Social Media Marketing

Path: Social Network im Taschenformat

Path bringt die Dienste sozialer Netzwerke in neuem Gewand nun in die Hosentasche. Das Soziale Netzwerk funktioniert rein als App.

Path

Social Network hier, Social Network dort. Über nur wenige Jahre sind die sozialen Netzwerk in so ziemlich jeden Lebensbereich diffundiert und prägen die Internet-Landschaft nachhaltig. Ob nun als Werbefläche für Unternehmen oder Kommunikationsplattform für User. Menschen zu vernetzen ist ein äußerst lukratives Geschäft.

Doch schien es ziemlich schwer für Copy Cats und Mee-Too Netzwerke neben Giganten wie Facebook zu bestehen. Ein autonomes und neues Portal zu erschaffen ist in Anbetracht der blauen Dominanz Facebooks scheinbar unmöglich. Ein anderer Weg muss her.

Kann man nicht ohne die Konkurrenz, dann holt man sie einfach ins Boot beziehungsweise integriert sie in das eigene Geschäftsmodell. So auch Path. Der Unterschied bei Path ist jedoch, dass es rein auf mobilen Endgeräten funktioniert. Es gibt also keinen „Fat Client“ oder ein opulentes Web Interface – es ist einfach eine App. Die Entwickler von Path haben verstanden, dass mobiles Netzwerken ein Wachstumsmarkt darstellt. Eine Vielzahl der Users twittert, teilt, liked und chattet unterwegs vom Smartphone aus. Und genau dieses, verhältnismäßig neue Verhalten, stellt Path in den Focus der App.

Und so funktioniert’s:

Auf der Website der App kann diese bequem für Android Smartphones oder iPhones heruntergeladen werden. Will man aber zuvor noch schnell lernen, was Path eigentlich ist und kann, gibt es ein kleines Demo-Video zu sehen.

Hier erklärt uns die junge „Lee from Path“ wie’s geht. Path dient dazu sein Leben mit denen zu teilen, die man liebt, lernen wir in den ersten 7 Sekunden. Gut, dass ist in etwa der Tonus jedes sozialen Netzwerks aber weiter im Text. Lee beginnt mit der Check In Funktion, dessen Icon dem des Marktführers Facebook sehr ähnelt. Man bedient sich also der bereits etablierten Semiotik anderer Netzwerke, um die User nicht zu sehr umgewöhnen zu müssen. Die App scannt den Standort des Users und stellt diesen grafisch auf einer Google Maps Karte dar.


Anschließend wählt man die Freunde aus, die einen im Moment begleiten. Lee wählt zwei Freund und entscheidet anschließend, auf welchen Netzwerken dieser Moment erscheinen wird. Zur Verfügung stehen Facebook, Twitter und Foursquare. Von Google+ ist nicht die Rede. Anschließend wird der frisch konfigurierte Moment auf einer Art kleinen Timeline dargestellt.


Cover-Foto gibt es also auch und darunter die chronologische Ordnung der veröffentlichten Posts. Wir war das gerade mit der Semiotik? Demnach sind es nicht nur Zeichen sondern gleich ganz Strukturen, die Path für sich verwendet aber von anderen gedacht wurden. Naja, ist ja auch nicht unüblich in der Branche. Weiter gehts mit der Funktion Fotos und Videos zu teilen. Path bietet gleich eine kleine Auswahl vorbereiteter Foto-Filter, um das Bild einfach zu verfremden. In manch einem Kopf surrt es vielleicht leise „Instagram, Instagram, Instagram…“. Im Anschluss gibt Lee noch eine kurze Zusammenfassung, wofür sie Path benutzt. Zum teilen von

  • Fotos und Video
  • wo sie gerade ist und mit wem
  • welche Musik sie gerade hört
  • was sie denkt, und jetzt kommt’s
  • wann sie aufsteht oder ins Bett geht

Path scheint zudem automatisch Veränderungen in der Nachbarschaft zu erkennen und diese in das Profil bzw. die Chronik einzuarbeiten. Wie genau lässt sich dem Video leider nicht entnehmen.

Auf der Seite selbst, gibt es auch eine LogIn Möglichkeit. Jedoch dient die im Anschluss an die Registration erscheinenden Seite nur ein  paar Konfigurationsmöglichkeiten zu bieten. Die Kern-Funktionalität liegt eben innerhalb der App.

Ein kleinen Werbespot zur App gibt es ebenfalls:

Wer jetzt irgendwie an das Video denken muss, dass Facebook zur Vorstellung seiner Timeline zeigte oder an den deutschen Werbespot für Google+, dem sei gesagt: Du bist nicht allein. Das ist im Moment der Hit unter den Social Networks, so scheint es. Die digitale und chronologische Erfassung des eigenen Leben mit viel Liebe und Familie.

Abgesehen davon, dass Path rein als App funktioniert, zeigt das Video keine grundlegend neuen Innovationen. Eher eine Sammlung von Diensten, die Facebook gerade selbst implementiert oder zumindest gekauft hat (siehe Instagram). Dennoch wird die Social App ordentlich mit frischem Geld versorgt. TechCrunch berichtet, dass aktuell mehr als 30 Millionen Dollar zur weiteren Finanzierung gewonnen werden konnten.

Geführt wird die Investoren-Runde von Redpoint  Ventures. Man sei von der Idee Dave Morins (Path Gründer) überzeugt, in der mobile Geräte den Mittelpunkt des sozialen Gefüges eines Menschen darstellen. Dave habe begriffen, was die User am liebste mit ihren Smartphones tun. Weiter heißt es:

By creating a network that is both impeccably designed and conveniently available in your pocket all the time, Path has created the first truly personal network that allows people to express themselves to their family and friends in ways they can’t, or wouldn’t, do anywhere else.

Man scheint also überzeugt, dass die „alte“ Idee in neuer Verpackung ankommt. Moin beschreibt sein Netzwerk als „Zeitschrift, die sich selbst schreibt“. Die momentanen Investoren sind:

  • Greylock Partners, David Sze
  • Redpoint Ventures, Satish Dharmaraj
  • Jerry Murdock
  • Sir Richard Branson
  • Kleiner Perkins Caulfield & Byers, Chi-Hua Chien
  • Index Ventures, Mike Volpi
  • Mark Pincus
  • Yuri Milner
  • Allen & Company

Man darf also gespannt sein, ob sich eventuell ein neues Soziales Netzwerk breit macht. Immerhin versucht ja auch Pinterest seine soziale Hoheit auszubauen und das allerdings mit einer etwas anderen Optik, die eher als „neu“ daherkommt. Sicherlich, das soziale Netzwerk in die Hosentasche zu verlagern ist keine schlechte Idee. Bleibt nur abzuwarten, ob Path etwas bietet, dass bisherige Apps nicht schon leisten. Dass die großen Netzwerke in die App eingebunden werden, kann einerseits als Freiheit des Users verstanden werden, selbst zu entscheiden, wo er sich teilen möchte. Andererseits als Eingeständnis, dass man in der ersten Zeit nur als eventuell ergänzender Dienst funktionieren wird.  Wir sind gespannt.

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