Social Media Marketing

Twitter hat Angst, seine Werbeeinnahmen an Messaging Apps zu verlieren

Droht Twitter der Abgang von Advertisern, weil Messaging Apps mehr Erfolg versprechen? Ein Beispiel zeigt, dass das gar nicht so unrealistisch ist

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(c) stock.xchng / danielcruz

Twitter sieht einige asiatische Messaging Unternehmen als ernst zunehmende Bedrohung an. Das scheint auf den ersten Blick keinen Sinn zu machen, schließlich ist Twitter ja ein Microblogging  und kein Messaging Service. Doch das soziale Netzwerk fürchtet, dass die Messaging-Programme in Bezug auf die Werbeanzeigen, die bei Twitter einen hohen Anteil am Umsatz ausmachen, in Zukunft in Konkurrenz treten könnten.

Dass dies durchaus realistisch ist, wird durch dieses Beispiel deutlich: Line ist eine Massaging Applikation mit 280 Millionen registrierten Benutzern. Dies ist Paul McCartneys offizielle Twitter-Seite mit 1,6 Millionen Followern:

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Und so sieht Paul McCartneys offizieller Account auf Line aus, der gerade mal zwei Wochen alt ist, mittlerweile aber schon 3,8 Millionen Follower hat:

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Twitter hat mehr als doppelt so wenig Reichweite wie Line

Zumindest beim Beatles Frontman, aber auch bei weiteren Stars, hat Line mehr als das Doppelte an Followern als Twitter – und das, obwohl die soziale Plattform erst kürzlich McCartney als positives Beispiel promoted hatte, wie prominente Musiker sich für die Zukunft positionieren können.

Aber nicht nur, dass Line mehr Reichweite hat, nein es hat auch das Potenzial, besseres Engagement zu erreichen. Die User von Line bekommen ihren Content, ähnlich wie eine SMS, auf ihr Smartphone gesendet und müssen nicht wie bei Twitter zwischen einem Haufen von Tweets auswählen.

Provozierender Weise machte McCartneys Team sogar auf Twitter Werbung für ihren Line-Account:

Diese lustigen Bilder, die im Tweet zu sehen sind, sind ein Faktor, warum Line so schnell populär und beliebt geworden ist. Sie sind nur für Line-User verfügbar, die sich entschieden haben, ihm zu folgen. Dies erklärt auch, warum sein Account so einen schnellen Zuwachs erfahren hat.

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Wie stark ist die Konkurrenz für Twitter?

Noch kann man nicht wirklich sagen, ob Advertiser möglicherweise von Twitter abweichen und zu solchen Messaging-Apps wie Line wechseln werden. Fakt ist jedoch, dass Line Pläne hat, nach Europa, in die USA und Lateinamerika zu expandieren, denn die Zahlen sind enorm erfolgsversprechend: Im vergangenen Quartal brachte das Unternehmen 132 Millionen US-Dollar ein, das sind 45 Prozent mehr als im Quartal davor. Noch ist Twitter zwar erfolgreicher: Twitters Einnahmen beliefen sich im letzten Jahresabschnitt auf 168 Millionen US-Dollar (im vergangenen Jahr waren es um die selbe Jahreszeit 82,3 US-Dollar). Doch sollte der schnelle Wachstum der Messaging Apps Twitter dem Microblooging Service zeigen, welchen Stellenwert eine eigenständige Direct Message App hat.

Über Heiko Sellin

Heiko Sellin

Heiko Sellin hat an der Hochschule Mittweida seinen Bachelor in Sportjournalistik und -management absolviert. Bevor er zu OnlineMarketing.de gestoßen ist, war er für das Hamburger Abendblatt als freier Mitarbeiter tätig und hospitierte beim NDR-Fernsehen und Sport1.

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