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Infografik: Wie AdBlocker das Internet zerstören werden

Nutzer lieben AdBlocker: Endlich befreit von all der lästigen Werbung! Doch ganz nebenbei tragen sie auch zur Zerstörung des Internet bei.

© vector_master - Fotolia.com

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AdBlocker sind beliebt – aber nur in zwei Browsern

Wer im Internet surft, ist in der Regel ständig mit Werbung konfrontiert: Von einfacher Display Werbung über blinkende und herumfliegende Ads bis hin zu Layern, die sich zumindest von weniger Internet-affinen Menschen nur schwer schließen lassen, ist so ziemlich alles dabei. Spätestens jetzt greifen viele, die zumindest schon einmal davon gehört haben, zu AdBlockern – Tools, etwa als Plugin für Firefox oder Chrome, die vor allem Display Ads effektiv wegblocken. Doch sind sich die Nutzer der langfristigen Folgen bewusst…?

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Eine umfangreiche Infografik über AdBlocker zeigt nun nicht nur auf, wie verbreitet AdBlocker mittlerweile sind, sondern auch, wie die Folgen aussehen könnten. AdBlock Plus etwa wurde über 200 Millionen Mal heruntergeladen. Desktop Views entfallen insgesamt jeweils zu rund 17 Prozent auf Firefox beziehungsweise Chrome, wobei 36 beziehungsweise 30 Prozent aller Page Views davon laut Infografik einen AdBlocker nutzen. Bei anderen Browsern und auch auf mobilen Endgeräten sind AdBlocker praktisch nicht verbreitet. Was aber bedeutet eben jene starke Verbreitung auf Chrome und Firefox?

Die Folge: Verheerende Auswirkung auf die Vielfalt des Internet

Stark vereinfacht ausgedrückt kann davon ausgegangen werden, dass rund ein Drittel aller Chrome oder Firefox Nutzer fast keine Online Werbung sehen. In der Folge bedeutet dies, dass diese Nutzer kein Geld in die Kassen der Webmaster spielen. Die Infografik geht hier davon aus, dass dem 120 Milliarden US-Dollar schweren Markt für digitale Werbung ein Potenzial in Form von AdBlocker Nutzern in Höhe von bis zu 12 Milliarden US-Dollar gegenübersteht. Der Markt könnte also rund 10 Prozent größer sein, als er es aktuell ist.

Die 12 Milliarden US-Dollar würden eigentlich Webmastern zugutekommen, die Websites aufsetzen und pflegen und darauf Werbeplätze, entweder direkt oder über Display Netzwerke, verkaufen. Dieses Modell ist die Grundlage für fast alle kostenfreien Inhalte im Internet – angefangen bei Spiegel Online und Co. über kleinere Affiliate Projekte, bei denen Menschen über die Funktionsweise von Poolheizungen berichten, bis hin zu OnlineMarketing.de, wo sich rechts am Rand ebenfalls ein wenig Werbung findet: Wer AdBlocker verwendet, trägt dazu bei, dass das Internet langfristig an inhaltlicher Vielfalt verlieren wird.

Infografik: Alles Wissenswerte zu AdBlockern

Im Folgenden findet sich noch einmal die gesamte Infografik zum Thema, inklusive kleinen Einblicken zur Funktionsweise und zur Verbreitung von AdBlockern.

AdBlockInternet

Nutzt ihr AdBlocker? Und wie schätzt ihr den langfristigen Effekt von AdBlockern ein?

Quelle: WhoIsHostingThis?

Über Atilla Wohllebe

Atilla Wohllebe

Atilla Wohllebe berichtet für OnlineMarketing.de über aktuelle Entwicklungen der Branche mit Fokus auf Webanalyse, SEO und Datenschutz. Parallel zu seinem Studium zum Master of Science in E-Commerce an der FH Wedel ist er im Bereich E-Mail Marketing Consulting tätig.

