Social

Recap: Einblicke in die erste Snapchat Marketing Konferenz in Hamburg

Wie und ob Snapchat für Marketing-Zwecke genutzt werden kann, wurde gestern bei der ersten Snapchat Marketing Konferenz in Hamburg geklärt.

Veranstalter Farschid Eshaghmohammadi bei seinem Vortrag zu Snapchat Marketing im Places Hamburg

Veranstalter Farschid Eshaghmohammadi bei seinem Vortrag zu Snapchat Marketing im Places Hamburg

Snapchat ist in aller Munde, doch lange wusste kaum jemand über 20 damit etwas anzufangen. In den USA hat die App Instagram in Sachen Beliebtheit bereits eingeholt und Teenager nutzen sie nicht nur täglich, sondern auch sehr viel lieber als Facebook und Co. Aber eignet sich die Plattform mit den sich selbst zerstörenden Bildern und Videos auch für das Marketing? Die erste Snapchat Marketing Konferenz am 17.02. in Hamburg brachte Aufschluss.

Anzeige:

Teure Werbeplätze – verschenktes Budget?

Snapchat besuchen täglich über 100 Millionen User, die 9.000 Bilder in der Sekunde hochladen und sich täglich sechs Milliarden Videos ansehen. In den USA ist die App unter Teens nicht mehr wegzudenken und Marken konnten sich noch vor gar nicht langer Zeit als Early Adopter erste Werbeplätze für circa 750.000 Dollar sichern. Inzwischen haben es einige Publisher als feste Institution in die Discover Sparte geschafft und auch gibt es Branded Filters, deren Preise sich ebenfalls im sechsstelligen Bereich aufhalten dürften. Eine neue Goldgrube für Marketer also?

Dieser Frage gingen gestern Abend die Teilnehmer der ersten Snapchat Konferenz in Hamburg nach. Die Veranstaltung war auf 25 Gäste beschränkt und ähnelte damit einem Proseminar. Sinnvoll, denn Snapchat ist hierzulande noch nicht ganz angekommen und so konnte jeder Anwesende Fragen stellen und mit der Runde diskutieren. Auch die Speaker waren hervorragend ausgewählt: Neben Björn Tantau, der als einer der wenigen Online Marketer Deutschlands bereits tief in der Materie steckt und uns so einen sehr spannenden Überblick zum Status Quo geben konnte, gaben uns Snapchatter David Tarsa und Omo Hicken detaillierte Einblicke in das Nutzungsverhalten von Teenagern.

„It’s all about Branding“ – nur nicht für Teens

Björn Tantau gab einen umfassenden Überblick zum Status Quo.

Björn Tantau gab einen umfassenden Überblick zum Status Quo.

Tantau präsentierte uns Daten zu Snapchat im Allgemeinen und zu den Nutzern. Diese haben offenbart, dass ein Großteil derjenigen, die die App regelmäßig benutzen, keinen Wert darauf legen, Celebrities zu folgen. Auch die Branded Filters und Discover Stories erfreuen sich eher einer geringen Beliebtheit. Einige Marken produzieren griffige Inhalte, Vieles aber ist auf Snapchat deplatziert.

Da die vorgetragenen Daten auf einer US-amerikanischen Erhebung basieren, ist die Übertragbarkeit auf Europa oder Deutschland – wie so häufig – fragwürdig. Spannend war allerdings, dass David und Omo diese Vermutungen absolut bestätigen konnten. Nicht nur, dass die Teens Marken nicht proaktiv folgen würden, sie haben auch kein Interesse an gebrandeten Inhalten. Sie nutzen Snapchat hauptsächlich privat, sehen die Plattform auch nicht als soziales Netzwerk, sondern als Chat-App, in der sie besondere Momente mit Freunden teilen können.

Omo Hicken und David Tarsa nach ihrem Vortrag zur Nutzung bei einer jungen Zielgruppe.

Omo Hicken und David Tarsa nach ihrem Vortrag zur Nutzung bei einer jungen Zielgruppe.

Die junge Zielgruppe scheint gesättigt zu sein von den ganzen Stars und Insights, wie sie auf verschiedenen Plattformen zu finden sind. Sie bevorzugen echte Inhalte und dafür eignet sich Snapchat: Die App lässt Inhalte nach 24 Stunden verschwinden und verlangt nach authentischem Content. So wäre eine lange Planung und ein professionelles Video einer Luxusmarke absolut fehl am Platz. Hier geht es um Spontanität und Echtheit.

Der Veranstalter Farschid Eshaghmohammadi rundete das Event als dritter Redner ab, indem er die technischen Grundlagen und Designansprüche für erfolgreiche Snaps darlegte. So erhöht das Zusammenspiel aus Perspektive und dem Einsatz verschiedener Farben unsere Aufmerksamkeit

Über einen sinnvollen Einsatz für Marken

Marken können von Snapchat profitieren, wenn sie Insights erlauben, einen Blick hinter die Kulissen zulassen. Als Beispiel wurde immer wieder Vaynermedia genannt: Das Unternehmen von Social Media Vordenker Gary Vaynerchuck snapt den Arbeitstag verschiedener Angestellter in unterschiedlichen Positionen und rekrutiert auch auf diese Weise neue Mitarbeiter. Anders als bei Instagram geht es hier nicht um glattgebügelte Inhalte, sondern Momente. Das haben die Teilnehmer der Konferenz verinnerlicht.

Unser Prädikat: Absolut empfehlenswerte Veranstaltung, wenn auch nicht unbedingt für Einsteiger geeignet. Marketer bekommen Aufschluss über Einsatzmöglichkeiten zum Branding, und Hinweise darauf, was zu beachten ist, um auch junge, übersättigte Zielgruppen über eine App zu erreichen, die in erster Linie privat genutzt wird.

Über Tina Bauer

Tina Bauer

Studierte Sozialwissenschaftlerin mit Hang zu Online und Marketing. Seit 2014 als Redakteurin & Content Managerin bei OnlineMarketing.de.

Ein Gedanke zu „Recap: Einblicke in die erste Snapchat Marketing Konferenz in Hamburg

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *