Suchmaschinenmarketing

Was leistet Search Retargeting?

Ein SEO-Experte spricht über die Perspektiven und Potentiale eines vielversprechenden neuen Werbekonzeptes.

Grafik: Thommy Weiss / pixelio.de

Search Retargeting kann die erfolgreichste Komponente einer Online Marketing Strategie sein. Derek Marbie von Evolve Digital Labs ist davon wenigstens überzeugt, wie er in einem Gast-blog bei den Marketing Profs darlegt. Google bietet diese Funktion in Deutschland (noch) nicht an. Dennoch lohnt sich unbedingt, einen Blick darauf zu riskieren. Was also ist damit genau gemeint?

Was ist Search Retargeting?

Im Gegensatz zu traditionellem Retargeting basiert diese Variante auf den Daten der Suchmaschinen im Netz. War es bisher zwingend notwendig, dass der User eine bestimmte Zielseite wenigstens einmal angesteuert hat, reichen beim Search Retargeting die eingegebenen Suchbegriffe, die ins Advertising Netzwerk eingespeist werden können, um den User zu tracken. Zugleich würde damit zumindest eine partielle Alternative für teures und zeitaufwendiges SEO geschaffen werden. Insgesamt gewinnt die Marke erheblich an sowohl Reichweite als sie den User auch gezielter und verlässlicher weiter bewerben kann. Dazu hat die Retargeting Plattform Chango eine zusammenfassende Infographik erstellt, die verschiedene Formen des Retargeting auflistet und zusätzlich nach Relevanz bewertet:

Warum Search Retargeting?

Herkömmliche SE-Kampagnen mit den jeweils branchenspezifischen Begriffen bringen laut Statistik durchschnittlich eine CTR von 1-5% ein. Das heißt, bei einem Begriff mit beispielsweise 10.000 Useranfragen pro Monat entgehen dem Unternehmen mindestens 9.000 User mit potenziell hohem Interesse für die eigenen Produkte.

Search Retargeting Kampagnen hingegen versorgen den einzelnen User gezielt und ohne unmittelbare Konkurrenz mit Ads, und das engmaschiger als jede Pay Per Click-Kampagne. Darüber hinaus ist derartiges Retargeting in verschiedenen Kostenmodellen flexibel einsetzbar: es wird die gleiche Operation vorgenommen, aber zu günstigeren Konditionen. Zudem lassen sich verschiedene Strategien kombinieren: eine ortsbasierte Kampagne kann gleichzeitig den Fokus auf bestimmte Keywords setzen. Damit kann die Marke ihre Preispolitik optimieren und gleichzeitig Rückschlüsse über die Wirksamkeit ihre CTA-Elemente erreichen.

Strategien

Manche Werbestrategien zielen besonders auf die Conversion Rate ab, andere auf starke Keywords. Welche Tendenzen auch immer vorherrschen, wichtig ist es, auch die Kundenperspektive einzunehmen. Service- und Preisvergleiche sowie eine gute Reputation sorgen auf Contentseite für Comfort und Sicherheit. Auch für gesonderte Landing Pages sollte aus Gründen des Trackings gesorgt sein. Je nach Art des Angebotes können überdies Fallstudien, Gutachten oder Zertifikationen sinnvoll und gewinnbringend eingesetzt werden.

Ein Blick in die Zukunft

Das vielschichtige Problem des (Re-)Targetings könnte in den kommenden Monaten und Jahren noch wesentlich mehr in den Fokus der allgemeinen Aufmerksamkeit rücken. Erst kürzlich stellte ComScore mit seiner Validated Campaign Essential-Lösung eine Anwendung vor, die auf praktisch dieselben Unzulänglichkeiten reagiert. Und auch Google himself reagierte jüngst mit weitreichenden Verbesserungen seines Werbenetzwerkes, was einmal mehr die doch beträchtlichen Defizite auf diesem Gebiet dokumentieren.

Interessant dürfte es schließlich auch für den User als Werbekunde werden. Die Frage des gläsernen Kunden wird neu gestellt werden und einen Hinweis, dass der Weg für die Werbetreibenden kein Leichter sein wird, gibt bereits den „do not track“-Erlass der Federal Trade Commission (FTC), nach der es Marken den Konsumenten ausdrücklich zu ermöglichen haben, bei Bedarf  jegliche werbetechnischen „Verfolgungsmaßnahmen“ zu ihrer Person zu unterbinden.

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