Marketing Strategie

Snapchat büßt 25 Prozent seiner Bewertung ein – war’s das mit den Einhörnern?

Nachdem die Ratingagentur Fidelity das soziale Netzwerk heruntergestuft hat, folgen auch weitere Tech-Konzerne mit einer Neubewertung.

© Flickr / AdamPrzezdziek, CC BY-SA 2.0

Es sieht so aus, als würden die exorbitant hohen Bewertungen junger Tech-Startups sich künftig auf ein realistischeres Niveau einpendeln. Zwar behält Snapchat mit der Senkung um 25 Prozent noch immer seinen Unicorn-Status, doch setzt Fidelity damit ein Zeichen auch für andere fragwürdig hoch bewertete Unternehmen.

Der Unicorn-Hype schwächelt

Manch einer mag sich bei den horrenden Summen gefragt haben, worin diese Bewertungen begründet sind, denn mitunter monetarisieren sich die Tech-Startups noch nicht einmal. So wurde Uber mit 51 Milliarden Dollar, AirBnB mit 25 Milliarden und Pinterest mit 11 Milliarden Dollar bewertet, doch zweifeln die Investoren inzwischen selbst an den absurden Bewertungen. Erst kürzlich machte HelloFresh mit seinem verschobenen Börsengang von sich reden. Nachdem das 2011 gegründete Unternehmen bei seiner letzten Finanzierungsrunde mit 2,6 Milliarden Euro höher bewertet wurde als der Traditionskonzern Hapag-Lloyd, erhoben Investoren Zweifel. Denn HelloFresh schreibt rote Zahlen: Nach nur neun Monaten verzeichnete das Unternehmen einen Verlust in Höhe von 58 Millionen Euro. Der Börsengang ist nun vorerst verschoben und auch die Rocket Internet-Aktie reagierte daraufhin mit einem Verlust von sechs Prozent.

Auch weitere Tech-Player auf der Liste der zu korrigierenden Bewertungen

Die Ratingagentur Fidelity stieg erst im Mai bei einer Bewertung von 16 Milliarden Dollar bei Snapchat ein und korrigierte die Bewertung dann im September um stolze 25 Prozent, wie das Manager Magazin unter Berufung auf das Wall Street Journal schreibt. Das Social Network mit sich selbst zerstörenden Bildern und Videos sorgte in den vergangenen Monaten mehrfach für Aufsehen, denn es erreichte verschiedene Meilensteine, wie etwa 200 Millionen monatlich aktive User und CEO Evan Spiegel gilt als jüngster Milliardär weltweit. Auch der US-Bezahldienst Square senkte seine Bewertung kurz vor dem geplanten Börsengang um mehr als ein Drittel auf 3,9 Milliarden Dollar. Die Ratingagentur Blackrock hat derweil beim Filehoster Dropbox den Schätzwert seiner Anteile um ebenfalls knapp ein Viertel gesenkt.

Gründe für das Downrating gab Fidelity nicht an und ein weiterer Abwärtstrend ist laut dem Manager Magazin nicht zu beobachten. Zwar verlor die Twitter-Aktie im kritischen Zeitraum vom 1. Mai bis 30. September 29 Prozent, doch legte Facebook im gleichen Zeitraum um 14 Prozent zu.

Allmählich macht sich das Bewusstsein breit, die Tech-Branche hätte aufgrund ihrer hohen Liquidität eine Blase entwickelt, weshalb es einige überbewertete Unicorns gibt und eine Bewertung nach unten in den nächsten Monaten daher sehr wahrscheinlich ist.

Über Tina Bauer

Tina Bauer

Studierte Sozialwissenschaftlerin mit Hang zu Online und Marketing. Seit 2014 als Redakteurin & Content Managerin bei OnlineMarketing.de.

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