20 Gedanken zu „Infografik: Wie AdBlocker das Internet zerstören werden

  1. Horrorfilm Fan Christian Ehlert

    Die Werbung müsste sich ganz anders verbreiten (zumindest nicht über agressive Popups und Layer, sondern direkt in die Seite eingebunden sein und das ohne Animationen. Dazu müsste müsste das Ganze dann besser bezahlt werden. Solange find ich das AdBlocker bei vielen Webseiten unverzichtbar ist.

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  2. Maria Trasko

    Hier wird ja auch einfach davon ausgegangen, dass Leute, die Werbung sehen können, auch darauf klicken … diese Annahme finde ich fehlgeleitet. Natürlich wird es einen statistischen Wert geben, aber generell gehe ich davon aus, das Leute, die Adblocker verwenden auch nicht wild auf Werbung klicken. Und nur weil ich 200 Mal die Werbung (im Vegas-Style blinkend – sehr ansprechend) für das tolle neue Online-Casino sehe, klicke ich noch lange nicht darauf. Ich finde, diese ganze Pop-up-Geschichte ist genauso nervig, wie ungewollte Werbung im Briefkasten. Erinnert sich noch jemand an die Zeiten, wo man pro Tag Minimum 5 Flyer aus dem Briefkasten geholt hat? Die sind vorbei – weil’s genauso viel bringt, allen einen Flyer in den Briefkasten zu stecken, wie überall Popups zu platzieren. Nur weil’s billig ist, ist es noch lange nicht gut.
    Zusätzlich habe ich neullich über eine Studie gelesen, die herausgefunden hat: Leser misstrauen Inhalten auf Webseiten, die viel Werbung platzieren. Erstaunlich, dass man dafür eine Studie benötigte, denn: sehe ich viel Werbung, habe ich das Gefühl hier geht’s nicht um den Inhalt, sondern um Gewinn. Mal ehrlich: wie viel kostet eine Standard-Website pro Jahr? Wahrscheinlich weniger, als eine Postwurfsendung für einen Postleitzahlenbereich früher. Wieviel Gewinn muss eine gute kleine Seite da machen, damit sie sich selbst trägt?

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  3. Kurt Klein

    Die extrem belästigende Werbung macht das Internet kaputt. Selten so einen Blödsinn gelesen.

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  4. Blizzz

    Die Werbeindustrie hats übertrieben und das hat sie nun davon. Anhand der Infografik kann man allerdings einige Dinge feststellen:
    – IE Nutzer wissen nicht, wie man einen Computer bedient
    – der Branche gehts immer noch zu gut
    – die Branche scheißt auf Anonymität der User
    – je älter die Branche wird desto größer wird sie zu einer Bedrohung für Anonymität und Datenschutz. Sie muss mit harten Gesetzen deutlich in die Schranken gewiesen werden.
    – es gibt noch viel zu wenige Benutzer ohne AdBlocker
    – bei den Mobilbrowser gibt es noch Probleme mit den AddOns. Bei meinem ists relativ unbequem das zu aktivieren, werde ich aber machen müssen. So lange werde ich die Seite weiterhin einfach zumachen müssen, falls Werbung nervt. Das ist bereits der Fall wenn ich nen mickriges X irgendwo tappen muss.

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  5. Annemarie

    Normale Werbung wie Banner stören nicht.
    Aber irgend welche Videos mit Sound oder LayerPopups gehen gewaltig auf die Nerven

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  6. Markus Weber

    … und wenn wir alle rauchen würden, könnten wertvolle Arbeitsplätze in der Tabakindustrie geschaffen werden. Naive Sicht der Welt. Mit nervigen Bannern den Content des Internets bereichern? Mancher Werber unterschätzt den Anspruch seiner Konsumenten.

