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Wizards Unite im Praxis-Check: Kann Harry Potter mit Pokémon Go mithalten?

Einmal in die magische Welt eintauchen: Das neue AR-Game macht Hogwarts real. Doch was bietet das Spiel und kann es im Vergleich zum Vorgänger überzeugen?

© Niantic

Am Abend des 22. Juni 2019 ging ein Traum für diejenigen in Erfüllung, die an ihrem 11. Geburtstag durch das Ausbleiben ihres Hogwarts Briefs enttäuscht wurden: Wizards Unite kam in die App Stores. Das Augmented Reality Game ermöglicht es Harry Potter Fans weltweit ihre Lieblingsreihe weiterhin zu erleben – und das im eigenen Alltag. Á la Pokémon Go begeben sich die Spieler auf eine Reise durch die Straßen ihrer Stadt und versuchen dabei Harry und Co. zu unterstützen und das Geheimnis der magischen Welt zu wahren. Die treue Fangemeinde des Fantasy-Klassikers bietet für Entwickler Niantic großes Potential. Doch was bietet Wizards Unite und kann das Spiel mit Pokémon Go mithalten? Wir haben den Check gemacht.

Kurz erklärt: Darum geht es in Wizards Unite

Zugegeben, auch ein Teil unserer Redaktion gehört zu den treuen Potterheads, die nicht genug von den Abenteuern rund um den kleinen Zauberer bekommen können. Also war es für uns klar, dass wir einen genaueren Blick auf das neue AR-Game werfen und es auch selbst anspielen. Und für Fan-Service ist en masse gesorgt, denn: Das Spiel setzt dort ein, wo die Bücher enden. Harry Potter ist erwachsen und arbeitet als Auror (Zaubererpolizist) für das Ministerium für Magie. Natürlich dürfen auch Harrys Freunde Ron, Hermine, Halbriese Hagrid und viele andere nicht fehlen. Im Grunde geht es im Spiel selbst darum, dass durch einen noch nicht weiter erklärten Vorfall mit einem mächtigen Zauberer magische Gegenstände in die Muggelwelt (Muggel = Nicht-Magier) geraten. Dies stellt eine große Bedrohung dar, denn die magische Welt unterliegt strikten Geheimhaltungsrichtlinien. Du als Spieler musst nun also wieder für Ordnung sorgen.

Ein Wiedersehen mit dem Kindheitshelden: Harry hilft dem Spieler durch das Spiel.

Ein Gameplay mit viel Potential und Fan-Service

Als Spieler bist du Mitglied der sogenannten Eingreiftruppe, die dafür sorgt, dass magische Geschöpfe, Zauberer in Not und Co. gerettet werden, bevor sie von Muggelaugen entdeckt werden. Den besonderen Reiz macht dabei natürlich die AR aus – Hippogreife, Todesser und Co. tauchen plötzlich mitten auf der Straße oder in den eigenen vier Wänden auf. Es gibt natürlich auch viele Parallelen zum Erfolgshit Pokémon Go. Portschatullen müssen wie Poké-Eier durch das Laufen einer bestimmten Strecke geöffnet werden, Antiobskuranten wirken wie Lockmodule und lassen eine größere Zahl magischer Gegenstände erscheinen. Außerdem werden die Arenen zu Zaubererherausforderungen, welchen wir uns mit Freunden stellen können. Doch es steckt mehr in Wizards Unite. Im Gegensatz zu Pokémon Go enthält das Game Rollenspielelemente und du verfolgst eine Story.

Im eigenen Wohnzimmer muss der Spieler Hagrid retten. Dafür muss der entsprechende Zauber auf dem Display nachgezeichnet werden.

Im Laufe dieser triffst du auf viele liebevolle Details wie  Zauber, Zaubertränke, Zutaten, Personen, Geschöpfe, die den Fans aus Büchern und Filmen nur allzu bekannt sein dürften. Für Nostalgie ist also definitiv gesorgt. Im späteren Handlungsverlauf kannst du sogar einen Job wählen: Magizoologe, Auror oder Professor. Alle drei Berufe sind unter Fans äußerst beliebt. Und ersterer holt damit auch die Fans der Fantastische Tierwesen-Reihe ab, die sich um den sympathischen Magizoologen Newt Scamander dreht. Ein weiterer Pluspunkt aus Sicht der Fans ist zudem, dass die Spieler sich für eines der vier Hogwarts-Häuser entscheiden können. Unter dem Strich geht es bei Wizards Unite aber vor allem um das Sammeln von Zaubertrankzutaten und magischen Objekten für die Alben.

Eines der Sammelalben aus Wizards Unite. Objekt 1 ist der frisch gerettete Hagrid.

Pokémon Go vs. Wizards Unite – Wer macht das Rennen?

