Content Marketing

Über 200.000 digitale Abonnenten: Paid Content zahlt sich für BILD aus

Von Geiz ist geil keine Spur: Die ersten Gehversuche mit Paid Content laufen für BILD und WELT super, wie erste Zahlen des IVW zeigen.

Freude in Berlin: Das Geschäft mit
Paid Content bei BILD und WELT
entwickelt sich prächtig.
(Foto: Axel Springer SE)

Von Geiz ist geil oder “free lunch”-Mentalität keine Spur: Das Paid Content-Modell der Axel Springer Medienmarken BILD und WELT zieht Abonnenten an: Mithilfe des neuen IVW-Meldeverfahren für Paid Content liegen nun erstmals standardisierte Zahlen für die digitalen Bezahlangebote der Berliner Verlagsgruppe vor. Diese zeigen “ein solides Wachstum des digitalen Abonnenten-Stamms”, wie der Konzern jetzt offiziell mitteilte.

BVDZ ermöglicht Standard-Auswertungen für Paid Content

Die Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern (IVW) vom Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BVDZ) hat das neue Messverfahren dieses Jahr ins Leben gerufen. Das Meldeverfahren können Verlage nutzen, um “die Verkäufe kostenpflichtiger Webinhalte und Apps auf Basis der je Kalendertag gültigen Nutzungs­rechte ausweisen und überprüfen zu lassen”.

Von dieser Standardisierung im Messverfahren profitieren die Springer-Marken WELT und BILD. Ende 2013 verzeichneten sie erste Verkaufszahlen. “Aufgrund unterschiedlicher Zählmethoden sind diese Angaben jedoch nicht mit den aktuellen Verkaufszahlen vergleichbar, die bei der IVW für digitale Bezahlangebote gemeldet werden”, schreibt der Verlag hierzu in seiner Pressemitteilung. Die IVW filtert in ihrer Auswertung unter anderem Produkte heraus, die keine belegbare Fremdwerbung ausweisen und somit nicht eindeutig einem digitalen Abo zuzuweisen sind. Zudem fließen kostenpflichtige Test-Angebote (Trials) mit in die Analyse ein. Für den Monat Mai 2014 zählte die Informationsgemeinschaft 200.571 Online-Abonnenten. Für die WELT registrierten sich im gleichen Zeitraum 52.672 für kostenpflichtigen Content.

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Quelle: IVW

BILD möchte Weg für bezahlte journalistische Angebote weitergehen

Die ersten belastbaren Auswertungsergebnisse sorgen für Freude in den Verlagshäusern. Donata Hopfen, Verlagsgeschäftsführerin der BILD-Gruppe, blickt optimistisch in die Zukunft: “Welche Zeitung hat jemals in so kurzer Zeit einen so beeindruckenden Abonnenten-Stamm erreicht?” Die BILD-Gruppe fühle sich ermutigt, “den eingeschlagenen Weg für bezahlte journalistische Angebote im Internet weiterzugehen”. Auch wenn sich zeigt, dass User offen für bezahlten Content sind – und das “in einem Umfeld, in dem andere Angebote kostenfrei sind” – weiß Donata Hopfen, dass die Bezahlinhalte noch immer ein Testballon sind: “Bezahlangebote sind aber nach wie vor ein Experiment, wir stehen am Anfang der Entwicklung”.

Die New York Times steigt tiefer ins App-Geschäft ein

In der WELT-Geschäftsführung macht sich ebenfalls Optimismus breit. “Die ersten Erfahrungen mit unterschiedlichen Bezahlmodellen sind für uns ein sehr positives Zeichen”, freut sich Stephanie Caspar, Verlagsgeschäftsführerin der WELT. Dass die Zahlen künftig schwanken werden, ist Caspar bewusst – für sie liegt es in der Natur des Contents und der Vertragsstrukturen der Abos: “Diese Dynamik ist bedingt durch redaktionelle Themen, Aktionen, Kooperationen und natürlich auch durch die monatliche Kündbarkeit der Abonnements”.

Alles in allem bestätigt sich auch bei großen deutschen Verlagen, dass der “New York Times”-Effekt auch hierzulande greift. Der US-Traditionsverlag ist schon ein paar Schritte weiter und baut gerade sein App-Geschäft mit so genannten “Cut Price Opinion Apps” aus, die es Usern ermöglichen, gezielt auf bestimmte Content-Arten zuzugreifen und ihre Meinung kundtun zu können.

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