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Fyuse: Das schnell wachsende soziale Netzwerk bietet Fotos mit Perspektive

Fyuse macht Bilder durch räumliche Fotografie begehbar, wodurch Inhalte interaktiv werden und Interesse wecken. Wir haben ein Interview mit Co-Gründer Stefan Holzer geführt.

Anschauliches Design und einfach zu bedienen: Fyuse ist eine App und soziales Netzwerk für räumliche Fotografie

Anschauliches Design und einfach zu bedienen: Fyuse ist eine App und soziales Netzwerk für räumliche Fotografie

2015 ist das Jahr der visuellen Inhalte – keine andere Art von Content erfreute sich einer vergleichbaren Beliebtheit. Da verwundert es nicht, dass visuelle Netzwerke sich als erfolgreichste ihrer Art erwiesen haben und immer stärker genutzt werden. Hierzulande eher noch ein Underdog wird Fyuse in den USA bereits in „Best New Apps“ in Apples App Store geführt. Das soziale Netzwerk des Startups Fyusion macht 3D-Fotografie für Jedermann verfügbar, hat ein starkes Wachstum zu verzeichnen und wird nicht grundlos als das nächste Instagram gehandelt. Räumliche Fotos sind relativ neuartig und dürften auch für Marketers ziemlich interessant sein. Wir haben ein Interview mit dem Co-Gründer und CTO Stefan Holzer geführt.

Unser Ziel ist es, Fotografie neu zu definieren.

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Fyuse ist eine neuartige App für räumliche Fotografie. Mit ihr lassen sich 3D-Fotos erstellen und mit anderen teilen. Mit dem Hin- und Herschwenken des Smartphones ändert sich beim Ansehen der Betrachtungswinkel, so dass ein einziges Bild aus verschiedenen Perspektiven angesehen werden kann. Besitzer der neuesten Samsung Galaxy („Virtual Picture“) oder iPhone-Generation („Live Fotos“) dürften mit diesem Feature bereits vertraut sein, das in der Foto-App zu finden ist. Da inzwischen beide großen Smartphone-Player auf den Zug der interaktiven Fotografie aufgesprungen sind, sollte anzunehmen sein, dass sich da ein Trend entwickelt, den man – insbesondere als Marketer – im Auge behalten muss. Fyuse will mit der Technologie die Fotografie revolutionieren.

Fashionbloggerin Ariana Lauren hat fast 40.000 Follower bei Fyuse, nur 8.000 mehr sind es bei Instagram. 

Räumliche oder 3D-Fotos sind keine neue Erfindung. So werden sie etwa in Onlineshops wie Amazon bereits eingesetzt, um dem Kunden eine Rundum-Ansicht des Produktes zu ermöglichen. Fyuse bringt die 3D-Technologie aber verpackt in einem sozialen Netzwerk auf jedes Smartphone und hat innerhalb eines Jahres eine beträchtliche Userbase aufgebaut. Genaue Zahlen werden dabei nicht genannt, „allerdings können wir sagen, dass wir sehr großes Wachstum erfahren“, so Holzer. Auch sogenannte Influencer, Nutzer mit tausenden Followern wie Ariana Lauren etwa, gibt es bereits auf Fyuse.

Die Reaktionen von Benutzern haben unsere Erwartungen deutlich übertroffen.

Das soziale Netzwerk wurde über Nacht zum Hit: Fyuse kam im August 2014 auf den Markt, in Marketing wurde nicht investiert. Kurz nach der Veröffentlichung startete die App zunächst in Japan durch, wo sie im App Store gefeatured wurde. Einen Monat später dann wurde sie in den USA zur viertbeliebtesten App in der Kategorie Fotografie. In Europa konnte sich Fyuse erst in Rumänien durchsetzen und ist dort die App mit den meisten Downloads. Zum derzeitigen Zeitpunkt ist Fyuse im App Store in den USA in der Kategorie „Best New Apps“ gelistet.

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Die Idee zur App für räumliche Fotografie kam den vier Fyusion-Gründern während ihrer Zeit als Wissenschaftler. Die Forscher kamen mit 3D-Technologien in Berührung und waren vom großen Mehrwert für den Konsumbereich überzeugt, so dass sich das Team an die Entwicklung einer App machte, um die Technologie für die breite Masse zugänglich zu machen. Man rechnete anfangs zwar damit, dass die App von der Userbase angenommen wird, jedoch wurden alle Erwartungen deutlich übertroffen. „Die Benutzer sind begeistert von der neuen Art der visuellen Darstellung und die Fyuse-Community wächst schneller als wir es je erwartet hätten“, so Holzer.

Unsere Technologie vereinfacht die Erstellung und Betrachtung von räumlichen Produktpräsentationen deutlich.

