SEO - Suchmaschinenoptimierung

Drei Empfehlungen, um den Google Panda 4.0 glücklich zu machen

Bisher schlug kaum ein Google Update so ein wie Panda 4.0. Alle Auswirkungen sind noch immer nicht klar – doch es kommt Licht ins Dunkle.

© julien tromeur - Fotolia.com

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Heftig und schnell – so schlug der Panda 4.0 ein

Wenn Google Updates seines Algorithmus ankündigt und durchführt, sorgt das zumeist neben dem Bedarf an SEO-Beratung vor allem für Sorgenfalten in den Gesichtern eben dieser Berater – das war auch beim Panda 4.0 Update nicht anders, mit dem Google den Zustand des State of the Art wieder einmal neu definiert. Dieses Mal gab es jedoch zwei kleine Unterschiede.

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  1. Das komplette Panda 4.0 Rollout war mit einer Dauer von weniger als zehn Tagen so kurz wie noch nie, wie Matt Cutts auf Nachfrage von Glenn Gabe von SearchEngineWatch berichtet.
  2. Das Google Update schlug dieses Mal besonders heftig ein: Ein wohl nicht unerheblicher Teil an Websites verlor über Nacht mehr als 60 Prozent seines Traffic. Glenn Gabe fand sogar Websites mit fast 75 Prozent Einbruch beim organischen Google Traffic.

Google Analytics Tipp1: Um den Einfluss von Panda 4.0 auf eure Website festzustellen, in Google Analytics die Anzahl der Besucher mit dem Segment der organischen Suchzugriffe anzeigen lassen und auf große Sprünge um den 20. Mai 2014 herum achten.

Drei Dinge, die der Panda 4.0 hasst – und wie man sie beseitigen kann

Doch was läuft bei diesen Websites falsch? Klar ist: Panda soll die Search Engine Result Pages von Websites mit schlechter Qualität und wenig Inhalt beseitigen. Daraus ergeben sich drei Dinge, die zum Schutz vor dem Panda 4.0 dringend zu beachten sind.

  • Zu wenig Content
    Wer mit seiner Website bisher für hunderte Keywords im Google Ranking auftauchte, im Wesentlichen allerdings herzlich wenige bis schlicht gar keine guten Inhalte bietet, dürfte die Top-SERPs jetzt verlassen haben. Doch keine Panik:
    Glenn Gabe skizziert einen Fall, in dem er für einen Kunden 70 Prozent der insgesamt 200.000 indexierten Seiten vernichtet hat. Sie enthielten zu wenig, zu wenig relevanten oder doppelte Inhalte – der Effekt: Der organische Google Traffic stieg auf 140 Prozent an!
  • Duplicate Content
    Wie gerade schon skizziert, ist Duplicate Content ebenfalls dringend zu vermeiden. Das betrifft nicht nur den offensichtlich doppelten Inhalt, der irgendwo manuell herauskopiert, vielleicht sogar durch Scraping gewonnen oder einfach nur schlecht im Spinning verarbeitet wurde. Auch Produktbeschreibungen und dergleichen, welche zum Beispiel vom Hersteller vorgegeben oder mitgeliefert werden, bereiten Probleme – die nächste Abstrafung kommt bestimmt.
    Wer allerdings keine Zeit (und damit Geld) in die Hand nehmen möchte, um individuelle Produktbeschreibungen zu verfassen, der kann beispielsweise auf das Canonical Tag zur Kennzeichnung von Duplicate Content zurückgreifen.
  • Schlechtes User Engagement
    Ebenfalls ein stark diskutiertes Thema in der Suchmaschinenoptimierung ist der Einfluss von User Engagement. Google ist in der Lage dies zu messen – etwa aufgrund der starken Verbreitung von Google Analytics oder auch nur über die erste und die erneute Verwendung der Suchmaschine für einen ähnlichen Begriff.
    Glenn Gabe von SearchEngineWatch rät deshalb ausdrücklich zur Verwendung der Adjusted Bounce Rate in Google Analytics. Dies ist neben der Bedingung der fehlenden Interaktion mit der Website auch an die eines schnellen Verlassens (zum Beispiel innerhalb der ersten fünf Sekunden) geknüpft, um so beispielsweise Zugriffe auf Blogs, bei denen das eigentliche Ziel des Nutzers ja lediglich das bloße Lesen eines einzigen Posts ist, besser abzubilden.