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  7. checkitout

    also als seitenbetreiber würde ich nutzern, die adblock verwenden den zugriff zum content unmöglich machen und vor die wahl stellen: entweder mit aufmerksamkeit zahlen und adblock deinstallieren oder eine werbefreie, dann aber kostenpflichtige version nutzen. der wunsch nach werbefreiheit ist bei einsatz bestimmter werbeformen schon nachvollziehbar. andererseits kostet die produktion von content schlicht und ergreifend zeit und damit geld. wenn das nicht honoriert wird, gibt es den dann irgendwann nicht mehr. beispiele von “verstorbenen” contentmarken gab es in den letzten jahren genug. wer das ignoriert, will so etwas einfach nicht sehen.

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  8. Benjamin Löwen

    Die großen Portale werden kein Problem damit haben auch bei den AdBlock-Nutzern mitzuverdienen.

    Ich gebe dem Artikel recht: denn gerade die kleinen Seiten die kein entsprechendes KnowHow haben, wie man dennoch Geld verdient, haben das nachsehen. Diese schalten dann leider für die übrigen Nutzer noch mehr Werbung, noch mehr nutzen Adblocker, usw.

    Ich fände es gut wenn die Blocker wenigstens nicht jeden Werbeblock blocken würden, sondern z.B. alles über 3 Werbeblöcken blockieren würden. Also das die Blocker wirklich bei der Eindämmung helfen.

    Ich habe übrigens noch nie einen Werbeblocker benutzt, außer zu Testzwecken. Seiten mit einem schlechten Werbung-Nutzen-Verhältnis meide ich manuell oder klicke die sofort wieder weg.
    Die meisten guten Webseiten setzen Werbung nicht übermäßig ein und für die schwarzen Schafe gibt es Alternativen.
    Es wäre schade die Alternativen wegen der schwarzen Schafen mitzublocken, die meisten Nutzer haben keine Ahnung wie man Ausnahmen hinzufügt.

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    1. Hanz Zach

      Macht das das umstrittene Adblock Plus nicht genau so? Wer klein ist wird nach Meldung kostenlos freigeschaltet und kann an den ABP Nutzern, wenn die die Option nicht auch ausschalten wieder verdienen.

      Oder was ist daran falsch?

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  9. Jogi

    Mmh, hier wird also das Opfer zum Täter. Sehr eigenartige Darstellung der Wirklichkeit. Wäre die Internet-Werbung nicht so penetrant, aufdringlich und damit nervig, müsste man nicht auf AdBlocker zurückgreifen.

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  10. Mathias

    Schöner erstmal Adblock Plus installiert nach diesem Artikel… Internet Vielfalt verhindert, was für ein Schrott!!!!

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  11. Emil Leet

    Wenn mich blinkende, aufpoppende oder lärmende Werbung vom Lesen der eigentlich gesuchten Information abhält, wird die Nutzung eines Werbeblockers zur Selbstverteidigung. Wer meine Aufmerksamkeit nur dadurch erreichen kann, dass er mir ins Gesicht schlägt, wird dafür ganz gewiss nicht mit einem Kauf belohnt. Ist das für Werber tatsächlich so schwer zu verstehen?

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  12. Werbe Profi

    Der Artikel hier ist doch ein beträchtlich einseitige Sicht auf das Netz. Immerhin ist der Einsatz von Ad Blocker eine Reaktion auf die Kommerzialisierung und professionelle Durchdringung des Netzes mit Werbebotschaften. Das wäre so, als würde die Werbeindustrie im Real Life darauf bestehen, Werbung von der Liste der selektiven Wahrnehmung zu streichen. In meinem Kopf herrscht ein Regiment hervorragend geschulter Ad Blocker. Damit muss die Werbewelt leben, es besser machen oder sein lassen.

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  13. Dom

    Die Online-Vermarkter als Opfer der aufgeklärten Nutzer? Auch schön, dass die Marke AdBlock gezielt angegangen wird, in der Infografik sogar mit dem Key-Visual der Stopp-Hand. Die Vermutung liegt also nahe, dass es sich hierbei um Kommunikation für ein Produkt handelt – schließlich demonstriert der Artikel mit einem simplen David-gegen-Goliath-Narrativ, dass man sich auch als kleiner Nutzer gegen die großen Konzerne erfolgreich zur Wehr setzen kann.

