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Philipp Westermeyer zur Rückabwicklung der Übernahme von Metrigo durch zanox: „Alle Möglichkeiten sind zurück bei Metrigo“
Philipp Westermeyer, Co-Gründer & Geschäftsführer metrigo / Foto: © Klaus Knuffmann

Philipp Westermeyer zur Rückabwicklung der Übernahme von Metrigo durch zanox: „Alle Möglichkeiten sind zurück bei Metrigo“

Anton Priebe | 23.12.14

Philipp Westermeyer, Co-Gründer & Geschäftsführer von metrigo, berichtet über Möglichkeiten und Herausforderungen in der RTA-Branche.

Als Medienpartner der d3con im März 2015 in Hamburg stellen wir euch in den kommenden Wochen die Speaker der größten RTA-Veranstaltung Deutschlands vor. Auf dem Weg entlocken wir ihnen vorab schon viele interessante Aussagen über aktuelle Trends und Entwicklungen rund um das Thema Real-Time-Advertising.

Philipp Westermeyer stieg 2005 bei Gruner und Jahr ein, wo er sich jedoch nach vier Jahren verabschiedete, um sein eigenes Ad-Tech-Unternehmen zu gründen. Dies tat er in Form von Performance-Marketing-Netzwerk adyard, das Westermeyer nur zwei Jahre später an seinen ehemaligen Arbeitgeber erfolgreich verkaufen konnte. Sein Unternehmergeist wurde durch den Deal neu entfacht und er gründete metrigo, um Display Advertising Kampagnen mit dem Fokus auf RTA zu realisieren. Dort ist er heute noch als Geschäftsführer tätig. Ein weiteres Projekt des studierten Diplom-Kaufmanns ist die Online Marketing Rockstars-Konferenz, die jährlich in Hamburg stattfindet.

Interview mit Philipp Westermeyer, Co-Gründer & Geschäftsführer
metrigo

OnlineMarketing.de: Was bringt das Jahr 2015 für die RTA-Branche in Deutschland und Europa?

Philipp Westermeyer: Wachstum hoffe ich…ganz im Ernst. Ich gehe davon aus, dass sich die Entwicklung in Deutschland, die zum Teil deutlich hinter anderen Märkten zurückhängt, anpassen wird. Hilfreich sind dabei aus meiner Sicht vor allem neue Daten-Quellen und verbesserte Integration der Technologie bei Standard-Agentur-Buchungen.

d3con 2014 - Ein Blick in die Handelskammer Hamburg, © d3con
d3con 2014 – Ein Blick in die Handelskammer Hamburg, © d3con

Wo sehen Sie in Ihrem Geschäft die größten Chancen und Herausforderungen?

Ich glaube für uns als deutscher Spieler ist es weiterhin entscheidend genau zu erklären, wie wir uns von internationalen Spielern abgrenzen und was wir besser können – nämlich Performance, Kommunikation und Service und individuelle Kundenanforderungen.

Mit Adyard und Metrigo haben Sie und Ihre Mitgründer zwei sehr schnelle und erfolgreiche Exits im Online-Marketing-Markt geschafft. Gibt’s dafür ein Erfolgsgeheimnis, was haben Sie besser gemacht als viele andere?

Besser würde ich niemals sagen, das kann ich nicht bewerten. Wir haben erstens jeweils darauf geachtet ein eigenes komplettes Technologie-Stack zu haben und damit als Firma interessant zu sein und zweitens sind wir sehr kundenorientiert und versuchen alles, um unsere Partner glücklich zu machen.

Sie sind auf dem Unternehmer-Panel auf der d3con 2015 eingeplant, da wird natürlich Ad-Tech Made in Germany auch eine wichtige Rolle spielen. Was ist Ihre Meinung oder Erfahrung zum Thema innovative Online-Technologien, die in Deutschland gebaut werden? Würden Sie selbst das wieder machen, hat man überhaupt eine Chance gegen die harte internationale Konkurrenz?

Ich glaube, dass man eine Chance hat, wenn man seine Nische und seine Leistung sehr genau definieren kann und ausreichend geprüft und verprobt hat, ob es diese Lücke auch aus Kundensicht gibt. Ansonsten hat man sicher eine Chance, wenn man die richtigen Partnerschaften eingeht. Man sieht das ja auch bei yieldlab, adscale oder anderen. Gegen facebook und Google oder auch Appnexus antreten ist sicher keine Option. Ich würde wieder eine Ad-Tech-Firma bauen, damit kennen wir uns aus, das ist sozusagen unser Stadion. Aber man muss natürlich gucken, wann und welche, da kann man pauschal nichts sagen. Heute von null an eine RTB-Plattform zu bauen ist sicher zu spät. Die Zeit dafür war vor drei Jahren – der Markt entwickelt ja sich ständig weiter.

Update 23.12:

Gerade wurde bekanntgegeben, dass sich die Wege von Zanox und Metrigo wieder trennen. Vor gut einem Jahr übernahm Zanox einen Mehrheitsanteil an Metrigo, welches von Philipp Westermeyer co-gegründet wurde und auch als Geschäftsführer betreut wurde und weiterhin betreut wird. Eine spezielle Situation, dass Gründer ihre Firma sozusagen wieder zurückbekommen. Zanox begründet den Schritt mit einer unterschiedlichen Strategie und hielt es für angemessen, den Gründern ihre Marktaspiration unabhängig weiter verfolgen zu lassen. Wir sprachen mit Philipp Westermeyer über diese Neuigkeiten. Westermeyer gab an, dass es eine große Chance ist, die eigene Firma zurückzubekommen, die man eigentlich schon verkauft habe. Im Kern ging es um die Frage: „Was ist die beste Lösung für die Firma?“. Nachdem die Vorstellungen und die Strategien weiter auseinander gingen, habe man von Zanox ausgehend nach Lösungen gesucht. „Für die Situation die beste Entscheidung. Alle Möglichkeiten sind zurück bei Metrigo“, sagte Westermeyer. Er lässt dabei alle möglichen Zukunftsszenarien offen, „die Firma kann profitabel weitergeführt werden oder, in einem hochdynamischen Markt, bei bestimmten Gegebenheiten für eine Übernahme bereit gemacht werden.“ Er ließ jedoch auf verlauten, dass ein gewisses unternehmerisches Risiko zurück an die Gründer gegangen ist, da die Anteile nicht umsonst übergeben wurden, sondern auch einen nicht zu unterschätzender Betrag an Zanox gezahlt wurde. Metrigo ist Spezialist für Performance-Display Lösungen und kann im deutschen Markt namhafte Kunden aufweisen.

Vielen Dank für das Interview!


OnlineMarketing.de ist offizieller Medienpartner der d3con 2015. Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit den Event-Organisatoren entstanden. Interessierte können sich hier für die d3con anmelden. Außerdem organisiert OnlineMarketing.de die Aftershow-Veranstaltung des Events.

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