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Digitalpolitik
Trump verbietet Geschäfte mit TikTok und will Verkauf der App erzwingen

Trump verbietet Geschäfte mit TikTok und will Verkauf der App erzwingen

Nadine von Piechowski | 07.08.20

Der US-Präsident verbietet es, mit der chinesischen App „Geschäfte" zu machen. Der Verkauf an Tech-Riese Microsoft könnte da die einzige Möglichkeit für TikTok sein, in den USA bestehen zu bleiben.

Die Debatte um den Verkauf der chinesischen App TikTok beherrschte in den vergangenen Tagen die Medien. Seit US-Präsident Donald Trump ein Verbot der Kurzvideo-App ankündigte, sollte diese nicht innerhalb von 45 Tagen an einen US-amerikanischen Konzern verkauft werden, wird darüber spekuliert, welches Unternehmen TikTok übernehmen könnte. Microsoft hat Interesse bekundet und scheint bisher die Nase in den Verhandlungen vorn zu haben. Nun könnte Trump den Verkauf von TikTok an den Tech-Riesen durch eine Verfügung weiter forcieren. Denn das Staatsoberhaupt verfügte, dass bis zum Ablauf der Frist am 15. September kein US-Bürger „Geschäfte“ mit Bytedance – dem Unternehmen hinter TikTok – machen darf. Die App sei eine Bedrohung für die nationale Sicherheit und sammle Unmengen an User-Daten, mit denen die kommunistische Partei in China US-Amerikaner ausspionieren könne.

Donald Trump drängte in den vergangenen Wochen auf den Verkauf des US-Geschäfts von TikTok an einen US-amerikanischen Konzern und könnte so den Druck auf Bytedance weiter erhöhen. Denn sollte kein Verkauf stattfinden, ist TikTok laut Verfügung in 45 Tagen nicht mehr in den USA verfügbar. Das würde für Bytedance empfindliche Einbußen bedeuten. Denn die USA ist – nachdem Indien die App verbannte – der größte Markt außerhalb Chinas. Auch ein Verbot weiterer chinesischer Apps wie WeChat zieht die US-Regierung im Zuge des Projekts „Clean Network“ in Betracht.

Dass der US-Präsident eine derartige Verfügung erlässt, dürfte in China nicht auf Begeisterung treffen. Zuvor hatte die chinesische Regierung bereits in der China Daily den Umgang mit Bytedance kritisiert und die Maßnahmen als Schikane bezeichnet. Es handle sich hierbei um Diebstahl chinesischer Technologien unter dem Deckmantel des Staatsschutzes. Durch das Verhandlungsverbot, das Trump nun aussprach, dürfte die Beziehung zwischen den USA und China weiter unter Druck geraten.


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Microsoft könnte davon profitieren. Denn der Konzern meldete bereits sehr früh Interesse an der Bytedance App an und steht seitdem in Verhandlungen mit dem Unternehmen. Schätzungen zufolge müsste der Tech-Riese rund 30 Milliarden US-Dollar für die TikTok-Übernahme bezahlen. Für Microsoft wäre der Kauf der App ein wichtiger Schritt, um auch auf dem kommerziellen Social-Media-Markt Fuß zu fassen. Denn bisher konnte der Konzern zwar mit LinkedIn ein überaus erfolgreiches Business-Netzwerk aufbauen. Bei der breiten Masse und vor allen Dingen bei einer jungen Zielgruppe gelang Microsoft dies bisher allerdings noch nicht.

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