Trotz des großen Potentials und den treuen Fans der Harry Potter-Saga zeichnen die Zahlen ein klares Bild. Innerhalb der ersten Woche nach Launch wurde das Spiel 6,5 Millionen mal heruntergeladen und machte einen Umsatz von 3 Millionen US-Dollar. Was für Niantic nicht schlecht klingt, ist jedoch ein mageres Ergebnis im Vergleich zum Release von Pokémon Go. Dieses wurde im selben Zeitraum 38,5 Millionen mal heruntergeladen mit einem Umsatz von 58 Millionen US-Dollar. Dazu muss jedoch gesagt werden, dass das Pokémon-Franchise bedeutend größer ist als das von Harry Potter und sich über eine breitere Fanbase erfreut. Außerdem überzeugten die Pokémon Spiele von Nintendo jahrelang durch Qualität und so setzten die Fans diese Hoffnung auch in den Ableger fürs Smartphone. In Sachen Games enttäuschte Harry Potter hingegen und lediglich die frühen Spiele für die Playstation sowie die Lego-Adaptionen konnten bei den Fans punkten. Demnach wäre eine gewisse Skepsis der Harry Potter-Fans gegenüber Wizards Unite nicht verwunderlich. Zudem sind AR-Games heute keine absolute Neuheit mehr wie zum Release von Pokémon Go und der Hype um diese hat bereits etwas nachgelassen.

Natürlich bietet auch Wizards Unite die Option auf In-Game Käufe an. Diese haben jedoch keinen größeren Einfluss auf das Spielerlebnis und Spieler können dieses genießen, ohne ein Gefühl von Pay-to-Win zu bekommen. Dies spiegelt sich jedoch auch in den Zahlen wieder. Während die Spieler von Pokémon Go  durchschnittlich 1,50 US-Dollar ausgaben, sind es bei Wizards Unite bisher lediglich 50 Cent. Bis zum Ende des ersten Monats rechnet Niantic mit einem Gesamtumsatz von 10 Millionen US-Dollar. Wie bereits erwähnt, ist dies definitiv kein schlechtes Ergebnis, jedoch enttäuschend im Vergleich zu Pokémon Go.

Rezensionen: Ist Wizards Unite Top oder Flop?

Freunde des Datenschutzes sollten bei Wizards Unite lieber die Augen schließen. Ebenso wie „Vorgänger“ Pokémon Go braucht das Spiel einen ständigen Zugriff auf deinen Standort. Außerdem musst du dich über Google oder Facebook anmelden, wodurch Niantic Zugriff auf deine persönlichen Daten erhält. Einem Großteil der Spieler dürfte dies jedoch herzlich egal sein, solange sie in die magische Welt eintauchen und Spaß haben können. Und die Bewertungen in App- und Play Store zeichnen genau dieses Bild ab. Diese liegen zwischen 4,1 und 4,6 Sternen. Im deutschen Google-Play Store liegt das Game ebenfalls bei 4,1. Damit ist Wizards Unite auf einem guten Weg und muss sich kein bisschen hinter Pokémon Go verstecken.

Diverse Bewertungen sind sich außerdem darüber einig, dass Wizards Unite bei weitem ausgereifter ist als Pokémon Go zu seinem Release. Es gibt wenig Abstürze und Bugs. Das neue AR-Game nutzt die besten Mechaniken und Gimmicks seines Vorgängers und verbindet diese mit sinnvollen Erneuerungen, die das Spielerlebnis „magisch“ machen.

Persönliches Fazit aus der Redaktion

Nachdem das letzte Harry Potter-Spiel fürs Smartphone, A Hogwarts Mystery, reichlich enttäuscht hatte, war ich gegenüber Wizards Unite äußerst skeptisch. Doch die ersten paar Minuten des Gameplays hatten mich direkt in ihren Bann gezogen. Musik und Szenerie lassen die Herzen von Fans definitiv höher schlagen. Die Spielmechanik muss man mögen. Wer als Harry Potter-Fan auch Pokémon Go nicht abgeneigt ist, wird seinen Spaß mit Wizards Unite haben. Die neuen Features und die Rollenspielelemente sorgen außerdem dafür, dass das Spiel mehr als nur eine Kopie seines Vorgängers ist und sprechen auch eine andere Zielgruppe an. Gleichzeitig bleibt Wizards Unite jedoch vor allem eines: ein Sammelspiel. Auch wenn ich selbst jetzt noch Spaß daran habe, wird sich irgendwann eine Routine einstellen, die zwangsläufig zur Langeweile führt. Ebenso ging es mir schon mit Pokémon Go.

Abgesehen davon kann das Spiel jedoch besonders für Fans der Reihe ein echtes Highlight sein – schließlich hat man nicht jeden Tag Hagrid in seinem Wohnzimmer stehen. Und wenn Niantic regelmäßige Erweiterungen durch Updates zur Verfügung stellt und den Story-Modus aufrecht erhält und ausbaut, kann der anfängliche Hype sogar noch länger anhalten, als bei Pokémon. Vermutlich wird Wizards Unite dieses in den Zahlen nicht überholen. Doch soweit es keine Skandale und vermehrte Bugs geben wird, hat das neue AR-Game definitiv das Potential, ein echter Erfolgshit zu werden – und zu bleiben.

Über Michelle Winner

Michelle Winner

Nachdem Michelle Winner Erfahrungen in einer Lokalzeitung und im Eventbereich gesammelt hat, unterstützt sie nun seit 2017 die Redaktion und schreibt für das OnlineMarketing.de Karrieremagazin über Themen rund um den Büroalltag.

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