Marketingstrategie

Virtual vs. Augmented Reality: Neue Perspektiven für das Marketing – 6 Strategietipps und Best Practices

Marken müssen bereits heute an einer Virtual Reality-Strategie arbeiten, um die Technik mit Leben und Mehrwert für den Kunden zu füllen.

© Flickr / Maurizio Pesce, CC BY 2.0

© Flickr / Maurizio Pesce, CC BY 2.0

Virtual und Augmented Reality bilden eine gänzlich neue Wirklichkeit im Marketing. Die Hardware wird immer besser, doch noch fehlt es an mutigen Marketing-Managern und Content-Produzenten, die die Technik mit Leben und Mehrwert für den User füllen. Marken sollten bereits heute an einer Virtual Reality-Strategie arbeiten, um dem neuen Nutzungsverhalten gerecht zu werden.

Bis 2018 wird dem Virtual Reality-Markt ein Volumen von mehr als vier Milliarden Dollar prophezeit. Das Interesse und die Beliebtheit von VR-Brillen wie der Oculus Rift ist enorm hoch. YouTube und Facebook haben ihre Plattformen bereits für 360-Grad-Videos optimiert. Auch im Automobilsektor findet Augmented Reality schon viel Beachtung. Die Einblendung von virtuellen Objekten und Informationen auf der Windschutzscheibe im Sichtfeld des Fahrers, kann viele Vorteile haben. Richtungspfeile und Hausnummern können in Echtzeit angezeigt werden. Augmented Reality hat das Zeug, die Automobilbranche nachhaltig zu verändern.

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TV-Streamingdienste wie Hulu und Netflix gehen das Thema Datenbrillen bereits ebenfalls aktiv an. Beide Unternehmen planen in Kürze, Virtual-Reality-Apps für den App-Store der gemeinsamen Brille von Samsung und der Facebook-Tochter Oculus, Gear VR, zu launchen. Google Glass und Oculus Rift ist den meisten bereits ein Begriff. Doch welche weiteren zukunftsweisenden Entwicklungen gibt es noch auf dem Markt?

Die MICROSOFT HOLOLENS kommt

Microsoft macht die Welt zum Hologramm: Unsere Augen werden mit der Microsoft Hololens zum verknüpften Device und verschmelzen so mit der Technologie. Die Brille von Microsoft hat den Vorteil, dass sie den Nutzer nicht komplett von seiner Umgebung abschottet. Die Technik integriert vielmehr virtuelle Objekte in die reale Welt und lässt so beide Ebenen miteinander verschmelzen. Objekte können exakt im Raum positioniert und bewegt werden.

Mit HOLUS ist (beinah) alles möglich

Holus ist ein pyramidenförmiges Display in einem rechteckigen Gehäuse. Egal ob eLearning, Gaming oder Telekommunikation: Das holografische Display kann von vier Seiten betrachtet werden und ist multifunktional einsatzfähig. Es kann über verschiedene Mobilgeräte bedient werden. Die Auslieferung der Home-Version soll im Juli 2016 erfolgen.

VIRTUAL REALITY für Marken im Einsatz

Hologramme und Augmented Reality-Projektionen sind eine neue Form des Screens, wie wir ihn kennen. Doch wie kann man die Technologie nun im Marketing einsetzen? Über die zusätzlichen Einblendungen können sich Marken und Unternehmen direkt in der Realität ihrer User platzieren. Virtual und Augmented Reality können vor allem am Point of Sale oder auf der heimischen Couch zum Einsatz kommen. Hier besteht für Marken großes Potenzial. VR-Commerce ist das nächste große Ding für den Handel. Bereits einige Händler nutzen die virtuelle Realität, um für die Kunden das Sortiment erlebbar zu machen.

6 Tipps: So gelingt die VR-STRATEGIE

  • Legen Sie klare Ziele fest. Nur wer weiß, was er erreichen möchte, kann im Nachhinein auch messbare Erfolge aufweisen. Hinterfragen Sie im Anschluss, ob die gesetzten Ziele wirklich realistisch und auch zielführend sind.
  • Denken Sie aus Sicht des Kunden. Versetzen Sie sich in Ihre Kunden und fragen Sie sich, ob der Kunde das Angebot auch nutzen wird? Bringt es ihm Mehrwert oder wird er Ihr VR-Projekt schlecht in seinen Alltag integrieren können?
  • Nicht alles was technisch möglich ist, ist auch sinnvoll. Momentan ist der VR-Markt noch sehr überschaubar, doch schon bald wird es eine Vielzahl an Tools und Systemen geben. Es wird viel gute Hard- und Software geben – aber auch viel schlechte. Analysieren Sie den Markt und definieren Sie anhand Ihrer Zielsetzungen, welche VR-Technologien für Sie wirklich zielgruppenrelevant sind.
  • Testen Sie, welches VR-Konzept zu Ihnen passt. Outdoor-Händler können beispielsweise ihre Standard-Produktbeschreibungen um VR-Anwendungen ergänzen. Auf diese Weise können Kunden z. B. in ein Zelt krabbeln, um zu testen, ob ihre Familie bequem reinpasst. Baumärkte könnten eine App anbieten, mit der Kunden Produkte im Geschäft oder zuhause virtuell testen können.
  • Nutzen Sie mobile Virtual Reality. Beinahe jedes Smartphone hat eine eingebaute VR-Funktionalität. Händler müssen es schaffen, ihre Services und Content für VR-Funktionen nutzbar zu machen und Mehrwert anzubieten. Fashion-Anbieter können mithilfe einer Avatar-Technologie virtuelle Looks zum Anprobieren bieten. Der User kann über eine VR-Brille die Outfits virtuell anprobieren und erhält eine stärkere Bindung an den Händler.
  • Erstellen Sie einen Prototypen. So sammeln Sie schnell und zielführend wichtige Erkenntnisse für Ihr VR-Projekt. Der Prototyp muss nicht perfekt sein, sollte aber die wichtigsten Funktionen bereits beinhalten, um wichtige Learnings für das Endprodukt zu ziehen

