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Walmarts neuer Online-Shop ist ein Gegenentwurf zu Amazon

Amazon ist und bleibt der Branchenprimus im E-Commerce. Mit seinem neuen Online-Shop will Walmart dem Unternehmen jetzt aber deutliche Marktanteile abnehmen.

Walmart Onlineshop

© PhotoMIX-Company | Pixabay, CC0

Auch das erste Quartal 2018 brachte für Amazon wieder neue Rekordzahlen. Der E-Commerce-Marktführer hat gegenwärtig keine ernstzunehmende Konkurrenz in seinem Kerngeschäft. Viele etablierte Einzelhändler versuchen sich trotzdem auf dem Online-Markt zu behaupten. Der größte unter ihnen hat dazu jetzt einen neuen Online-Shop gelauncht.

Beeindruckende Zahlen

Walmart macht mit seinen 11.700 Läden weltweit einen Jahresumsatz von rund 500 Milliarden Dollar. Das ist dreimal so viel wie Amazon erwirtschaftet. Im Online-Bereich sieht es allerdings anders aus; dort schafft Amazon mit 118 zu 11 Milliarden Dollar einen zehnmal so hohen Umsatz. Um in diesem Bereich stärker zu werden, fährt Walmart seit einigen Jahren eine aggressive Online-Strategie. Dazu zählen Unternehmenskäufe und zusätzlicher Service für Kunden wie die kostenlose Lieferung innerhalb von zwei Tagen. Das anfänglich starke Wachstum hat sich mittlerweile aber abgeschwächt. Mit dem neuen Online-Shop will Walmart das ändern und Amazon attackieren.

Eigener Shop, eigenes Konzept

Mit seinem Online-Shop hat Walmart keinen Amazon-Klon gebaut. Der Einzelhandelskonzern verfolgt ein ganz anderes Konzept in seinem Auftritt, der mit dem von Amazon wenig gemeinsam hat. Am ersten Kontaktpunkt wird dem Besucher ein großes Bild von Familien in ihrem Zuhause oder von Familien im Urlaub gezeigt. Damit soll beim Kunden direkt ein wohliges Gefühl erzeugt und er als Mensch willkommen geheißen werden.

Im weiteren Verlauf der Seite verzichtet Walmart auf eine möglichst dichte Vorstellung seiner Produkte, wie es Amazon bevorzugt. Stattdessen setzt die Firma auf viel Platz zwischen den Produkten. Das entspannt die Optik und setzt damit das wohlige Gefühl vom Empfangsbild fort.

Die Produkte werden im Gebrauch in ihrer angedachten Umgebung dargestellt, im Gegensatz zum häufig klinisch weißen Hintergrund bei Amazon. Auch wenn die gesamte Bildsprache damit nach einer exklusiven Lifestyle Brand aussieht, hat das Motto „Everyday Low Prices“ weiterhin oberste Priorität, versichert Walmart.

Lokal und persönlich

Walmart verlängert mit seinem Online-Shop die lokalen Märkte ins Internet. Dabei liegt der Fokus nicht auf den 80 Prozent der Waren, die landesweit identisch sind. Vielmehr werden die 20 Prozent der Waren betont, die es ausschließlich im Markt vor Ort gibt. Zusätzlich werden die Artikel hervorgehoben, die aktuell besonders nachgefragt sind.

Damit der Kunde immer genau die für ihn passenden Produkte findet, hat Walmart lange an der Erstellung von Personas gearbeitet. Die typischen Unterscheidungen in „Familienvater mit zwei Kindern“, „alleinlebender Single“ etc. wurden anhand der bisherigen Einkäufe der Personen vorgenommen. So sollen dem Kunden maßgeschneiderte Angebote gemacht werden, die über „Andere Kunden kauften auch…“ hinausgehen. Jordan Sweetnam, Senior Vice President Customer Experience & Product bei Walmart U.S. eCommerce, beschreibt es so: „Wenn Sie einen Jungen und ein Mädchen haben und es regnet, dann wird Ihnen nicht nur irgendeine Regenkleidung angeboten. Sie bekommen passende Kleidung zum Geschlecht und Alter Ihrer Kinder“. Was auf den ersten Blick sehr komfortabel wirkt, lässt Datenschützer aufhorchen.

Bei der Life Journey begleiten

Laut Sweetnam sollen die Kunden mit dem neuen Online-Shop bei ihrer Life Journey begleitet werden. Sucht ein Kunde etwa einen Esstisch, so werden ihm auch gleich Stühle, Kerzen und Deko-Artikel angeboten. Seine Life Journey durch den gesamten Prozess des neuen Esszimmers wird so simuliert.

Neue Produkte auch online entdecken

Schon vor dem Launch der Seite berichteten erste Testkunden von einem fesselnden Erlebnis. Sie hätten Produkte entdeckt, die sie von Walmart noch gar nicht kannten. Sweetnam sagt dazu: „Im Geschäft ist es einfach: Sie gehen in den Gang mit Küchenutensilien und finden alle Küchengeräte. Online ist es nicht so einfach, unser gesamtes Sortiment zu entdecken. Auf dieser Entdeckungsreise begleiten wir den Kunden jetzt“.

Über Stephan Hütter

Stephan Hütter

Stephan Hütter ist ein Kind des Ruhrgebiets. Als gelernter Sportökonom schreibt er viel über Sport. Dabei hat es ihm vor allem das Sportsponsoring und dessen Einbindung in den Sales Funnel angetan. Seit seiner Selbstständigkeit beschäftigt er sich zudem mit dem Thema digitaler Lifestyle und den damit verbundenen neuen Karrieremöglichkeiten. Seit 2018 schreibt er für OnlineMarketing.de

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