10 CEOs und ihre schwierigsten Interview-Fragen: Warum du vor dem Bewerbungsgespräch Monopoly spielen solltest

Was haben Monopoly und Wein gemeinsam? Ganz klar: beide sind Bestandteile von Job-Interview-Fragen ganz anderer Art. Wir haben zehn davon zusammengesammelt.

© Flickr / Mikael Miettinen, CC BY 2.0

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Inzwischen weiß jeder, was uns in einem traditionellen Jobinterview erwartet. Die Frage nach den größten Stärken, den größten Schwächen und – wenn es einigermaßen kreativ ist – den Hobbies. Vermutlich haben wir uns alle zu diesen Standardfragen auch Standardantworten überlegt, was die ganze Idee das Bewerbungsgespräche so manchmal sogar ad absurdum führen kann.

Da sind die folgenden Job-Interview-Fragen, die CEOs vor allem Bewerbern in höher dotierten Positionen stellen, nicht nur eine erfrischende Abwechslung – sie sind bitter nötig. Und spannend dazu.

1. „Willst du lieber gefürchtet oder respektiert werden?“

Diese Frage stellt Michael Gregoire, CEO von CA Technologies, seinen Bewerbern. Auch wenn es zunächst so scheint: Hier gibt es nicht die eine richtige Antwort. So sei es, laut Gregoire, in einem kameradschaftlichen Team wichtiger, respektiert als gefürchtet zu werden. Befindet sich eine Firma jedoch kurz vor dem Untergang oder ist zumindest ins Wanken geraten, kann es helfen, härtere Saiten aufzuziehen. Und natürlich sagt die Antwort auf diese Frage viel über die Führungspersönlichkeit des Bewerbers aus.

2. „Warum bist du heute hier?“

Sind wir mal ehrlich: Die meisten Menschen gehen zu einem Bewerbungsgespräch, weil sie einen Job wollen. Vielleicht sogar einen Job brauchen. Bei dieser Frage geht es aber nicht um das Offensichtliche. Gordon Wilson, CEO bei Travelport, möchte damit ergründen, ob es einem Bewerber mehr um die Firma oder mehr um sich geht. „Es ist unglaublich, wie viele auf diese Frage damit antworten, was ihre Vorteile von der Firma sind – und nicht was die Firma für Vorteile von ihnen hat.“ Im Idealfall, so Wilson, sollte man etwa 70 Prozent von den Vorteilen sprechen, die man der Firma bieten kann und nur zu 30 Prozent, was man sich von der Firma erhofft. Wenn man sich persönlich einbringe, würde der Rest ohnehin von alleine kommen.

Egoisten haben bei dieser Frage auf jeden Fall keine Chance.

3. „Was sind deine größten Träume im Leben?“

„Think big“, dürfte das Motto von Zhang Xin sein. Die Selfmade Millionärin hat sich von ganz unten hochgearbeitet. Da ist es selbstverständlich, dass sie auch von ihren zukünftigen Angestellten große Träume erwartet. Und diese Träume können nicht groß genug sein. Luftschlösser gibt es bei jemandem, der einen Lebenslauf wie Zhang Kin hingelegt hat, nur wenige.

4. Wie du in den Wald hinein rufst…

In manchen Firmen fängt das Bewerbungsgespräch schon lange vor dem Auftauchen des HR-Managers an. Rick Goings von Tupperware interviewt nämlich vor oder nach einem Job-Interview stets auch die Sekretärin oder den Chauffeur. Wie hat sich der Kandidat gegeben? Hat er sich zuvorkommend verhalten? Wer nach oben buckelt und nach unten tritt, wird also schnell wieder aus dem Pool der Bewerber aussortiert.

5. „Welches Grundstück bei Monopoly magst du am liebsten?“

Die Schlossallee, die Schillerstraße oder doch lieber das Wasserwerk? Die Antwort auf diese Frage sagt viel über den Bewerber aus, findet auch Ken Moelis, Gründer von Moelis & Co. Zum Beispiel darüber, wie sie Risiko und Belohnungen bewerten. Also: vor dem nächsten Bewerbungsgespräch ruhig noch einmal eine Runde Monopoly spielen – sonst kannst du nachher doch nur mit der Schlossallee antworten.

6. und 7. „Erzähle mir von einer Situation, in der du Misserfolg hattest“

Misserfolge gehören zum Leben dazu und Fehler macht jeder einmal. Es kommt aber immer darauf an, wie man mit sich und mit der Situation nach einem Fehler umgeht, findet auch Roger Crandall. Der Mann ist CEO bei einer großen amerikanischen Versicherungsgruppe, MassMutual. Eine Variation dieser Frage, die der CEO von Algebris, Davide Serra, anwendet, ist: „Was ist der größte Fehler den du begangen hast und was hast du aus ihm gelernt?“ Während es diese Version direkt auf den Punkt bringt und man wohl auch eine direkte Antwort erhält, verrät die subtilere Variante eventuell mehr. Zum Beispiel, weil hier viel von Körpersprache und der Art der Antwort – direkt oder ausweichend – abgelesen werden kann.

8. „Wer wolltest du mit sieben oder acht Jahren sein?“

Ich würde gerne ausprobieren, zu welcher Diskussion die Antwort „Pippi Langstrumpf“ führen würde. Hauptsache, sie ist spannend und abwechslungsreich. Denn genau darum geht es Barbara Byrne von Barclays: „Ich möchte herausfinden, ob ich es mit dem Bewerber im Flugzeug von LA bis New York aushalten kann, ohne mich zu langweilen.“ Übrigens: Wir sprechen hier von einem Zeitraum von ungefähr sechs Stunden. Eine anspruchsvolle Leistung also, die richtige Antwort auf diese Frage zu finden.

9. Problem solving mit Wein

Eine alkoholische Variante der Bewerbungsfallen hat sich Charles Phillips von Infor ausgedacht. Er bittet seine Bewerber, für ihn und die anderen Anwesenden, den Wein auszusuchen. Jetzt outet sich der Bewerber entweder als Weinkenner – oder er muss so tun, als wenn er einer wäre. Alternativ sucht er einfach den teuersten Wein auf der Karte aus oder bittet um Hilfe. Wie der Bewerber mit dieser Situation umgeht, ist das, was Phillips interessiert.

10. Bälle auffangen

Ein gutes Gespräch ist wie das gemeinsame Jonglieren mit Bällen. Und Atul Kunwar, Präsident von Tech Mahindra, weiß diese Bälle aufzufangen. Als er einen Kandidaten nach dessen Hobbies fragte und der antwortete, er würde singen, forderte er ihn auf, vor versammelter – hochkarätiger – Mannschaft ein Liedchen zu trällern. „Er hatte den Mut und sang gut. Das zeigte mir, dass er Leidenschaft hatte und sich Dinge selbstbeibringen kann.“

10 kreative Fragen also, die gerne auch einmal in den unteren Karrierestufen ankommen können, um dem Ganzen einfach etwas mehr Pepp zu verleihen. Wie siehst du das? Auf welche Frage würdest du am liebsten antworten? Verrate es uns in den Kommentaren.

Quelle: qz.com

Über Linda Ewaldt

Linda Ewaldt

Linda Ewaldt hat in Hamburg Germanistik und Psychologie studiert und danach Redaktionsluft in kleinen Startups und großen Unternehmen geschnuppert. Seither ist sie freiberuflich tätig und ihre Spezialgebiete sind Karriere und Gesundheit. Am liebsten schreibt sie für OnlineMarketing.de Artikel, die beides miteinander verbinden.

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