Mobile Marketing

3,75 Euro für YouTube und 2,30 für Instagram: Das würden Nutzer für populäre Apps zahlen

Wenn Apps wie Instagram, Snapchat, YouTube oder Google Maps kostenpflichtig wären, was würdest du zahlen? Eine Studie zeigt, was US-Nutzer zu entrichten bereit wären.

© McGuffin

Gemeinhin gilt für viele Apps: sie sind für den Nutzer grundsätzlich kostenlos, bezahlt wird mit den Daten, die er an den Anbieter übermittelt. Aber wie sähe die Digitallandschaft aus, wenn die populärsten Apps nicht kostenfrei wären? Wären alle User bereit, für Google Drive, WhatsApp, Facebook, YouTube und Co. zu zahlen? Eine Studie in den USA offenbart, welche Summen im Schnitt gezahlt würden – und was die Unternehmen damit verdienen könnten.

Bis zu 4,20 US-Dollar monatlich: Die meisten würden für populäre Apps zahlen

Wie oft am Tag nutzt du deine Top Apps wie Instagram, Google Maps, Facebook, vielleicht auch FaceTime, Google Drive, YouTube oder Snapchat? McGuffin hat sich die Frage gestellt, ob Nutzer bereit wären, für derlei Apps zu zahlen – obwohl sie mit den Daten, die sie an Google, Facebook und Co. liefern, natürlich bereits die Grundlage für eine extreme Monetarisierung bereitstellen. In der Studie von McGuffin sind 16 populäre Apps ins Zentrum gestellt worden. Dazu zählen:

  • YouTube
  • Google Maps
  • Google Drive
  • Facebook
  • LinkedIn
  • FaceTime
  • Reddit
  • Venmo
  • Instagram
  • Facebook Messenger
  • WhatsApp
  • Twitter
  • Google Translate
  • Pinterest
  • Snapchat
  • Yelp

Das Unternehmen befragte 2.004 Nutzer zwischen 18 und 71 Jahren in den USA. Ziel der Umfrage war es, zu ermitteln, ob und wie viel die User bereit sind, für diese Apps zu zahlen. Das Ergebnis zeigt, dass in den meisten Fällen knapp drei Viertel, zumindest aber zwei Drittel der Nutzer zum Zahlen bereit sind. Für YouTube zum Beispiel würden 72 Prozent bezahlen, sogar 4,20 US-Dollar (oder 3,75 Euro) im Monat. Für den Navigator aus Google Maps würden sie knapp 3,5 US-Dollar hinlegen, zu 78 Prozent. Mit 89 Prozent würden die meisten für WhatsApp zahlen. Immerhin ist die Messaging App neben dem Messenger, für den genau 66 Prozent zahlen würden, eines der wichtigsten Kommunikationsinstrumente. Allerdings wären die User bei WhatsApp nur zur Zahlung von 2,38 US-Dollar im Schnitt bereit. Für Facebook (2,92 US-Dollar) und Instagram (2,56 US-Dollar) würden die Nutzer ebenfalls einen Obolus entrichten.

Für Plattformen und Dienste wie LinkedIn und Google Drive wären sie sogar bereit 2,84 beziehungsweise gar 3,31 US-Dollar pro Monat abzugeben.

Das sind die Nutzer der Umfrage zu zahlen bereit, © McGuffin

Einnahmequellen? Pinterest oder LinkedIn könnten die Einkünfte mächtig ankurbeln

Die kleine Studie von McGuffin zeigt, dass viele User nicht auf ihre wichtigsten Apps verzichten wollen würden und demnach bereit wären, dafür sogar zu zahlen. Nun ist die Umfrage aus den USA und mit keiner allzu großen Nutzerzahl durchgeführt worden. Daher kann sie nicht 1:1 als Voraussetzung für andere Märkte genommen werden. Sie deutet aber an, wie relevant einige Apps, besonders WhatsApp oder YouTube, in bestimmten Bereichen aber auch Google Drive oder LinkedIn geworden sind. Diese möchte man nicht missen, weshalb auch kostenpflichtige Versionen ihre Anhänger fänden.

So hat McGuffin auch ermittelt, was die Unternehmen verdienen könnten, wenn die Angaben der User zur Zahlung ernst genommen und in Umsätze umgerechnet würden. So könnte beispielsweise Pinterest, das 2018 gut 750 Millionen US-Dollar mit Werbung gemacht hat – und gerade die 300 Millionen monatlich aktiven Nutzer erreichte – noch einmal 4,9 Milliarden US-Dollar Umsatz machen; ein Plus von 563 Prozent. Auch ein Unternehmen wie LinkedIn, das zwei Milliarden US-Dollar mit Werbung umsetzte (2018), könnte noch einmal 8,1 Milliarden durch Abo-Gebühren für die App einnehmen. Umsatzgewinner wäre indes YouTube mit gut 69 Milliarden US-Dollar zusätzlich.

So viel könnten die Unternehmen hypothetisch mit App-Gebühren einnehmen, © McGuffin

Auch wenn McGuffins Studie eher ein Gedankenspiel ist, zeigt sie, dass das Umsatzpotential von Apps enorm ist. Insbesondere, da so viele Nutzer bereit wären, für die Apps zu zahlen. Und auch, wenn es nur 50 Prozent wären, wären die Umsatzchancen riesig. Allerdings machen Facebook, Google oder Twitter ohnehin mit Werbung gutes Geld; Snapchat, Pinterest und LinkedIn könnten von den Einnahmen noch deutlich mehr profitieren, weil sie größer wären als die Werbeeinkünfte. Aber wenn all diese Apps etwas kosten würden, dürften sich auch viele User überlegen, welche Applikation sie behalten – und welche vielleicht nicht.

Daher sind innovative Wege der Monetarisierung gefragt, solange die Apps nichts kosten. Die Abgabe der Daten sollten die Nutzer zudem auch als Währung sehen. Denn mit Daten kann ein Facebook bekanntlich ähnlich viel anfangen wie mit ein paar Dollar; vielleicht letztlich sogar mehr.

Über Niklas Lewanczik

Niklas Lewanczik

Niklas hat an der Uni Hamburg Deutsche Sprache und Literatur sowie Medien- und Kommunikationswissenschaften studiert und schreibt als Redakteur über Social Media, SEO und innovative Themen im Kontext des digitalen Marketing. Wenn er sich nicht gerade dem Marketing zuwendet, dann womöglich den Entwicklungen im modernen Fußball oder dem einen oder anderen guten Buch.

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