Google Analytics Tipp 2: Die Implementierung der Adjusted Bounce Rate in Google Analytics ist extrem einfach. Dazu im Tracking Code einfach nach Aufzeichnung des Pageview mit _gaq.push([‚_trackPageview‘] ); folgenden Code einfügen:
setTimeout(„_gaq.push([‚_trackEvent‘, ’15_seconds‘, ‚read‘] )“,15000);

Im Fazit gilt vor allem eines (Buzzword Bingo): Was zählt ist Content. Unique und hochwertig.

Seid ihr vom Panda 4.0 Update betroffen? Wie geht ihr mit der Abstrafung gegebenenfalls um?

Über Atilla Wohllebe

Atilla Wohllebe

Atilla Wohllebe berichtet für OnlineMarketing.de über aktuelle Entwicklungen der Branche mit Fokus auf Webanalyse, SEO und Datenschutz. Parallel zu seinem Studium zum Master of Science in E-Commerce an der FH Wedel ist er im Bereich E-Mail Marketing Consulting tätig.

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7 Gedanken zu „Drei Empfehlungen, um den Google Panda 4.0 glücklich zu machen

  1. Sash

    Mich würde mal deine Meinung interessieren.

    Ich arbeite an einem Bewertungssystem für bestimmte Produkte (Nische).

    Das Konzept ist ganz einfach:
    Produkt x wird mit allen Infos vom Hersteller (Texte,Video,Bilder,Banner etc vorgestellt.)
    Diese Produkte kann dann der Nutzer bewerten.

    Also- das sagt der Hersteller über das Produkt, das sagen wir bzw. die Nutzer.

    Ich sehe hier keinen Sinn nun unique Content zu erstellen. Denn die Aussage des Herstellers ist essenziell und die der Nutzer auch. Wenn der Hersteller in seiner Produktbeschreibung leere Versprechen gibt, dann möchte ich das als neutrale Plattform auch so aufzeigen.

    Muss ich nun damit rechen nie mit den Produkten gut zu ranken?

    Das zweite was mich interessiert. Das Bewertungssystem ist nur ein Teil. Es ist zwar sehr groß (ca. 3500 Produkte), jedoch ist das ganze an ein Online Magazin gekoppelt. Hier wird jede Menge Unique Content erstellt.

    Wird denn nun die ganze Seite „abgestraft“ oder nur der Teil des Bewertungssystems?

    Danke dir schon mal.

    Grüße

    Antworten
    1. Atilla WohllebeAtilla Wohllebe Artikelautor

      Hallo Sash,
      deine erste Frage kann ich eventuell auf Basis einiger Erfahrungen mit artverwandten Projekten beantworten: Im Prinzip reden wir darüber, dass du zwar wenig bis keinen Content wirklich selbst erstellst, dafür aber Inhalte aggregierst und kuratierst. Wenn ich das soweit richtig verstanden habe, würde ich vor allem auf zwei Dinge achten:
      1) Quellen: Ich versuche, Content für solche Projekte aus mehreren Quellen zu beziehen – Hersteller, Produktbewertungen auf Portal X, Y und Z, dein eigener Eindruck (oder gar deine eigene Erfahrung) und natürlich durch Nutzer generierte Inhalte.
      2) Überarbeitung: Ich versuche, immer möglichst wenige Inhalte (nicht mal n kleinen Teilen) wortwörtlich zu übernehmen. Dazu kannst du entweder klassisches Spinning mit einem Programm wie dem Article Wizard betreiben oder tatsächlich wie aus dem Deutschunterricht bekannt, Inhaltsangaben und Zusammenfassungen schreiben. (Lässt sich im Zweifel und je nach dem, wie hoch du skalierst, über günstige Schüler als 400 Euro Jobber oder über Texter-Börsen abbilden.)

