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Gruner + Jahr zieht nach: Adblock-Nutzer auf 7 weiteren Portalen ausgesperrt

Der Kampf gegen Adblocker weitet sich aus: Nachdem das Aussperren der Addon-Nutzer auf Geo.de den gewünschten Erfolg brachte, ziehen nun weitere Portale nach.

© Flickr / Juan Antonio Capó Alonso, CC BY 2.0

© Flickr / Juan Antonio Capó Alonso, CC BY 2.0

Nachdem das Hamburger Verlagshaus auf seinem Portal Geo.de bereits seit Oktober Nutzer von Adblockern aussperrt und damit offenbar großen Erfolg hatte, ziehen nun sieben weitere Portale von Gruner + Jahr nach.

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Ausschalten oder zahlen

User mit aktiviertem Adblocker können seit vergangenem Oktober keine Inhalte mehr auf Geo.de sehen und werden aufgefordert, den Adblocker entweder auszuschalten oder andernfalls für den Content zu zahlen. Nach eigenen Angaben hatte man mit diesem Modell bislang Erfolg: Jeder dritte Adblocker-Nutzer schaltete das Addon aus und auch konnten keinerlei Trafficeinbrüche verzeichnet werden.

Die Content-Sperre auf schöner-wohnen.de mit aktiviertem Adblocker

Die Content-Sperre auf schoener-wohnen.de mit aktiviertem Adblocker

Wie unter anderem Horizont berichtet, zieht der Verlag mit sieben weiteren Websites nach und sperrt den kostenfreien Content für Nutzer von Adblockern etwa auf „Schöner Wohnen“, „Essen und Trinken“ oder „Living at Home“.

Eine freie Nutzung von Qualitätsjournalismus im Netz ist nur möglich, wenn die Angebote über Werbung finanziert werden können. Wir sind sicher, dass auch viele Leser der anderen Websites das akzeptieren werden,

so Oliver von Wersch, Geschäftsführer G+J Digital Products. Eine kostenfreie Nutzung sei daher künftig nur mit deaktiviertem Adblocker möglich.

Sanftere Methoden auf anderen Portalen sollen sensibilisieren

Einen anderen Weg wählt Gruner + Jahr auf den Portalen Brigitte.de, Gala.de, Urbia.de sowie Chefkoch.de: Hier werden User von Adblockern derzeit nur auf den Zusammenhang zwischen Werbung und der Webseitenfinanzierung hingewiesen, um ein Bewusstsein dafür zu schaffen. Das Zugpferd des Verlages, Stern.de, bleibt auch weiterhin für jeden zugänglich.

Mit dem schwarz-weißen Banner versucht Gruner + Jahr die User auf verschiedenen Portalen für die Anti-Adblocker-Kampagne zu sensibilisieren.

Mit dem schwarz-weißen Banner versucht Gruner + Jahr die User auf verschiedenen Portalen für die Anti-Adblocker-Kampagne zu sensibilisieren.

Nachdem man auch bei Axel Springers BILD.de Erfolge mit dieser Taktik einfahren und kaum Userschwund verzeichnen konnte, ziehen daher nun weitere Portale – auch internationale, wie Wired.com – nach.

Über Tina Bauer

Tina Bauer

Studierte Sozialwissenschaftlerin mit Hang zu Online und Marketing. Seit Ende 2014 als Redakteurin & Content Managerin bei OnlineMarketing.de.

5 Gedanken zu „Gruner + Jahr zieht nach: Adblock-Nutzer auf 7 weiteren Portalen ausgesperrt

  1. freucom@gmx.de

    Moin Tina,
    dann bin ich auch mal „so frei“ und bestätige, dass bei geo.de, ebenfalls am heutigem Tag, trotz Adblocker, die Webseite ohne Einschränkungen sichtbar ist.

    Günther

    Antworten
    1. Anton PriebeAnton Priebe

      Hallo Günther,
      die Sperre bei geo.de und schoener-wohnen.de ist durchaus vorhanden. Allerdings erst nachdem du in einen Artikel gehst und der vollständig geladen ist – nicht auf der Hauptseite. Testumgebung ist Firefox Developer Edition 46.0a2 mit Adblock Plus 2.7.1.
      Grüße

      Antworten
  2. Thomas

    Hallo Tina (ich bin mal so frei),

    die Diskussion ist ja so alt wie die Welt, und ich habe durchaus gemischte Gefühle, weil ich in der PR bin und mich um die Onlinewelt nicht mehr herummogeln kann. Adblocker sind zu Beginn ja immer eine Art digitaler Selbstverteidigung gegen aufdringliche Werbung gewesen. Es ist da schon fast eine ethische Frage, wem der Bildschirm gehört, wenn ich eine Website aufrufe. Ein Popup, das sich uneingeladen auf meinem Display breit macht, geht eben gar nicht. Videos, die sich von selbst aktivieren und losplärren ebenso nicht (kann ich in Firefox jetzt einfach stummschalten und weiterlaufen lassen und freu mich wie Bolle) und seitliche Werbung auf mobilen Geräten, die sich in dem Bereich befindet, in dem man mit seinem Finger scrollt und die sich unbeabsichtigt öffnet, ist eine bodenlose Unverschämtheit.

