Social Media Marketing

White Nationalism und White Separatism auf Facebook und Instagram verbannt

Facebook greift durch und verbannt die radikalen Konzepte im Kontext von Hass. Mithilfe von KI sollen entsprechende Gruppen schneller entfernt werden.

© Facebook

Das Lob, die Unterstützung und die Repräsentation der Bewegungen und Konzepte des White Nationalism und White Separatism sind auf Facebook und Instagram nun explizit und in aller Form verbannt worden. Die Verbindungen zu Gruppen des Hasses haben auf den Plattformen keinen Platz, so die Erklärung. Während hasserfüllte Handlungen oder Inhalte ohnehin bei Facebook verboten sind, werden nun verschiedene Formen im Kontext der White Supremacy-Konzepte ausgeschlossen.

Facebook gegen Nationalismus, Rassismus und Co. 

Grundsätzlich haben Konzepte und Ismen wie Rassismus, Nationalismus, Sexismus usw. bei den Plattformen Facebook und Instagram laut Richtlinien keine Daseinsberechtigung. Dennoch tauchen immer wieder Inhalte auf, die sich auf Gruppen beziehen, welche sich dem White Nationalism oder White Separatism zugehörig fühlen. Facebook gibt im Blogpost an, dass White Supremacy, also der meist nationalistische und definitiv rassistische Gedanke einer weißen Vorherrschaft, keinen Platz beim Netzwerk hat. Allerdings wurden die Grundprinzipien etwa des White Nationalism vonseiten Facebooks zunächst nicht als gleichwertig mit diesem Gedanken anerkannt.

Breiter gefasste Konzepte des Nationalismus und des Separatismus werden von Facebook mitunter als Identitätselement akzeptiert. Doch in den vergangenen Monaten hat sich Facebook mit Vertretern der Zivilgesellschaft und Akademikern ausgetauscht, um letztlich, auch gestützt durch eine eigene Review, zu erkennen, dass die nun verbannten Konzepte sich von jenem der White Supremacy nicht bedeutungsunterscheidend trennen lassen. Daher dürfen die User zwar weiterhin ihren Stolz in Bezug auf ihre Herkunft repräsentieren – jedoch kein Lob und keine Unterstützung für White Nationalism und White Separatism zeigen.

Mithilfe von Machine Learning und KI-Technologien sollen Inhalte und Hassgruppen, die entsprechende Themen verhandeln, schneller identifiziert und entfernt werden können.

Facebook möchte an den Konzepten Interessierte auffangen

Mit der Bekanntgabe zur Verbannung von White Nationalism und White Supremacy stellte Facebook außerdem dar, dass man User, die nach einschlägigen Begriffen oder Phrasen bei Facebook oder Instagram suchen, unmittelbar mit Organisationen in Verbindung bringt, die Menschen dabei helfen, Gruppen des Hasses hinter sich zu lassen. So werden Nutzer, die beispielsweise nach „Heil Hitler“ suchen, mit der Organisation Life After Hate connected. Diese Gruppe wurde von ehemaligen gewalttätigen Extremisten gegründet und unterstützt bei der Krisenbewältigung, aber ebenso der Aufklärung über gesellschaftsfeindliche Konzepte wie auch White Supremacy.

Facebook unterstützt im Kampf gegen extreme Ismen, © Facebook

Während es immer wieder Nutzer gibt, die hasserfüllte, undemokratische oder rassistische Äußerungen und Inhalte bei sozialen Netzwerken teilen, sollte das klare Bekenntnis von Facebook auch gegen einzelne Konzepte, denen ähnliche Attribute zugeschrieben werden können, als positives Zeichen gewertet werden.

Es bleibt zu hoffen, dass diese Vorgabe auch rigoros durchgesetzt wird; und dass Verstöße entsprechend klar bestraft werden. Hervorzuheben ist, dass das Unternehmen die Nutzer, die dennoch an derlei Konzepten Interesse finden, nicht einzig verbannt, sondern ihnen einen anderen Weg zeigt. Dass somit der Hass aus dem Facebook-Kosmos verschwindet, ist illusorisch. Aber eine klare Positionierung ist immerhin ein guter Anfang. Und der wird auch die Werbekunden freuen, was für Facebook nicht unerheblich ist. Darauf lässt sich aufbauen, sowohl im Hinblick auf die Monetarisierung als auch auf eine Legitimation des Status als soziales Netzwerk. Leider werden das nicht alle so empfinden. Doch demokratisch-freiheitlich betrachtet ist es der einzige Weg.

Über Niklas Lewanczik

Niklas Lewanczik

Niklas hat an der Uni Hamburg Deutsche Sprache und Literatur sowie Medien- und Kommunikationswissenschaften studiert und schreibt als Redakteur über Social Media, SEO und innovative Themen im Kontext des digitalen Marketing. Wenn er sich nicht gerade dem Marketing zuwendet, dann womöglich den Entwicklungen im modernen Fußball oder dem einen oder anderen guten Buch.

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