Social Media Marketing

US-Nutzer können Social Media Bots oft nicht von Menschen unterscheiden

User in den USA wissen zwar um Bots, können diese jedoch oft nicht identifizieren. Außerdem glauben sie an deren Einsatz für negative Zwecke.

© Franck V. - Unsplash

Der Einsatz von Social Media Bots gehört zum digitalen Tagesgeschäft. Allerdings zeigen sich die US-Nutzer in einer neuen Studie besorgt über diese Bots. Mehr als die Hälfte hat Probleme sie überhaupt zu identifizieren, während 80 Prozent ihre Verwendung mit schlechten Absichten assoziieren. Trotzdem gibt es akzeptierte Einsatzbereiche.

Social Media Bots verunsichern die User in den USA

In einer Studie hat das renommierte Pew Research Center die Wirkung von Social Media Bots auf die Internetnutzer analysiert. Dazu wurden über ein von der GfK gesteuertes Panel 4.581 US-Amerikaner und ihre Meinungen miteinbezogen. Grundlegend zeigte sich, dass gut zwei Drittel der Befragten schon von Social Media Bots gehört haben; nur 16 Prozent allerdings sehr viel.

Zwei Drittel der US-Amerikaner wissen um die Social Media Bots, © Pew Research Center

Jedoch nimmt die Kenntnis im Schnitt mit zunehmendem Alter ab.

Das Wissen um die Bots variiert in Alters- und anderen Gruppen mitunter stark, © Pew Research Center

Die zentralen Erkenntnisse der Studie bilden jedoch die Unsicherheit und Ablehnung, die die US-Nutzer den Social Media Bots gemeinhin entgegenbringen. 52 Prozent können diese nicht identifizieren – und nur sieben Prozent geben an, sehr sicher zu sein, sie könnten es.

Nicht einmal die Hälfte der Befragten ist sich sicher die Bots von Menschen unterscheiden zu können, © Pew Research Center

Wohl nicht zuletzt aus diesem Grund hegt das Gros der Befragten auch eine Art Ablehnung gegen die Bots. Immerhin gehen 80 Prozent davon aus, dass sie für schlechte Absichten eingesetzt werden; nur 17 Prozent sind vom Gegenteil überzeugt.

Misinformation befürchtet, aber manche Einsatzszenarien sind akzeptiert

Ein großer Prozentsatz (81 Prozent) geht davon aus, dass mindestens „a fair amount“, also eine gehörige Menge der News in Social Media von Bots generiert wird. Nur zwei Prozent glauben, dass gar keine Nachrichten dieser Quelle entspringen.

Die meisten User gehen davon aus, dass viele News in Social Media von Bots stammen, © Pew Research Center

Was zunächst einmal zwar eine Folge der Digitalisierung aufzeigt, aber per se kein inhaltliches Problem, wird im Kontext der nächsten Aussage zu einem. Denn zwei Drittel meinen, dass dieser Aspekt einen negativen Effekt auf die Informiertheit der US-amerikanischen User hat. Dem widersprechen elf Prozent, die von positiven Einflüssen ausgehen und 21 Prozent, die hier keine Wirkung festmachen.

Der Großteil geht davon aus, dass Bots einen negativen Effekt auf die Informiertheit der User haben, © Pew Research Center

Nichtsdestotrotz halten die User vereinzelte Einsatzbereiche für akzeptabel. Allen voran, wenn Regierungsstellen Bots in Social Media nutzen, um Updates zu Notfällen zu posten (78 Prozent). Auch im Marketing sind Bots noch einigermaßen annehmbar für die Befragten. 55 Prozent akzeptieren Produktpromotion, 53 Prozent Bots für die Kundenkommunikation. Immerhin hält noch die Hälfte das Posten von Artikeln und Überschriften bei Nachrichtenagenturen für angebracht.

Nur wenige Einsatzszenarien von Bots in Social Media sind für die User in Ordnung, © Pew Research Center

Dagegen lehnen 92 Prozent Bots ab, die für die Verbreitung erfundener oder falscher News eingesetzt werden. Ebenso wird der Einsatz zur Followergewinnung durch Berühmtheiten (67 Prozent) oder zur politischen Diffamierung oder Schönfärberei (75 Prozent) nicht akzeptiert.

Bots sollten nicht unreflektiert hingenommen werden

Was in den USA gilt, dürfte in anderen Nationen ähnlich aussehen. Ein gewisses Unbehagen gegenüber Social Media Bots wird mit Zahlen untermauert. Wer als Marke, Organisation oder Plattform also auf Bots setzt – und das kann durchaus viele Vorteile haben – darf dieses Empfinden nicht unterschätzen. Daher sollten die Einsätze von Bots stets transparent gemacht werden. Das hilft dem User bei der Kontextualisierung und nimmt ihm womöglich auch etwas von der Unsicherheit. Dass diese Bots gerade für unangemessene Wahlkampfmethoden oder Informationsbeeinflussung genutzt werden, ist eine Unsitte. Bei fehlender Transparenz mögen ihre schlechten Absichten aber fortbestehen. Da sind die User weiterhin gut beraten sich im Zweifel stets der Integrität ihrer Informationsquelle zu versichern – und die Einflüsse aus Social Media zu reflektieren. Das ist überhaupt oft vonnöten; ob bei von Bots generierten Inhalten oder anderen.

Über Niklas Lewanczik

Niklas Lewanczik

Niklas hat an der Uni Hamburg Deutsche Sprache und Literatur sowie Medien- und Kommunikationswissenschaften studiert und schreibt als Redakteur über Social Media, SEO und innovative Themen im Kontext des digitalen Marketing. Wenn er sich nicht gerade dem Marketing zuwendet, dann womöglich den Entwicklungen im modernen Fußball oder dem einen oder anderen guten Buch.

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