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  14. Dietmar Weller

    Menschen, die Werbung nicht sehen wollen, zerstören also das Internet.
    Interessante These, aber nicht sehr wahrscheinlich. Wer kennt nicht einen Menschen in seiner Umgebung, der nach dem Kauf einer – sagen wir Computerzeitschrift – diese zunächst am Rücken hält und schüttelt, um die “losen Bestandteile” (Werbe-Beilagen) “herauszufiltern”, weil diese uninteressant sind.Oder Direct-Mailings aus dem Briefkasten ungeöffnet direkt dem Altpapier übergibt, oder die Fernsehwerbepause dazu nutzt, ein Getränk aus dem Kühlschrank zu holen oder eines zu entsorgen.
    Mit “Verweigerern hat die Werbewelt schon immer leben müssen und dennoch fließen die Gelder in die vorgenannten Medien. So wird es auch im Internet sein. In der Werbung nennt man das Fehlstreuung.
    Natürlich redet die “Wirtschaft” (wer auch immer das ist) davon, dass ihr 10% Umsatz “entgeht”.
    Interessante Aussage, die folgenden Schluß zulässt: Wenn die 10% Nutzer des Internets, die Ad-Blocker verwenden, diese nicht verwenden, würden die ALLE im selben Verhältnis wie die der Werbung ungeblockt ausgesetzten Nutzer unsere Produkte kaufen.
    Ich bin der Überzeugung, dass dieser Schluss falsch ist.
    Der einen Ad-Blocker nutzende “User” tut das vielleicht auch, weil ihm in der Zeit vot Nutzung eines Ad-Blockers die Werbung “auf den Keks” gegangen ist – weil er nicht zur Zielgruppe gehört, weil die Werbung “schlecht” gemacht ist – da könnten mir viele weitere Gründe einfallen.
    Muss die Wirtschaft auch im Internet weiterhin mit Streuverlusten laben.

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  15. Willi Wichtig

    Wären diese adds nicht so nervig / hinderlich / uninteressant wären, bräuchte ich keinen Blocker.
    Macht Werbung interessant / anregend / motivieren und ich klick Sie sogar an..

    Ihre Auswertung erscheint mir verlorenene Zeit und an den Anforderungen dieses Themas weit vorbei? Soll ich jetzt ein schlechtes Gewissen bekommen? Wohl eher nicht! Ich wundere mich eher, wie man so eine eingeschränkte Sicht der Realität haben kann und damit wertvolle Zeit vergeudet..

    Grüße

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  16. Willy Weber

    Aha.

    Der 120 Milliarden schwere Online-Werbemarkt könnte bei Nichtnutzung von Adblock noch einmal 10% größer sein. Und weil er eben nicht jene 12 Milliarden größer ist, stirbt die Vielfalt im Internet????

    Wie viel größer könnte Markt für Fast Food Ketten sein, wenn nicht immer wieder auf die Gesundheitsschäden hingewiesen würde? Hoffentlich sterben Mcs und Co. dadurch nicht aus…

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  17. Hans Zach

    Interessant. Ich nutze auch einen Adblocker und füge aber Ausnahmen für meine Lieblingsseiten hinzu. Wenn das hier aber stimmt, wieso melden die Online-Vermarkter dann ein Rekordquartal nach dem anderen ? Vielleicht solltest Du dann deine Überschrift ändern in: Wie Adblocker den Gewinn der Vermerkter verringern. Bedrohlich sieht das nicht aus für mich.

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    1. Almedin

      Es machen sehr viele Vermarkter und Onlineunternehmen Gewinne. Deswegen darfst du nach Belieben anderen Teile des Umsatzes berauben? Du entscheidest das?
      Umgemünzt auf spiegel.de: Wieso soll ich Werbung sehen? Bild.de macht doch Gewinne mit Werbung!

      Diese Einstellung ist bedrohlich.

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      1. Hans Zach

        Sollte da nicht eher die frage sein, was macht Bild.de anders oder besser als Spiegel.de?

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