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Zoom: Keine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für User der Free-Version
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Zoom: Keine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für User der Free-Version

Nadine von Piechowski | 04.06.20

Eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung der Gespräche bleibt nur für zahlende Zoom-Kunden verfügbar. Denn das Unternehmen möchte weiterhin mit staatlichen Behörden kooperieren können.

Das Videocall-Unternehmen Zoom bestätigte diese Woche, dass es keine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für User der Free-Version geben wird. Der Grund: Der Konzern möchte staatlichen Behörden – falls nötig – Zugang zu den aufgezeichneten Gesprächen gewährleisten können. Dazu sagte Eric Yuan, Gründer und CEO von Zoom, während eines Treffens mit den Investoren:

We think this feature should be a part of our offering for professional customers. […] Free users – for sure we don’t want to give [them] that, because we also want to work together with the FBI, with local law enforcement, in case some people use Zoom for a bad purpose.

Verschlüsselung der Gespräche vorerst nur für zahlende Kunden

Dass Zoom nicht über eine herkömmliche Ende-zu-Ende-Verschlüsselung verfügt, sorgte bereits für Kritik, da das Unternehmen fälschlicherweise damit warb. Aufgrund der Coronapandemie ist die Nutzung des Videokonferenz-Tools stark angestiegen. Da immer wieder erhebliche Sicherheitsmängel auftraten, verordnete Yuan einen 90-tägigen Feature Freeze, um diese zu schließen. Hierfür übernahm Zoom sogar das Verschlüsselungsunternehmen Keybase. Das Team rund um Sicherheitsexperten Max Krohn sollte mit höchster Priorität daran arbeiten, eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für die Gespräche der User einzuführen. Zoom bestätigte vergangene Woche gegenüber dem Onlineportal Reuters bereits, dass diese nun für zahlende Kunden ausgerollt wird. Ob auch User der freien Version ende-zu-ende-verschlüsselte Gespräche über Zoom führen können, war zu diesem Zeitpunkt noch unklar. Jetzt erteilte Yuan dieser Option eine klare Absage.

Keine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bei Zoom: Sicherheit oder Privatsphäre?

Zoom entschied sich gegen eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für alle User. Das Unternehmen möchte weiterhin staatliche Einrichtungen, falls nötig, mit der Herausgabe von User-Daten oder Gesprächsaufzeichnungen unterstützen können. Da dies die Privatsphäre der Nutzenden erheblich beeinträchtigt, gab es bereits in der Vergangenheit rege Diskussionen – und das nicht nur für Vidoecall Tools. Auch Social-Media-Plattformen sind sich uneinig, ob die Verschlüsselung der Gespräche zugunsten der Staatssicherheit aufgegeben werden sollte. So sprachen sich Investoren des Social-Media-Giganten Facebook auf einem Treffen für die Verschiebung einer vollständigen Codierung der User-Nachrichten aus.


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Yuan betonte in einem aufgezeichneten Investorengespräch, dass ein dauerhaftes Abhören der User Meetings gegen Zooms Richtlinien verstoßen würde. Daher müssten auch User der Free-Version keine Bedenken haben, dass ihre Gespräche durch die fehlende Ende-zu-Ende-Verschlüsselung mitgeschnitten und abgehört werden. In einem Statement verkündete ein Sprecher des Unternehmens:

Zoom does not proactively monitor meeting content, and we do not share information with law enforcement except in circumstances like child sex abuse. We do not have backdoors where participants can enter meetings without being visible to others. None of this will change. Zoom’s end-to-end encryption plan balances the privacy of its users with the safety of vulnerable groups, including children and potential victims of hate crimes.

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