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Social Media Marketing
Twitch startet Mid-Roll Ads, die Streamer nicht kontrollieren können
© Caspar Camille Rubin - Unsplash

Twitch startet Mid-Roll Ads, die Streamer nicht kontrollieren können

Niklas Lewanczik | 16.09.20

Mid-Roll Ads gibt es bei Twitch schon länger, doch jetzt experimentiert die Plattform damit, diese selbst bei einigen Creatorn einzuspielen - ohne den Streamern eine Kontrolle darüber zu geben.

Die Streaming-Plattform Twitch versucht mit neuen Werbeerfahrungen Umsaztpotentiale für Creator und das eigene Unternehmen zu fördern, während gleichzeitig mehr Raum für Marken geboten wird. Von Twitch selbst gesteuerte Mid-Roll Ads sollen den Streamern zusätzliche Einnahmen ermöglichen, könnten aber auch in unpassenden Momenten auftauchen. Trotz der Bild-in-Bild-Ansicht dürften die Ads einige Viewer stören; da aber Turbo User und Nutzende mit einem Abonnement für den Channel werbefrei bleiben, könnte Twitch auch darauf abzielen, die Zahl der zahlenden Abonnenten zu erhöhen.

Neue Werbeerfahrung: Twitchs Mid-Roll Ads auf Affiliate und Partner Channels

Via Twitter kündigte Twitch an, für einige Viewer auf der Plattform bei allen Affiliate- und Partner-Kanälen automatisierte Mid-Roll Ads auszuspielen. Dabei haben die Creator keinen Einfluss auf diese Ads. Allerdings werden die Ads laut Twitch nicht auftauchen, sofern es beim betroffenen Kanal zuvor schon eine Werbeunterbrechung gab.

Im Blogpost auf Twitchs Hilfeseite ist zu erfahren, dass die neue Werbeerfahrung derzeit als Experiment läuft. Das Unternehmen gibt an, dass Werbung sehr wichtig ist, um die Plattform für Creator und User kostenlos anbieten zu können. Wer jedoch Turbo User ist oder Abo-Kunde, kann die Streams ohne Werbung verfolgen.

Genau wie Pre-Roll Ads werden die neuen Mid-Roll Ads von Twitch und nicht vom Creator geschaltet. Derlei Ads in einem Stream gab es bisher schon, allerdings wurden diese dann vom Streamer selbst integriert. Für die seit September aktiven Mid-Roll Ads werden die Creator jedoch genauso bezahlt wie für andere Werbeunterbrechungen auf ihrem Kanal. Außerdem hat Twitch in allen Kanalkategorien das sogenannte Bild-im-Bild-Feature aktiviert. Daher können Viewer den Stream auch dann weiterverfolgen, wenn eine Mid-Roll Ad abgespielt wird. Ein Beispiel liefert der Twitter User @GottaBeHenry:

Mehr Abo-Kunden und Turbo User? Twitch lädt zu Feedback ein

Twitch hebt im Hilfedokument deutlich hervor, dass die eigene Ausspielung der Mid-Roll Ads nur ein Experiment ist. So sehen lediglich vereinzelte Viewer der einzelnen Kanäle diese Werbung und die Plattform regt die Creator an, viel Feedback zum Feature zu teilen. Das können diese im Bereich User Voice tun. Dort gibt es bereits einen Thread mit hunderten von Kommentaren, die sich gegen diese Werbeform aussprechen. Während Pre-Roll Ads eher akzeptiert werden, gefällt gerade den Viewern der Gedanke an die Mid-Roll Ads nicht, die nicht vom Streamer kontrolliert werden können. Ein User schreibt:

Not a good idea at all. I can accept preroll ads but mid-roll ads during a livestream? Unacceptable! This will heavily damper the experience both for the viewer and for the streamer. It especially affects those who run ASMR streams, speedruns, and tournaments which rely on people to keep viewing so they dont miss out on epic moments. Please do not go forward with this experiment and keep it where it belongs, in the trash.

Wenn Streamer aktiv Werbepausen bei ihren Streams einschalten, wird Twitch dafür sorgen, dass die Viewer nicht zusätzlich mit Mid-Roll Ads konfrontiert werden. Trotzdem möchten viele Viewer eine Streaming-Erfahrung ohne Werbung. Und womöglich dürften einige User sich deshalb eher für Abonnements von Kanälen oder Twitch Turbo entscheiden – was dem Unternehmen und Streamern zugute kommen würde. Außerdem könnten die Mid-Roll Ads für Marken eine gute Gelegenheit bieten, um Twitch-Publika zu erreichen; insbesondere, da die Twitch-Mutter Amazon gerade programmatisches Werben auf der Plattform via Amazon Advertising ermöglicht hat.

Gleichzeitig sollte Twitch jedoch aufpassen, mit zu aufdringlichen Werbeformaten nicht sowohl die Viewer als auch die Streamer zu vergraulen. Denn die Konkurrenz bei Facebook Gaming oder YouTube Gaming schläft nicht.


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