Social Media Marketing

Off-Facebook Activity: Nutzer erhalten die Kontrolle über gesammelte Daten

Facebook bringt das „Off-Facebook Activity“-Tool heraus. Auf anderen Seiten gesammelte Daten werden vom Nutzerprofil getrennt und anonymisiert.

© Facebook

Vor über einem Jahr kündigte Facebook auf der F8 Konferenz an, was jetzt in einer modifizierten Form durchgesetzt wurde. Damals war die Rede von einem „Clear History“-Tool, jetzt wird das „Off-Facebook Activity“-Tool mit dem Bestreben eingeführt, Nutzern mehr Kontrolle über ihre Daten zu geben.

Facebook sammelt Daten der Nutzer, um relevante Anzeigen für sie schalten zu können. Dies geschieht zum einen auf den Seiten und Apps, die zur Facebook-Familie gehören, und zum anderen auch auf Seiten außerhalb des Facebook-Universums. Durch die Einbettung des Gefällt mir-Buttons, Mit Facebook einloggen-Buttons, des Facebook Pixels etc. beobachtet Facebook den Weg der Nutzer durchs Netz und nutzt diese Daten, um schließlich auf der eigenen Plattform passende Ads anzuzeigen. Diese digitalen Fußabdrücke sorgen z.B. dafür, dass Facebook nach Besuch eines Online Shops die entsprechende Werbung zeigt.

Das neue Tool anonymisiert die Nutzerdaten

Das „Off-Facebook Activity“-Tool wird zunächst in Irland, Spanien und Südkorea freigeschaltet. Die User sollen durch das Tool die Daten sehen, die andere Websites und Apps mit Facebook teilen und in der Lage sein, diese von ihrem Account zu trennen. Auch soll es die Möglichkeit geben, zukünftiges Tracking von Off-Facebook Aktivitäten von ihrem Profil zu trennen.

The ‚Off-Facebook Activity‘ tool is the latest move from Facebook to become more transparent and give more control to consumers over their data. It’s also likely an effort to stay one step ahead of regulators, in the US and abroad, that are cracking down on Facebook’s ad targeting practices,

sagt Jasmine Enberg, Social Media Analyst bei eMarketer. Das Tool soll auch beinhalten, die Datenverknüpfung einzelner Seiten mit dem eigenen Profil aufzuheben. Diese Funktion war erst auf Wunsch der Nutzer ergänzt worden – ursprünglich war sie nicht vorgesehen.

Um es noch einmal deutlich zu machen: Die Daten der Nutzer werden nicht gelöscht, wie die „Clear History“-Funktion damals angedeutet hatte, sondern lediglich vom jeweiligen Nutzerprofil abgekoppelt. Die Aktivitäten der User werden weiterhin verfolgt, um die Gesamtheit der Daten weiterhin an Marketer weitergeben zu können. Die Nutzung des Tools bedeutet nicht, dass den Facebook-Mitgliedern weniger Ads angezeigt werden, nur dass diese eventuell weniger spezifisch auf den einzelnen Nutzer abgestimmt sind.

We’ll remove your identifying information from the data that apps and websites choose to send us. We won’t know which websites you visited or what you did there, and we won’t use any of the data you disconnect to target ads to you on Facebook, Instagram or Messenger.

schreiben Facebook Chief Privacy Officer Erin Egan und Director of Product Management David Baser in der Ankündigung des Features.

Was ändert sich für Facebook’s Marketing?

Das Tool muss proaktiv von Nutzern in den Einstellungen eingeschaltet werden. Facebook gab nicht an, von wie vielen Nutzern erwartet wird, dass sie diesen Schritt tatsächlich machen, doch wie Enberg erklärt, zeigte sich in der Vergangenheit, dass vergleichsweise wenige Nutzer sich um ihre Privatsphäreeinstellungen kümmern:

The impact of the „Off-Facebook Activity‘ tool on Facebook’s ad business depends on consumer adoption. It takes a proactive step for consumers to go into their Facebook settings and turn on the feature. As we’ve seen in the past, there is a disconnect between people who say they care about privacy and those who actually do something about it. If not enough people use the tool, it’s unlikey that it will have a material impact on Facebook’s bottom line.

Dennoch würde eine hohe Annahmebereitschaft und Durchsetzung vieler Nutzer dazu führen, dass Facebook wertvolle Targeting-Daten verliert, Werbetreibende schlechtere Ergebnisse erzielen und sich dadurch von der Plattform zurückziehen. Bis das Tool global ausgerollt wird, dürfte es noch einige Monate dauern. Bis dahin dürfen wir gespannt sein, wie die Funktion in den Ländern angenommen wird, in denen sie bereits verfügbar ist.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.