Content Marketing

So erstellst du viralen Content

Viralen Content kannst du in der Regel nicht planen. Doch es gibt Kriterien, die dazu beitragen, deinen Content überhaupt erst viral werden zu lassen.

© ian dooley - Unsplash

Du nimmst ein Video auf, postest es und plötzlich geht es um die halbe Welt. Wir alle kennen solche Clips, die man gefühlt alle paar Monate erneut geschickt bekommt. Meist sind es welche, die spontan aufgenommen und ins Netz gestellt worden sind, ohne Hintergedanken, dass dieses Video einmal von so vielen Menschen gesehen werden wird. Es scheint als passiere Viralität oftmals zufällig. Und genauso ist das, denn es müssen einige Parameter zusammentreffen, damit Content so oft geteilt wird. Trotzdem gibt es mittlerweile Agenturen, die diese immer wieder aufs Neue zusammentragen, aktualisieren und ihre Kunden dabei unterstützen, die größtmögliche Chance auf eine erhöhte Reichweite zu erlangen – für teilweise horrendes Beratungshonorar versteht sich.

Damit dein eigener Content viral wird, gibt es ein paar wichtige Kriterien, die unbedingt einzuhalten sind. Welche das sind, liest du hier:

#snackable

Dein Content muss kurz und knackig sein, wie ein Snack, den du quasi nebenbei verspeisen kannst. Wenn Menschen dich nicht kennen, wollen sie keine zehnminütigen Videos sehen oder komplizierte Bilder, die es erst zu interpretieren gilt. Sie wollen eine kurze Emotion, ein Gefühl erhalten und das innerhalb der ersten Sekunden, sonst wird schnell wieder weggeschaltet. Die Aufmerksamkeitsspanne eines Menschen beträgt fünf Sekunden. Und nur diese Zeit steht dir zur Verfügung, den Betrachter in den Bann zu ziehen, damit er nicht wegklickt. Hollywood Social Media Stars wie Logan Paul oder Kingbach achten in ihren Clips penibel darauf, dass im Endprodukt keine Sekunde unnötig und jeder Moment wichtig für die Bedeutung ist.

#trendy

Worüber spricht die Welt gerade? Es ist leichter, Content in ein aktuelles Gesprächsthema zu integrieren als eine komplett neue Diskussion zu beginnen. Google-Keywords und YouTube-Trends liefern dir wichtige Anhaltspunkte, welche Themen gerade Massen bewegen. Darin kannst du dann den eigenen Content einbetten. Eine riesige Challenge gab es beispielsweise als die Instagramseite @world_record_egg die Challenge ins Leben gerufen hat, ein Bild von einem gewöhnlichen Hühnerei zum beliebtesten Bild auf der Plattform zu machen. Das Bild erreichte über 57 Millionen Likes und wurde damit offiziell das am häufigsten gelikte Bild auf Instagram.

Eine Menge Trittbrettfahrer haben sich das Thema „Ei“ zu eigen gemacht und konnten davon ebenfalls profitieren. Johannes Bartl (2 Mio. Follower) war einer davon, indem er seine eigene Glatze zum „Ei“ gemacht hat. Mit dieser Idee hat er tatsächlich über 260.000 Likes abgestaubt, anstatt der normalen 60-70.000 Likes für seine Posts.

#emotional

Fakten und Informationen sind wichtig in der Kommunikation von Produkten und Firmen. Viraler Content muss hingegen Gefühlsregungen auslösen. Egal ob Wut, Freude oder Trauer, der User muss emotional bewegt sein von dem, was er sieht oder liest. Wichtig für dich zu merken: Je stärker die Emotionen sind, die ausgelöst werden, desto größer ist auch die Wahrscheinlichkeit, dass die Person auch andere daran teilhaben lassen will, den Post liked und im besten Falle teilt.

Auch in der Forschungsarbeit „Social Transmission, Emotion, and the Virality of Online Content“ kamen Jonah Berger and Katherine L. Milkman von der Wharton Business School zu dem Ergebnis, dass zwischen Gefühlen, unabhängig welcher Art, und Viralität ein starker Zusammenhang besteht.

