Marketing Strategie

Online-Anzeige bis Offline-Kauf: Google ist dabei

Bisher konnten Online-Marketer den konkreten Erfolg für ihr Offline-Geschäft kaum messen. Google wirkt dem nun entgegen.

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Für Unternehmen beziehungsweise Händler ist ein gläserner Kunde ein guter Kunde. Je mehr man über ihn weiß, desto besser. In der Online-Welt kennen die Marketer ihre Kunden bereits überaus gut. Sei es nun durch Online-Umfragen, Tracking oder einfach durch das kontaktieren mittels E-Mail – online wird der User mehr und mehr gläsern.

Bislang keine Parameter für Online-Marketer

Vor allem Online-Händler haben hier eine enorme Spannbreite an Wissen über ihre Kunden. Sobald ein Kunde zum Beispiel über Amazon etwas bestellt, tauchen prompt entsprechende Werbebanner auf deren Facebook-Seite auf, oder bei diversen Suchmaschinen werden den Kunden ebenfalls ähnliche Produkte angeboten. Davon profitieren natürlich beide Seiten: die sozialen Netzwerke beziehungsweise die Suchmaschinen sowie die Händler.

Doch nicht jeder Interessent bestellt seine Ware direkt über den Werbebanner online. Wie kann man also einen Erfolg aufgrund von Online-Werbung in den “Offline-Filialen” messen? Schließlich kann niemand beurteilen, wie viele Menschen aufgrund einer Online-Werbung in den entsprechenden Laden gehen, um dort dann das angepriesene Produkt zu kaufen. Die einzige Möglichkeit stellen in diesem Fall Umfragen dar. Allerdings sind diese aufgrund der geringen Anzahl der Teilnehmer kaum bis gar nicht repräsentativ.

Google begleitet Online-Interessenten bis hin zum Offline-Kauf

Nun hat sich Google vorgenommen, sich diesem schwierigen Unterfangen zu widmen. Dabei ist die Suchmaschine allerdings auf Hilfe von Datenhändlern wie beispielsweise Acxiom oder Datalogix angewiesen. Diese verarbeiten bereits Daten im Offline-Bereich. Wenn ein Käufer beim Geldtransfer in Offline-Filialen seine Kundenkarte nutzt und zuvor seine E-Mail angegeben hat, fließen den Datenhändlern entsprechende Informationen über diese Transaktion zu. Allerdings kann man dadurch immer noch nicht darauf schließen, wie die Kunden auf das entsprechende Produkt gekommen sind. Durch das Zusammenwirken mit Google soll dies nun möglich gemacht werden.

In den USA werden bereits Tests in diese Richtung durchgeführt. Sobald ein User im Internet auf eine Anzeige stößt beziehungsweise auf diese klickt, werden sofort Daten über diesen Vorgang gespeichert (wie aktuell bereits auch schon der Fall). Wenn dann der gleiche User jedoch online keine Kaufaktion durchführt, sondern Produkte in der Filiale kauft, die er zuvor online gesehen hat, werden die Informationen aus dem vorangegangenen Online-Vorgang mit dem Offline-Kauf durch die Kundenkarten-Informationen verknüpft. Zusammengefasst: Die Informationen aus der Online-Anzeige und die Kundenkarten-Informationen einer Person verschmelzen. Daraus können Online-Marketer Rückschlüsse aus der Online-Werbung für ihren Offline-Vertrieb ziehen.

Was haltet ihr von diesem Ansatz? Macht dieses Modell langfristig Sinn?

Quelle: FAZ

2 Gedanken zu „Online-Anzeige bis Offline-Kauf: Google ist dabei

  1. Atilla Wohllebe

    Was Online Marketer freut, dürfte in Deutschland die Datenschützer regelrecht auf die Palme bringen: Die Zuordnung einer Interaktion im Netz wie einem Klick auf eine Anzeige zu einer bestimmten Person ist doch ungefähr der Grund, weshalb wir in Deutschland Google Analytics nur mit anonymize IP verwenden.

    Bis es also auch in Deutschland im Handel soweit ist, werden wir uns erstmal überlegen müssen, wie wir gewährleisten, niemanden ohne sein Wissen oder gar seine explizite Einwilligung persönlich aufzuzeichnen.

    Meiner Ansicht nach deuten dabei die aktuellen Entwicklungen jedoch in genau die entgegen gesetzte Richtung (Cookie- und Tracking-Verwendung).

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  2. Samuel

    Ist auf jeden Fall ein erster Schritt Richtung Integration des stationären Handels. In Zukunft wird die Offline Kaufaktion wahrscheinlich noch über andere Kanäle wie Social Media oder entsprechende Apps (foursquare) laufen.
    Im Moment ist die Datenverfügbarkeit wben noch relativ gering nehme ich an. Wer hat schon eine Kundenkarte seiner Shops?

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