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Social Media Marketing
Kleinkinder im Visier: Facebook plant Angebot für 0- bis 4-Jährige

Kleinkinder im Visier: Facebook plant Angebot für 0- bis 4-Jährige

Aniko Milz | 29.09.21

Ein Projekt von Facebook beschäftigt sich damit, wie junge Nutzer:innen wieder auf die Plattform geholt werden können. Die Akquisition fängt bei Kindern zwischen null und vier Jahren an.

Facebook hat in den Jahren seit der Gründung eine große Entwicklung durchgemacht. Was als Kommunikationsnetzwerk für Studierende, Teenager und junge Erwachsene begann, gilt mittlerweile eher als Plattform für ältere Menschen, beziehungsweise die Boomer-Generation. Doch Facebook weiß, dass es, um mit Konkurrenz-Apps wie Snapchat oder TikTok mithalten zu können, die jungen Zielgruppen wieder für sich gewinnen muss. In einem Report aus einer Serie des Wall Street Journals (WSJ), die bereits für einiges Aufsehen sorgte, zeigt sich nun, dass Facebook den eigenen Fokus nicht wieder auf Teenager legt, sondern viel früher ansetzt: Bei Kleinkindern.

Facebook-Produkte für Kinder

Das Unternehmen hat mit dem Messenger für Kinder und Instagram Kids bereits mehrere Versuche gestartet, Produkte für Kinder bereitzustellen. Instagram Kids wurde jedoch erst vor Kurzem gestoppt. Nachdem eine Studie zeigte, dass Instagram eine toxische Wirkung auf die Wahrnehmung des eigenen Körpers für viele vor allen Dingen weibliche Teenager hat, wehrte sich Facebook zunächst. Doch nun, kurz vor der geplanten Anhörung (30.09.2021) wurde das Projekt pausiert. Umso überraschender ist die Erkenntnis aus dem WSJ-Bericht, dass Facebook Kinder quasi ab der Geburt studiert, um in Zukunft bessere Produkte auch für diese bereitzustellen. Das Unternehmen ging sogar so weit, Überlegungen anzustellen, wie Playdates von Kleinkindern als Wachstumstreiber genutzt werden können.

With the ubiquity of tablets and phones, kids are getting on the internet as young as six years old. We can’t ignore this and we have a responsibility to figure it out,

heißt es in einem internen Dokument von Facebook, das dem WSJ vorliegt. Facebooks Motivation, Kinder so früh wie möglich an die eigenen Services zu binden, dürfte daher kommen, dass die Nutzer:innenzahlen im Teenageralter stark abfallen. Laut Zahlen, die dem WSJ vorliegen, sind die täglichen User im Teenageralter in den vergangenen zwei Jahren um 19 Prozent gefallen und könnten bis 2023 um weitere 45 Prozent fallen. Da ist es kein Wunder, dass Facebook schon in einem jüngeren Alter ansetzen und die Nutzer:innen binden möchte.

„Like all technology companies, of course, we want to appeal to the next generation“

It’s not new and it’s not a secret that social-media companies try to understand how teens and preteens use technology. Like all technology companies, of course, we want to appeal to the next generation, but that’s entirely different from the false assertion that we knowingly attempt to recruit people who aren’t old enough to use our apps,

möchte Instagram Chef Adam Mosseri dieses Vorgehen rechtfertigen. Der Fokus auf Preteens, Kinder und Kleinkinder ist jedoch befremdlich. Besonders in Hinblick auf die Untersuchungen zu dem zunächst eingestellten Instagram for Kids. Dort hatten Umfragen ergeben, dass viele junge Nutzer:innen ein gestörtes Körperbild und Suizidgedanken auf die Social App zurückführen. Ob Produkte, die auf noch jüngere User ausgelegt sind, bessere Auswirkungen haben können oder noch gefährlicher sind, bleibt abzuwarten. Fakt ist, dass bereits Kleinkinder mit den sozialen Netzwerken in Kontakt kommen. An einem sicheren Umgang muss also so oder so dringend gearbeitet werden.

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