SEO - Suchmaschinenoptimierung

Entitäten und Hummingbird: kleiner Ausblick in die SEO Zukunft

Kleiner Vogel, große Wirkung: Dank Hummingbird Update wird Google noch semantischer. Was das für die Suche bedeutet lest Ihr hier.

Google hat ein Herz für Tiere: Nach Panda und Pinguin kommt jetzt ein kleiner Vogel zu großem Ruhm – der Kollibri beziehungsweise Hummingbird. So nennt sich das neueste Algorithmus Update, das die Suche dank Einsatz weiterer semantischer Technologien noch etwas „schlauer“ macht. Search Engine Land Gründer Danny Sullivan berichtete Ende September über Hummingbird und lieferte in den FAQ’s Antworten auf die wichtigsten Fragen. Das von Google mit den Attributen „precise and fast“ belegte Algorithmus Update (deswegen der Kollibri als Namenspate) ist mehr als ein kleiner kosmetischer Eingriff. Vergleicht man die Suchmaschine mit einem Auto, dann wurde mal eben der komplette Motor ausgetauscht. Der Eingriff war so grundlegend, dass selbst Google auf Nachfrage von Danny Sullivan sich nicht mehr genau erinnern konnte, wann man das letzte Mal so einen Eingriff durchgeführt habe:

Google struggled to recall when any type of major change like this last happened. In 2010, the “Caffeine Update” was a huge change. But that was also a change mostly meant to help Google better gather information (indexing) rather than sorting through the information. Google search chief Amit Singhal told me that perhaps 2001, when he first joined the company, was the last time the algorithm was so dramatically rewritten.

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Mit dieser komplett neuen Maschine im Motorraum der Suchmaschine hat Google mit seinen nunmehr zehn Jahre alten Technologien aufgeräumt, um den heutigen Anforderungen an Suchanfragen zu genügen. Was heißt das genau?

Entitäten-Analyse: Search Queries werden exakt zerlegt

Paradebeispiel ist die „Conversational Search“ (wir berichteten). Wer zum Beispiel heute nach einem guten Pizzabringdienst in seiner Nähe sucht, gibt nicht einfach „Pizza München“ in den Suchschlitz ein, sondern „Wo kann ich gute Pizza in der Nähe von München-Schwabing bestellen?“

Hummingbird konzentriert sich bei solchen Suchanfragen auf die Bedeutung der einzelnen Komponenten. In diesem Fall wäre das „Pizza“ für das Essen, was man sucht, der Ort „München“, Stadtteil „Schwabing“ sowie „bestellen“, was bedeutet, dass man nicht essen gehen, sondern bestellen will. Hummingbird versucht also, möglichst jedes Wort in der Query zu berücksichtigen, um somit das Maximum an Relevanz rauszuholen. Ein perfektes Suchergebnis für dieses Fallbeispiel würde Pizzabringdienste möglichst exakt in der Nähe des Wohnortes (wenn man seine Adresse vorher angegeben hat) auflisten. Laut Google soll es sogar möglich sein, dass man auf Attribute wie „gute Pizza“ achtet und gleich Bewertungen zu den einzelnen Bringdiensten rankt.

Was mit dem Hummingbird passiert, ist letztlich ein weiterer Schritt in Richtung semantischer Technologisierung der Suchmaschine. Google führt in seiner Analyse von Suchanfragen eine Entitätenerkennung durch. Eine Entität ist laut Definition „ein individuelles und eindeutig identifizierbares Exemplar von Dingen, Personen, Begriffen oder Konzepten“. Die einzelnen Entitäten werden dabei „durch ihre Attribute (Eigenschaften) beschrieben“ (vgl. „Unternehmensweites Datenmanagement: Von der Datenbankadministration bis zum Informationsmanagement“). So viel zur Theorie, wie sieht das in der Google Praxis aus?

Die Suchanfrage „Gute Pizza in München-Schwabing bestellen“ würde in folgende Entitäten zerlegt:

  • Pizza -> Subjekt -> Entität
  • Gut -> Attribut
  • München-Schwabing -> Objekt -> Entität
  • bestellen -> Prädikat, das die Entitäten miteinander verknüpft

Seine Schoko-Seite präsentieren: Einsatz semantischer Markups empfehlenswert

Die semantische Suche greift für die erfassten Entitäten nun auf einen Daten-Pool (beziehungsweise Vokabular) zurück, die Daten werden intern validiert und mit Verbindungen zu passenden Suchergebnissen hergestellt, sodass im Ergebnis ein sehr gut bewerteter Pizzalieferant in der Nähe von Schwabing ganz oben gerankt wird und der User nicht mehr hungrig ist.

I’ve said this dozens of times over the last 3 years: by using semantic markup, ALL your business data and digital content become easily accessible to search engines. Business data consists of rich media video content, product reviews and ratings, location and contact information, business specialty details, special offers, product information and the list goes on […] “.

Für die SEO-Praxis heißt das: Hochwertiger Content in allen Formen ist nach wie vor King, durch Hummingbird hat sich auch daran nichts geändert. David Sullivan empfiehlt darüber hinaus, semantische Markups auf seiner Seite einzusetzen. Diese seien für Suchmaschinen wie Schokolade – „they love it and eat it up!“

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