kontakte, Erfahrungen du weitergeben oder vermitteln kannst, wenn sie gefragt sind, ist daher ebenso wichtig. 

9. Keine falschen Versprechungen 

Glaubwürdigkeit und Verlässlichkeit sind auf lange Sicht lohnender als ein unverbindliches „Das müssen wir unbedingt mal machen“, was dann im Sande verläuft. Da ist es besser, eine Anfrage ehrlich abzulehnen, wenn sie nicht zum eigenen Profil passt, als bloß keinen vor den Kopf zu stoßen. Frage dich, welche Projekte willst du wirklich angehen? Und hast du die zeitlichen Kapazitäten dazu? Kannst Du an dieser Stelle wirklich weiterhelfen? Bei den anderen ist allen mit einem freundlichen, aber klaren „Nein“ besser gedient als mit einem unverbindlichen „Ja“. 

10. Schmeiß deine Visitenkarten weg

Du brauchst sie nicht mehr. Füge neue Kontakte direkt in deine Netzwerke hinzu, dein Smartphone hast du sowieso dabei. So geht nichts unter und du hast sofort ein Gesicht zu deinem Kontakt, was der Erinnerung auf die Sprünge hilft. Und beim Hinzufügen hat dein Gegenüber gleich die nötigen Infos parat, und kann dir unkompliziert Nachrichten schreiben, während die meisten Visitenkarten in der Flut untergehen und später in Schreibtischschubladen verstauben.

Über Johanna Hoffmann

Johanna Hoffmann

Johanna Hoffmann ist Soziologin und untersuchte viele Jahre als Marktforscherin in einer internationalen Medienagentur den Erfolg von Werbekampagnen. Sie interessiert sich insbesondere für das, was Menschen antreibt und schreibt seit März als Autorin für OnlineMarketing.de.

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