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Twitter: Algorithmus Update soll Hasskommentare unterbinden

Mit einer Veränderung des Algorithmus will das soziale Netzwerk Hasskommentare und Beleidigungen unterbinden. Die Testphase war bereits erfolgreich.

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Es ist offensichtlich, dass Twitter ein Problem mit Hasskommentaren und Beschimpfungen hat. Die Plattform steht aufgrund der Tatsache, dass das soziale Netzwek nicht ausreichend gegen dieses Problem aktiv werde, in der Kritik. Der Mangel an bisherigen Maßnahmen soll nun mittels eines Algorithmus-Update beglichen werden. Dies ist das größte Update seit jeher, um eine sozialere Interaktion zu gewährleisten.

Das Update soll Accounts aussetzen, die negativ auffallen

Mithilfe des neuen Updates will Twitter einen Riegel vor Hasskommentare und Beleidigungen auf dem Kurznachrichtendienst schieben. Eine komplette Befreiung von Trollen wird damit wohl nicht erreicht werden, ist aber ein Schritt in die richtige Richtung. Das Ziel des sozialen Netzwerks ist es eine zivile, sozial engagierte Atmosphäre zu schaffen und freie Äußerungen zu ermöglichen.

Die Änderung, die mit dem neuen Update einhergeht, beschränkt sich allerdings nur auf die Darstellung von Tweets in Suchergebnissen und „öffentlichen Unterhaltungen“. Twitter-CEO Jack Dorsey kündigte im März an, dass Twitter nun beim Filtern von Suchvorgängen eine Vielzahl von Verhaltenssignalen berücksichtigen wird. Wenn der dafür entwickelte Algorithmus bemerkt, dass ein User das Netzwerk für unsoziale Kommunikation verwendet, werden dessen Tweets im Feed nicht berücksichtigt.

Diese Signale sind ausschlaggebend 

Um Hasskommentare und Beleidigungen zu unterbinden, wird Twitter eine Vielzahl von Signalen beachten. Dazu zählt zum Beispiel:

  • Von wie vielen Konten aus wird getwittert?
  • Wie oft wurde ein User bereits von anderen Nutzern, mit denen er interagiert, blockiert?
  • Wurden mehrere Accounts von derselben IP-Adresse erstellt?
  • Steht das Konto eng im Zusammenhang mit anderen Accounts, die bereits die Nutzungsbedingungen verletzen?

Diese Maßnahmen sollen dazu dienen, Konten aufzudecken, die von Konversationen ablenken, von Bots und Betrügern, die mit einer hohen Reichweite zu großer Aufmerksamkeit gelangen. Wenn die Punkte, die der neue Algorithmus nun betrachtet, nicht eingehalten werden, werden die Tweets von den Konten, die negativ auffallen, nicht sichtbar sein. Nur bei der Option „Weitere Ergebnisse anzeigen“ können die gefilterten Tweets eingesehen werden.

Positive Auswirkungen des Updates

Das neue Update wird den Hashtag-Stream auf Twitter wohl positiv beeinflussen. Es gestaltet sich nämlich in letzter Zeit schwierig über Tags auf dem Laufenden zu bleiben, da der Hashtag-Feed zunehmend mit Bots überschwemmt wird. Das neue System kann aber dabei helfen, fragwürdige Konten zu erkennen und die Tweets dieser Accounts zu verbergen. Dadurch wird die Qualität der News verbessert.

Twitter ist der Überzeugung, dass auch Diskussions-Threads einen Vorteil aus dem Update spüren werden. Für viele User ist eine Art der Konkurrenz, wer zum Beispiel den Top-Kommentar unter Donald Trumps Tweet erreicht, um die eigene Reichweite zu erhöhen. Es ist jetzt aber wahrscheinlich, dass der neue Algorithmus diesen Usern nun dazwischen grätscht, da ihre Accounts nicht mit dem neuen Update konform sind. Diese Tatsache könnte den Austausch und den Diskurs der Plattform massiv verbessern.

Kritikpunkte und negative Auswirkungen

Da das neue System automatisierst ist, werden die Accounts, die aufgrund des neuen Updates eingeschränkt werden, nicht benachrichtigt. Das bedeutet, dass die User nicht darüber informiert werden, wenn sie mit dem System in Konflikt geraten. Außerdem könnten Personen Gebrauch von einem zwielichtigen Provider machen und Konkurrenten, die eigentlich nicht gegen die Nutzungsbedingungen verstoßen, massenhaft melden. Twitter meint zwar, dass dies aufgrund der Breite der ergriffenen Maßnahmen nicht passieren kann, aber dennoch ist dies nicht auszuschließen. Es bleibt auch die Frage danach, wie sich Konten, die eingeschränkt werden, wieder von der Penalty regenerieren können und ob das überhaupt möglich ist.

Laut Twitter hat das neue System in der Testphase schon zu einem Rückgang um vier Prozent bei den Missbrauchsberichten und um acht Prozent bei den Missbrauchsberichten in Gesprächen geführt. Die Vorteile scheinen die Nachteile zu überdecken, dennoch sollte das soziale Netzwerk die weiteren Auswirkungen, vor allem vor dem Hintergrund der Automatisierung, überwachen.

Über Maja Hansen

Maja Hansen

Maja studiert an der Universität Hamburg Germanistik und schreibt seit 2017 für das OnlineMarketing.de Karriere Magazin. Sie behandelt Themen rund um den Büroalltag.

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