Best Practices

AUGMENTED REALITY BEI BMW

Der Automobilriese BMW testet momentan in einem Pilotprojekt den Einsatz der Google Glass im Produktionsprozess. Die Brille ist zwar sehr Consumer-orientiert, aber mit einigen Modifikationen ist sie optimal am Band einsetzbar. Die Mitarbeiter in der Serienproduktion dokumentieren per Foto oder Video Beanstandungen in der Qualität. Bislang wurde die Fehlerbeschreibung schriftlich festgehalten, was sehr viel Zeit in Anspruch genommen hat, da eine genaue Beschreibung des Qualitätsmangels nötig war. Nun ist dies auf einen Blick ersichtlich und kann durch mündliche Beschreibung im Video ergänzt werden. Mithilfe der Augmented Reality-Brille konnten Rückfragen zu Beanstandungen deutlich verringert und die Prozesse optimiert werden. BMW plant, die AR-Brille auch in weiteren Bereichen der Produktion zum Einsatz zu bringen.

MARKETING CASE LOWE’S HOLOROOM

Die Heimwerker-Kette Lowe’s in den USA hat bereits verschiedene Preise für Ihre VR-Anwendung “The Holoroom” erhalten. In einem Raum können sich die Kunden via Tablet bewegen und ausgewählte Einrichtungsgegenstände virtuell im Raum betrachten.

FAZIT

Innovative Technologien bringen immer auch eine neue Sicht der Dinge. Virtual und Augmented Reality ermöglichen dabei sogar gänzlich neue Blickwinkel. Die neue Technik bietet für Marketeer vielseitige Möglichkeiten zum Brand Marketing und für die Kundenbindung.

Über Hans J. Even

https://www.twt.de/

Hans J. Even ist seit 1999 Geschäftsführer der TWT Interactive GmbH in Düsseldorf und verantwortet die Units Consulting, Business Development und Sales. Vor seiner Tätigkeit bei TWT arbeitete der Diplomkaufmann und Master of Business für führende internationale Investmentbanken und Consulting-Unternehmen in den Bereichen Corporate Finance, Strategie, Vertriebs- und Prozessoptimierung.

3 Gedanken zu „Virtual vs. Augmented Reality: Neue Perspektiven für das Marketing – 6 Strategietipps und Best Practices

  1. Koch

    Leider funktionieren die AR-Videos nicht unter Safari und MacOSX.

    Könnt Ihr die Links bitte nocheinmal veröffentlichen.

    Danke!

    Gruß,

    Ralf

    Antworten
  2. Arno Driemeyer

    Hallo in die Runde,
    wir haben seit fast 2 Jahren eine AR-Anwendung in unserem Shop für Turnstangen und Turnrecks im Einsatz. siehe http://www.turnstangen.de/shop
    Der Kunde bzw. Interessent kann sich damit im Shop sein Produkt konfigurieren, also verschiedene Abmessungen, Zubehörteile etc. wählen und dann dieses Produkt in die AR-App auf seinem Mobilgerät laden. Anschl. kann er dann das Turnreck bzw. die Klimmzugstange live in 3D in seinem Garten plazieren, Fotos davon erstellen etc.

    Die Akzeptanz ist inzwischen deutlich besser geworden als zu Beginn vor zwei Jahren. Teilweise hängt das an Kleinigkeiten, so ist z.B. dank LTE die Bandbreite immer weniger ein limitierender Faktor. Auch erleichtern Techniken wie Toucd-ID den Zugang zum Appstore, ohne sich erst mühsam an das Apple-PW erinnern zu müssen. Wir uns Techies eigentlich kein Thema, aber die Wirklichkeit draussen sieht häufig anders aus.
    Ob wir durch AR mehr Abverkäufe generieren kann ich nicht beziffern. Für einen modernen Pure-Online Shop mit eigenen Produkten ist das natürlich schon ein tolles (Beinahe) Alleinstellungsfeature.

    Gut ist bei der AR-App noch die Möglichkeit, dass Kinder des Interessenten sich in die die Szene reinstellen können und schon mal (zumindest virtuell) am Turnreck turnen können. Damit machen unsere Kunden dann Gutscheine mit Liveeindruck.
    Unser Sandkasten-Shop unter http://www.sandkasten.de hat übrigens die identische Funktion, obwohl dort die Anzahl der Varianten nicht mehrere hundert, sondern genau drei beträgt.

    Ein Video findet sich hierzu unter
    http://www.turnstangen.de/shop/content/24-3D_im_Garten
    welches den Ablauf genau erklärt.

    Feedback jederzeit und gerne.
    http://www.turnstangen.de
    Arno Driemeyer

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