Emotionen und Viralität gehören zusammen, © OK Dork, Buzzsumo

#schnell

Gerade wenn du aktuelle Trends aufgreifen willst, musst du besonders schnell sein. Denn auch andere wollen die Lücke für ihre Viralität nutzen und werden versuchen Content zu produzieren, der genau in diese Nische passt. Da ist keine Zeit für Perfektionisten! Trotzdem solltest du eine gewisse Qualität einhalten, da beispielsweise schlechte Audio- oder Bildqualität abschrecken kann, deinen Content zu liken oder zu teilen. Das sind Aspekte, mit denen du dich von anderen abheben kannst. Einer, der sein Handwerk am besten versteht und genauso hochwertig umsetzt, ist Prince Ea (@prince_ea). Er schafft es, aktuelle Themen, die oftmals von der Gesellschaft gedacht, aber nicht ausgesprochen werden, in seinen Videos als aussagekräftige Message zu verpacken. Dadurch schafft er Identifikation mit dem Publikum und bietet sich gleichzeitig als Sprachrohr für dieses an. In einen seinen neusten Clips klagt er seine alten Lehrer und damit das Bildungssystem an. Auf der Plattform YouTube wurde das Video knapp 19 Millionen Mal aufgerufen. Der Zuschauer bekommt das Gefühl vermittelt, mit der eigenen Interaktion unterstützten zu können. Auf diese Weise verschaffen sie sich Gehör und das Thema wird noch viraler zu bekommen. Und das wichtigste ist, das ein jeder seinen persönlichen Teil zur Problemlösung beiträgt. Prince Ea gilt als Vorreiter bei Viralvideos und gehört neben Jay Shetty (@jayshetty) zu den internationalen Größen.

prince_ea bei Instagram, Screenshot Instagram

#international

Natürlich hast du eine größere Chance auf Viralität, wenn der Content in englischer Sprache aufgenommen wird. Man muss sich seiner Zielgruppe immer bewusst sein, da jede ein bestimmtes Limit hat, wie oft überhaupt Content innerhalb der relevanten Gruppe geteilt werden kann. 330 Millionen Menschen sprechen und verstehen die englische Sprache, 130 Millionen sind die, die Deutsch als Mutter- oder Zweitsprache haben. Ich empfehle dir, dennoch mit dieser zu starten, wenn dein Englisch nicht perfekt ist. So kannst du Rhetorik und Szenewörter besser benutzen und dein Endprodukt wird dadurch qualitativ hochwertiger.

Zum Schluss will ich dir noch an die Hand geben, dass Viralität immer mit Kontrollverlust einhergeht: Postest du zur Zeit innerhalb deiner eigenen kleinen Community, so wird dies meist wertgeschätzt und zelebriert, da diese dich schon kennt. Geht Content um die Welt, erweiterst du deine Community vor allem mit einer „kalten“ Zielgruppe, die dich nicht kennt und womöglich anderer Meinung ist. Du solltest also unbedingt auch „Shitstorm ready“ sein, wenn es darum geht, viele Views erreichen zu wollen.

Ich drücke die Daumen und bin gespannt, ob ich auf einen viralen Post von dir treffe.

Über Torben Platzer

https://torbenplatzer.com/

Torben Platzer stammt aus der kleinen Stadt Delmenhorst bei Bremen. Der Gründer, Unternehmer und Branding-Experte lebt heute in München und ist Co-Founder der Medienagentur TPA Media GmbH, die spezialisiert ist auf das Personal Branding namhafter Unternehmerpersönlichkeiten und -marken. Darüber hinaus ist er an unterschiedlichen Unternehmen beteiligt wie beispielsweise Yuicery u. a. Wichtig sind Torben Platzer die Themen Bildung und Unternehmertum, für die er sich über sein Mentorship Programm SELFMADE besonders bei jungen Menschen stark macht.

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