Fyusion wurde von vier führenden Experten in den Bereichen Bildverarbeitung, Robotik und dem maschinellen Lernen gegründet und besteht aus einem schnell wachsenden Team von derzeit 25 Mitarbeitern mit Sitz in San Francisco. Um die 3D-Technologie sowie die App schnell weiter entwickeln zu können, konnten in bislang zwei Finanzierungsrunden über 16 Millionen Dollar eingesammelt werden.

So ist das langfristige Ziel von Fyusion die veränderte Wahrnehmung von Bildern, indem eine innovative Darstellung und Betrachtungsweise geboten wird, die es zulässt mit den Bildern zu interagieren und sie aus mehreren Blickwinkeln ansehen zu können. Neben der App soll der Fokus künftig jedoch stärker auf der Implementierung der Technologie mittels SDKs im E-Commerce liegen, so dass Produktpräsentationen greifbar gemacht werden. Zusätzlich eröffnen sich vor dem Hintergrund des Aufstiegs von Augmented und Virtual Reality-Formaten völlig neue Perspektiven zur Visualisierung und räumlichen Darstellung für das Startup.

Drei der vier Fyuse-Gründer auf einem Fyuse: Radu Rusu (CEO, Mitte), Stephen Miller (VP Engineering, links) und Stefan Holzer (CTO, rechts). Der vierte im Bunde, Pantelis Kalogiros, VP of Web, ist auf dem Fyuse nicht zu sehen.

Die App ist gerade einmal ein Jahr alt, doch gibt es schon vorzeigbare Use Cases von Unternehmen, die sie schon jetzt adaptiert haben. So kann Fyuse neben weiteren namhaften Marken etwa den renommierten Chefkoch Michael Mina als Referenz aufweisen, der Fyuse zur Eröffnung seines neuen Restaurants „The Mina Test Kitchen“ einsetzte. Auch CITROËN nutzte die Technologie bereits zur Einführung seines neuen C1, allerdings bislang nur im englischsprachigen Raum. Und sogar Celebrities wie Sängerin Katy Perry sind bereits auf Fyuse zu finden. Die beliebtesten Kategorien sind Fashion, Beauty, Food und Travel. Die neue Form der Darstellung wirkt ziemlich ansprechend, interessant ist die Rundum-Ansicht in einem ansonsten (zumeist) statischen Bild. Da immer mehr Blogger Fyuse entdecken, ziehen sie durch ihren Einfluss auch weitere User an und die Plattform wird schnell größer.

App mit Perspektive

Fyuse ermöglicht 3D-Fotografie für Jedermann und bietet Marketern in Zukunft sicher eine vielversprechende Plattform. Da das User Engagement sehr hoch ist und Fyuses noch leicht gefeatured werden, so dass sie in den Galerien auftauchen, ist auch mit starken Reichweiten zu rechnen. Fyuses erinnern als räumliche Fotos an eine Art Mix aus Foto und Video, und ermöglichen eine Rundum- oder Panorama-Ansicht. So kann die Arbeit mit Bloggern und die Produktdarstellung um ein Level erhöht werden, allerdings gibt es, wie auch bei Instagram, einen gewissen Anspruch an die Qualität der Fyuses. Marketer sollten sich Fyuse einmal anschauen, Potential ist in jedem Fall vorhanden, eine große und schnell wachsende Useranzahl ebenfalls. Momentan besteht allerdings noch keine Möglichkeit Anzeigen zu schalten, der gesamte Content ist organisch.

Über Tina Bauer

Tina Bauer

Studierte Sozialwissenschaftlerin mit Hang zu Online und Marketing. Seit 2014 als Redakteurin & Content Managerin bei OnlineMarketing.de.

2 Gedanken zu „Fyuse: Das schnell wachsende soziale Netzwerk bietet Fotos mit Perspektive

  1. Uwe Uhrig

    Spannende Sache. Man sieht ab und zu schon mal in Webshops z.B. bei Perl usw. Mich würde allerdings interessieren, wie die App als Internet-Marketer zu nutzen ist? Sicherlich auch zur Produktpräsentation. Besonders interessant wäre allerdings eine Werbemöglichkeit auf der Website und der App!

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    1. Tina BauerTina Bauer Artikelautor

      Hallo Uwe,

      Die App ist gerade mal ein Jahr alt, wo die Reise genau hingehen soll, wissen wir zur Zeit noch nicht. Zwar ist von Paid Media noch nicht zu reden, doch kann man mit ein wenig Zeit auch auf diesem Netzwerk bereits Influencer ausmachen und sicher auch ansprechen. Ansonsten können die Fyuses auch schon eingebettet und zur Präsentation eingesetzt werden. Leider sind mir derzeit noch keine Use Cases von Unternehmen bekannt, die sich bereits positionieren konnten.

      Antworten

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