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Studie: Tagesschau (noch) ganz vorne

Die “Tagesschau” ist noch immer die wichtigste Informationsquelle zur politischen Meinungsbildung. Die Frage ist nur: wie lange noch?

Die Tagesschau

Eine Studie des Hans-Bredow-Institutes der Universität Hamburg hat eine neue Studie zur Erfassung und Darstellung der Medien- und Meinungsvielfalt in Deutschland veröffentlicht. Darin bleibt auf den ersten Blick alles, wie gehabt: die Deutschen beziehen ihre Informationen zum politischen Tagesgeschehen nach wie vor über TV und Print-Medien. Aber: bei den jungen Menschen deutet sich schon ein “Machtwechsel” an.

Besonders der Tagesschau bleibt die Mehrheit der Deutschen gewogen, über alle Altersgruppen hinweg wird die Nachrichten-Institution der ARD als Informationsquelle herangezogen und steht mit Abstand auf Platz 1 der Rankings. “Das geht runter wie Öl”, schreibt Kai Gniffke, Chefredakteur von ARD Aktuell, dazu stolz im Tagesschau-Blog.

Trügerische Ruhe

Ein Blick auf die Altersverteilung macht allerdings deutlich, dass dem TV-Format in Zukunft unangenehmere Zeiten ins Haus stehen könnten. Denn die Online-Medien schicken sich an, der Tagesschau den Platz an der Sonne streitig zu machen. Gerade unter den 14-29 Jährigen holt das Internet mit  großen Schritten auf, die Plätze 2 bis 4 nach der Tagesschau nehmen mit Spiegel Online, Google und Web.de allesamt Online-Angebote ein. Auf Platz 6 folgt bereits Facebook und das Heute Journal landet nur auf Platz 14. Gerade letzteres Ergebnis belegt den Sonderstatus des Formats Tagesschau und relativiert die Bedeutung der Spitzenposition für das Medium.

Uwe Hasebrink, Direktor des Hans-Bredow-Instituts, hebt die nach wie vor große Rolle der etablierten Medien hervor, differenziert aber vor allem in Bezug auf den Aspekt der Medienvielfalt: “Auffällig ist vor allem, dass mit Google und Facebook auch solche Angebote dazu gehören, die selbst keine politischen Inhalte anbieten. Diskussionen um Medienvielfalt und den Einfluss von Medien auf die Meinungsbildung müssen daher einen medienübergreifenden Ansatz verfolgen”.

Und die Studie hat weitere Zahlen parat, die den zweiten Eindruck untermauern: bei der Frage nach dem themenunanbhängig relevantesten Medium liegt das Internet in der jungen Altersgruppe mit 32,6 Prozent ganz vorne. In einigem Abstand folgen das Fernsehen (25,4 %) und Zeitungen mit noch 20% Anteil. Weiterhin belegt die Studie, dass ein Großteil der Bevölkerung bestimmte Online-Angebote als genauso relevant zur Informationsbeschaffung begreift wie traditionelle Formate.

Bei aller Freude über die guten Ergebnisse geben insbesondere die Zahlen der jungen Menschen in Deutschland auch Grund zum Grübeln. Wie Horizont.net diesbezüglich anmerkt, habe die digitale Medienrevolution schließlich gerade erst begonnen.

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