    BILD ist ein fieser Sonderfall, weil die ja verlangen, dass man seinen Adblocker komplett abschaltet. Ich hab da ein Mini-Abo für die Bundesliga, aber meine Besuche dort sind erheblich weniger geworden, was auch ganz gut für meine intellektuelle Integrität ist. GEO, Schöner wohnen etc. laufen im Übrigen bei mir trotz Adblocker.

    Zuletzt: Zählpixel und anderer Tracking-Mist gehören auf den digitalen Müllhaufen, sind aber wohl kaum zu verhindern. Ein weiterer Grund, Adblocker zu nutzen, um diesen Eingriff in die Privatsphäre so weit wie möglich einzudämmen. In der letzten Zeit habe ich viel gelacht, über die dämlichen Versuche der Werbe-Tycoons Adblock-Nutzer zu Sozialschmarotzern hochzustilisieren. Das ist schon eine Infamie ersten Ranges. Die schnüffeln in unseren Leben rum und verhökern unsere Daten, um uns dann mit manipulativem Neuro-Shit zum Kauf von Schwachsinn zu bewegen und tun jetzt so, als seien die User der Untergang der abendländischen Ökonomie.

    Für die Medien habe ich natürlich Verständnis, aber die machen sich auch keine Mühe und kaufen fertige und aufdringliche Pakete inklusive Schnüffelfunktion ein. „Echte“ Journalisten sollten da eine größere Verantwortung ihren Lesern gegenüber haben – aber gut, in Zeiten des Redaktionssterbens und unter dem Damoklesschwert der „5-Cent-pro-Wort-Ausbeutung“ für hirnrissige Mikro-Texte, wenn man keinen Job mehr hat, muss man wohl des Lied dessen singen, dessen Brot man isst.

    Nehmen wir noch ein anderes Beispiel: Werbung auf Medienseiten, wie RTL, Pro Sieben etc., die mittlerweile sogar Reisen verkaufen, mit halbseidenen Freegames unseren Kindern die Kohle aus der Tasche ziehen und die anderen Branchen, die mit hochqualifizierten Mitarbeitern arbeiten, die Butter vom Brot nehmen, weil sie oder ihre Geschäftspartner einfach ein Callcenter mit Studis und Hausfrauen bestücken, die das Massengeschäft abgreifen. Sollen wir denen noch Werbegeld in den Rachen stopfen? Das sind alles Konzerne, die uns digital ausbeuten, ja, mal ganz ehrlich, weil wir zu doof oder zu bequem sind, uns dem zu widersetzen.

    Ich räume ein: Über alles, was ich da sage, kann man geteilter Meinung sein. Klar ist allerdings, dass es da keine Gerechtigkeit gibt, und dass wir 2016 endlich 1984 haben – und eine Zeit, in der Kinderblogger, die gerade mal drei Sätze geradeaus schreiben können, sich für redaktionelle Genies halten, wenn sie Nagellack, Luftmatratzen und anderen Kram pseudo-journalistisch anpreisen.

    Ich finde diese Welt manchmal eklig, obwohl auch ich in ihr arbeite. Aber ich kann ja duschen.

    Liebe Grüße Thomas

    Antworten
  3. Arbol

    Ich muß Gruner und Jahr gratulieren. Abgesehen davon, das ich kein Leser von G+J Heften bin, interessiert es mich doch, wenn ein Verlag ankündigt Abblockblocker einzusetzen. Nun benutze ich keinen ausgesprochenen Adblocker, aber aufgrund negativer Erfahrungen noscript und dazu ghostery.
    Bei ausgeschaltetem JavaScript und, durch ghostery blockierten Werbediensten, passiert bei Schöner Wohnen, wie auch bei Geo nichts. Kein hinweis darauf, das ich JavaScript aktivieren soll, kein Hinweis darauf, irgendwelche Werbedienste im ghostery freigegeben werden müssen.
    So einen schönen unsichtbaren Werbeblocker-blocker habe ich selten gesehen. Sehr wirksam!

    Antworten
    1. Tina BauerTina Bauer Artikelautor

      Hey Arbol,

      Uns ist auch schon aufgefallen, dass der Blocker zumindest auf Geo.de heute nicht so recht funktioniert. Grundsätzlich aber sollte er da sein und Content blockieren. :)

      LG,
      Tina

      Antworten

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