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Social Media Marketing
Memes: Ein effektives Marketing Tool für Social Media

Memes: Ein effektives Marketing Tool für Social Media

Ein Gastbeitrag von Juliane Pröll | 30.08.19

Memes sind ein effektives Tool für Social-Media-Marketing. Sie stärken die Community, schaffen mehr Reichweite und machen sich Trends zunutze.

Memes sind im Internet allgegenwärtig und bei den Followern und Usern beliebt. Wie ihr diese Beliebtheit für euer Marketing nutzen könnt, wie ihr sie erstellt, auf was ihr achten müsst und welche Vorteile sie bringen, erfahrt ihr in diesem Beitrag.

Der Begriff „Meme” tauchte erstmals 1976 im Buch „Das egoistische Gen” verfasst vom Biologen Clinton Richard Dawkins auf. Er bezeichnet damit die Übertragungseinheit kultureller Informationen oder eine Einheit der Imitation. Dawkins kürzte einfach das griechische Wort „Mimeme” ab, das „etwas nachahmen” bedeutet. Er liefert übrigens in seinem Buch auch gleich die richtige Aussprache dazu, wie er auf Twitter schreibt: „Reimt sich auf ‚Cream‘.” 

Memes sind so sehr mit dem Internet, seinen schnellen Trends und Strömungen verwoben, dass sie so gut wie jedem geläufig sind, der sich im Netz herumtreibt. Darin besteht auch die Gefahr: schlecht gemachte, nichts aussagende oder zu zahme Memes können schnell den Spott der User auf sich ziehen. Richtig gemacht haben sie jedoch einen großen Nutzen für das Marketing auf Social Media-Kanälen. Denn lustige, interessante oder kuriose Memes bleiben den Nutzern im Gedächtnis und haben noch weitere Vorteile.

Memes kosten (fast) nichts

Memes nutzen meist Inhalte, die es schon gibt. Es muss also nicht zwangsläufig neuer Content geschaffen werden. Meist reicht es, den Text des Bildes zu ändern, um die passende Aussage zu erreichen. Das spart Zeit und Geld der Grafikabteilung oder die eigene Arbeitszeit. Firmen wie Denny’s Diner und Netflix nutzen die Meme-Marketingstrategie schon seit längerem.

Ein Problem bringt die schnelle Weiterverwertung allerdings mit sich: Da das Bild oder Video sowie der zu sehende Bildcontent (wenn es sich zum Beispiel um eine Filmszene handelt) ursprünglich von jemandem geschaffen wurde, gehören dieser Person oder dem Unternehmen die Rechte daran

© 9gag

Auch das Recht am eigenen Bild muss beachtet werden, wenn sich fremde Personen darauf befinden. Theoretisch könnten also die Urheber oder Personen, die sich auf dem Bild befinden, gegen die Verwendung des Memes dagegen vorgehen. Es passiert nicht oft, trotzdem kommt es zu hin und wieder zu KlagenDeshalb ist es ratsam, eigene Memes zu kreieren, zum Beispiel mit kostenlosen oder bezahlten Stockfotos. Am sichersten und günstigsten ist es, den Inhalt selbst zu erstellen.

Memes schaffen Community

Gemeinsam lachen stärkt das Wir-Gefühl. Genau diesen Punkt bedienen Memes. Auf einem Social Media-Kanal tummelt sich je nach Produkt oder Thema eine bestimmte Zielgruppe. Durch die Memes wird ein Zugehörigkeitsgefühl erzeugt. Denn die meisten Follower des Kanals verstehen den Witz oder kennen die Situation, auf die er anspielt. Dadurch entsteht wiederum eine Identifizierung mit dem Unternehmen oder dem Produkt. Welches Meme bei welchem Publikum gut ankommt, ist abhängig von der Zielgruppe. 

Ist das Meme gut, wird es von den Followern geteilt und erhält damit noch mehr Reichweite, die wiederum der Firma oder dem Produkt zugute kommt und im besten Fall zu neuen Kunden und mehr Absatz führt.

Ein passendes Meme für die Marke

Um ein passendes Meme zu schaffen, müssen Marketingstrategen die aktuellen Meme Trends im Auge haben. Ein Meme kann zwar provokativ sein, es darf aber eine gewisse Grenze nicht überschreiten. Ein Meme kann schnell als beleidigend oder diskriminierend wahrgenommen werden. Um den richtigen Ton zu treffen, sollten folgende Kriterien beachtet werden: 

  • Welchen Content konsumiert die Zielgruppe?
  • Welche Vorlieben haben meine Kunden?
  • Welche Trends beschäftigen sie?
  • Mit welchen Problemen hat die größte Schnittmenge der Zielgruppe zu kämpfen?
  • Worüber lachen sie?
  • Was empfindet die Zielgruppe als negativ?

