Social Media Marketing

Reichweiteneinbruch: Engagement auf Facebook um 20 Prozent gesunken

Eine Analyse von 880 Millionen Posts zeigt die drastische Abnahme der Engagement Rates seit Januar. Die Reichweite der Publisher sinkt weiter.

© Daniel Páscoa - Unsplash

Facebook beschneidet die Reichweite der Publisher konsequent weiter. Eine aktuelle Analyse von BuzzSumo zu Engagement Rates zeigt, wie sehr die Sichtbarkeit der Posts gelitten hat. Das Soziale Netzwerk hat aber kaum eine andere Wahl. Die Publisher hingegen können das beste aus ihrer Situation machen – und auf Video-Content setzen.

Engagement Rate auf Facebook sinkt extrem

BuzzSumo nahm insgesamt 880 Millionen Facebook Posts von Juli 2016 bis Juli 2017 unter die Lupe. Die Analyse veranschaulicht einen Trend, der Seitenbetreiber bekannt vorkommen dürfte: Die Engagement Rates der Postings ist seit Januar extrem gesunken. Im Schnitt fiel die Anzahl der Kommentare, Likes und Shares um satte 20 Prozent.

Durchschnittliche Engagement Rate 2016-2017, © BuzzSumo

Content-Formate spielen eine große Rolle

Insbesondere Bild-Posts haben massiv an Engagement verloren. Link-Postings kommen etwas, aber auch nicht viel besser weg. Der große Gewinner – oder vielmehr der kleinste Verlierer – lautet Video. Die Engagement Rate des Formats ist momentan durchschnittlich doppelt so hoch wie die der anderen.

Welches Content-Format bringt am meisten Engagement? © BuzzSumo

Content-Flut macht Beschneidung der Reichweite notwendig

Es ist nicht so, dass die User fauler geworden wären und nicht mehr reagieren. Sie sehen die Beiträge schlichtweg nicht mehr. Denn Facebook schraubt stetig an seinem Algorithmus und beschneidet die Reichweite der Seitenbetreiber. Das muss das Zuckerberg-Netzwerk auch tun, denn die Flut an Inhalten, die täglich auf die Nutzer einströmt, ist sonst nicht mehr zu bändigen. Mittlerweile ist jedes Unternehmen auf Facebook und es gehört zum Standardrepertoire, eine Facebook-Seite zu betreiben. Mehr Content bedeutet aber zwangsweise leider auch weniger Reichweite für alle, denn die Aufmerksamkeit der User wie auch der Platz im Newsfeed sind begrenzt.

Verdrängen Werbeanzeigen organische Posts?

Bei der Untersuchung haben die Analysten bezahlte wie unbezahlte Postings mit einbezogen. Es ist kein Trend zu erkennen, dass generell weniger Budget in Ads fließt, was das Phänomen zumindest teilweise erklären könnte – ganz im Gegenteil. Es wird mehr in Werbeanzeigen investiert als zuvor. Das Problem ist jedoch, dass die Anzahl der Werbetreibenden steigt und die Werbefläche nicht mitwächst. Somit konkurrieren zunehmend mehr Gebote auf gleichbleibendes Inventar. Facebook befindet sich hier in einer Zwickmühle, denn sobald das Soziale Netzwerk mehr Werbefläche im Newsfeed schafft, sinkt die organische Reichweite der Publisher erneut, da weniger Beiträge organisch Platz finden.

Video als Lösung für Publisher

Also was können Seitenbetreiber tun? Die Antwort ist simpel: Video Content produzieren und auf der Welle mitreiten. Das sagt auch WordStream CEO Larry Kim. Die BuzzSumo Analyse veranschaulicht, dass Facebook Videos mehr Reichweite gibt – was wiederum in mehr Engagement resultiert.

Engagement für verschiedene Content-Formate im Vergleich, © BuzzSumo

Es ergibt Sinn, dass Facebook Videos antreibt, da sich hier eine weitere Möglichkeit offenbart, um Werbung zu schalten. So schafft der Werbegigant mehr Inventar für Advertiser und kann weiterhin auf beeindruckende Quartalszahlen hoffen. Ein weiterer Schritt in diese Richtung ist Facebook Watch.

Im Vergleich zum Vorjahr ist die Anzahl an Video-Posts von Publishern jedoch nur um 10 Prozent gestiegen. Hier bietet sich eine Chance, Reichweite und damit Engagement zu gewinnen, die viele noch ungenutzt lassen. Eine Chance, die du realisieren solltest.

5 Gedanken zu „Reichweiteneinbruch: Engagement auf Facebook um 20 Prozent gesunken

  1. Pascal

    Oh je die Kommentare. Social Media ist also böse und/oder grenzdebil? Nun muss ja keiner nutzen, oder?

    Zur Sache: Tatsächlich ist das Engagement gesunken, da es keine organische Reichweite mehr gibt. Das ist aber schon seit mindestens zwei Jahren bekannt, oder?

    Zahlen oder nicht gesehen werden ist die Devise. Das sagt Facebook auch selber ganz offen.

    Antworten
  2. Jo

    was mich etwas stört, dass die FB timeline als Feed bezeichnet wird. Da ich ein grosser Fan von Feeds bin und diese auch intensiv nutze, empfinde ich das was ich bei FB sehe keinesfalls als einen klassischen (RSS-) Feed an. Das ist eine mit Werbung voll gespülte Filterblase die darüber hinaus noch nach unbekannten Kriterien von amerikanischen Konzernen gefiltert wird.

    Ein Feed ist das: https://onlinemarketing.de/feed

    Ein klar definierter chronologischer Ablauf von Veröffentlichungen einer von mir abonnierten Seite. Diese kann ich in einem Browser (zumindest im Firefox) verwalten oder einem feedreader. Dies findet in einer neutralen Umgebung statt und unterliegt meiner Verwaltungshoheit.

    Facebook hat damit nichts zu tun und bietet gar nichts davon. Vielleicht ist das der Grund warum immer weniger sich dort engagieren. aber das ist natürlich nur Spekulation.

    Antworten
  3. nk

    Klar, wenn wir eines brauchen, ist es statt Stockbildern jetzt Stockvideos und animierte Standbilder sehen und produzieren zu müssen. Geht sterben, soziale Medien!

    Antworten
  4. Leonel Batzen

    Ist doch super, dass Inhalte gekürzt und beschnitten werden. Die ganzen Selbstdarsteller und Narzisten, die Bildchen und Kommentare posten, angeben wo sie überall waren. Alles Schwachsinn von Leuten, die zu viel Zeit haben und fantasiearme KOnversation machen. Wie die Hypster und andere Panneköppe!!

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.