      Zur zweiten Frage möchte ich dir – weil ich es nicht sicher sagen kann und die genauen Umstände, d. h. insb. die „technische Umsetzung“ nicht kenne – ungerne beantworten. Sagen wir es mal so: Mit anständiger Content Curation habe ich gute Erfahrung gemacht.

      Viele Grüße
      Atilla Wohllebe

      Antworten
  2. Strasser

    Hi Zusammen,

    ich konnte auch einen leichten Rückgang bemerken, mein Projekt ist relativ klein und auch mehr ein Hobby. Primär haben mich in den Rankings nun Shops abgehängt die vorher weit hinter mir lagen und deren Content uralt ist.

    Ich frage mich ebenfalls wie genau hochwertiger Content von Google identifiziert wird. Ich sehe neuerdings Seiten vor mir, die nur so vor Schreibfehlern strotzen (auch meine hat welche definitiv, aber nicht jedes 2. Wort). Es kann ja nicht der Sinn sein nun einfach auf Artikel zu setzen die 1500 Wörter und mehr beinhalten. Kurze Artikel (um die 500-600 Wörter) müssen aus meiner Sicht keinesfalls minderwertiger Content sein.

    Vielleicht ist die Bouncerate bei mir ein Thema diese liegt bei mir um die 74%, die „normale“ bei Google Analytics.

    Antworten
    1. Atilla WohllebeAtilla Wohllebe Artikelautor

      Hallo Strasser,
      ich habe mir gerade mal dein Projekt angesehen, sehr spannend! Grundsätzlich kenne ich die Problematik, von Shops in den organischen Suchanfragen abgehängt zu werden – das Problem umgehe ich, indem ich meine Inhalte stärker um das eigentlich beworbene Produkt herum streue.
      In deinem Beispiel würde ich vermutlich auf Inhalte setzen, die sich (ohne sich jetzt mit Katzenminze auszukennen…) damit beschäftigen, welche Krankheiten und Leiden mit welchen Symptomen Katzen bekommen können, die mit Katzenminze geheilt werden, welche Fragen vielleicht bei der Einnahme bzw. Verabreichung von Katzenminze auftreten können etc.

      Dann konkurrierst du nämlich plötzlich mit SEO-seitig mittelprächtig aufgestellten Nischenforen, die du schon einfacher „wegboxen“ kannst als irgendwelche Shops.

      Was die Artikellänge angeht, kann ich dir absolut zustimmen: 500 Wörter sind meiner Erfahrung nach genau so guter Content wie 1.500 – nur, dass es eben 1.000 Wörter weniger gibt, die potenziell indexiert werden können.

      Bezüglich deiner Bouncerate können mal ein Blick auf deine auflaufende Suchanfragen (organische Keywords) in Google Analytics helfen: Vielleicht findest du darin die Antwort, weshalb deine Besucher so „flott wieder abziehen“.

      Viele Grüße
      Atilla Wohllebe
      Verfasser des Artikels

      Antworten
    1. Atilla WohllebeAtilla Wohllebe Artikelautor

      Hallo Stefanie,
      cool, dass du schon Universal Analytics verwendest! Leider gibt es auf deine Frage nicht nur eine, sondern gleich mehrere Antworten in Form von Varianten. Ich empfehle dir dazu folgenden Blogpost von Simo Ahava: http://www.simoahava.com/analytics/track-adjusted-bounce-rate-universal-analytics/
      Denk aber daran, dass die Zeit, bis zu der ein Bounce gemessen wird – genau wie Session Dauern – stark von deiner Website bzw deinem Geschäftsmodell abhängig sein kann. Nur so kannst du aussagekräftige, nicht in die Irre führende Daten erhalten.
      Herzlich grüsst
      Atilla Wohllebe

      Antworten

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