Nach diesen Kriterien wird das Meme anschließend erstellt. Dabei sollte es nie als Werbung zu erkennen sein. Call-to-Actions haben im Meme-Text nichts verloren. Bei bereits bestehenden Memes reicht es, dem Bild durch den Text einen neuen Dreh zu geben, um die Zielgruppe anzusprechen.

Memes sammeln

Für die Kreation ist es ratsam sich eine Sammlung bereits bestehender, aktueller und erfolgreicher Memes anzulegen. Die können als Vorlage oder einfach zur Inspiration dienen. Meme Templates finden sich zum Beispiel auf imgflip. Die Webseite knowyourmeme ist eine Art Meme-Bibliothek. Auch Filmdialoge, -ausschnitte oder Zitate eignen sich gut für Memes. Es lohnt sich deshalb, auch in dem Bereich zu sammeln. Dabei sollte jedoch immer klar sein, dass Urheberrechtsverletzungen bei solchen Sammlungen oft möglich und wahrscheinlich sind. Daher sind diese wissend in Kauf zu nehmen, jedoch kann durch eine Quellenangabe zumindest der Credit dargestellt werden. Ein Bewusstsein für die Bildrechte zu entwickeln ist gerade bei der häufigen Nutzung jedoch besonders wichtig. In einer Studie haben Forscher mittlerweile die Quellen der beliebtesten Bilder ermittelt. 

© memedroid.com

Auf die Umsetzung kommt es an

Ob das Meme ein ein GIF, ein Screenshot oder ein selbstgeschossenes Foto wird, hängt von der Message und dem Zweck ab. Welches Format wie bei der Zielgruppe ankommt, lässt sich nur durch stetiges Experimentieren und Auswerten der Likes und Kommentare feststellen. Auch die Schriftart spielt eine Rolle. „Klare” geradlinige Schriftarten lassen sich leichter lesen als verschnörkelte und werden deshalb oft verwendet.

Wem es an Ideen mangelt, der kann mit einfachen Memes zu Jahrestagen wie dem „Handtuchtag”, der sich auf den Roman „Per Anhalter durch die Galaxis” bezieht, oder dem „Internationalen Tag des Brotes” beginnen. Auch Memes zu Events wie der Fußballweltmeisterschaft oder dem Oktoberfest bieten sich je nach Firma, Produkt oder Dienstleistung an. Während Handtuchhersteller oder Schwimmbäder denn „Handtuchtag” als Meme nutzen können, ist die Fußballweltmeisterschaft für Sportartikelhersteller eine Steilvorlage.

Auch aktuelle Memes von anderen können geteilt werden, wenn sie zum Thema oder der Zielgruppe passen. Allerdings sollte dabei immer darauf geachtet werden, den Urheber auch im Post zu nennen. Wer sich unsicher ist oder auf Nummer sicher gehen will, fragt beim Ersteller um Erlaubnis. 

Eine lohnende Marketingstrategie

Memes behaupten sich nun schon einige Zeit in den Tiefen des Internets. Viele bekannte Marken nutzen sie für ihr Marketing. Die Power der Memes kann sich jedes Unternehmen zunutze machen und damit eine erfolgreiche Marketingstrategie mit wenig Aufwand schaffen.

Kommentare aus der Community

Irene Wogler am 02.09.2019 um 08:23 Uhr

In Ihrem Artikel weisen Sie – durchaus zu Recht – darauf hin, dass man bei Verwendung von Memes in Gefahr gerät, fremde Rechte zu verletzen. Weiter unten aber empfehlen Sie Meme-Sammlungen, die fast ausschließlich Memes enthalten, die Rechte Dritter verletzen. Finde ich jetzt nicht gerade super.

Antworten
Niklas Lewanczik am 02.09.2019 um 12:06 Uhr

Hallo Irene,

das ist ein richtiger Einwand. Daher habe ich zumindest zwei hinweisende Sätze im Text ergänzt. Die Auswahl der Sammlungen lässt womöglich Diskussionen zu. Wichtig ist aus meiner Sicht das Bewusstsein für die Rechte am Bild oder Inhalt Dritter aufzubauen und sich bei einer Nutzung dieser Rechte und etwaiger Konsequenzen bewusst zu sein.

Beste Grüße

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