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Nofollow, Sponsored, UGC – Google führt neue Linkattribute ein

Google führte kürzlich die neuen Linkattribute „sponsored“ und „UGC“ ein. Doch was haben diese zu bedeuten?

© Arthur Osipyan - Unsplash

2005 führte Google eine immense Änderung in der Kennzeichnung von Links ein. Das „Nofollow“-Attribut. Mit diesem Attribut wurde es jedem Webmaster ermöglicht, Links zu erstellen, die keine Empfehlung darstellen.
Dies traf auf Links zu, die gekauft wurden, mit Werbung im Zusammenhang standen oder auch von Nutzern in Kommentaren gepostet wurden.

Dies hatte den einfachen Zweck, Links von Spam oder qualitativ minderwertigen Webseiten zu entwerten und so die Möglichkeit zu bieten das eigene Ranking zu schützen, das ansonsten durch diese Links in Mitleidenschaft gezogen werden könnte. Um nun besser diversifizieren zu können, was Spam ist und was nützlich sein könnte, hat Google zwei weitere Link-Attribute eingeführt: „Sponsored“ für Werbe- und Paid Links, sowie „UGC“ (User generated Content) für von Nutzern erstellte Links.

Am 01. März 2020 können diese neuen Attribute sich im Ranking widerspiegeln.

Welche Linkattribute verwende ich denn nun?

Das Standard Linkattribut

Hier müsste man das Wort „Linkattribut“ mit Anführungsstrichen versehen. Denn das Standard Linkattribut existiert insofern nicht, als dass man es setzen könnte. Wird keines der Attribute erwähnt, wird automatisch davon ausgegangen, dass es sich um einen vertrauenswürdigen Link handelt und man ihm folgen möchte. Dieser Link wird folglich von Google als Empfehlung der eigenen Seite behandelt und kann, bei minderwertigen Zielseiten, zu einer Abstrafung im Ranking führen.

Linkattribut rel=“sponsored“

Sponsored – zu deutsch „finanziert“ – beinhaltet Links, die bezahlt oder in einem Werbeumfeld eingesetzt wurden. Affiliate Links fallen vermutlich auch unter diese Kategorie, obwohl Google die nicht ausdrücklich festgestellt hat.

Linkattribut rel=“ugc“

UGC – User generated content. Dies sind von Website-Nutzern erstellte Links. Dies findet Anwendung in von Nutzern geteilten Kommentaren oder auch Forenbeiträgen und soll von Nutzern geteilten Spam herausfiltern. Google empfiehlt das Attribut „ugc“ bei vertrauenswürdigen Nutzern zu entfernen, um von ihren Beiträgen zu profitieren.

Linkattribut rel=“nofollow“

Nofollow – zu deutsch „nicht folgen“ – wird für Links verwendet, deren Eigenschaften nicht zu den drei vorhergehenden Attributen passen. Ist es notwendig, eine Seite zu erwähnen, man sich jedoch nicht wegen derer Qualität schaden möchte, ist es vorteilhaft den Link mit rel=“nofollow“ zu versehen.

© MOZ

Was bedeutet diese Änderung für mich?

In den meisten Fällen: Nichts. Google verlangt bisher keine Änderungen, jedoch könnte man von der eigeninitiativen Änderung profitieren.

Vor der Einführung der neuen Attribute wurde „nofollow“ für alle Links verwendet, die bezahlt worden, vom Nutzer generiert, unseriös sind oder einfach gesponsert worden. Da hier nicht unterschieden werden konnte, ob es sinnvolle Links oder Spam waren, wurde dies weder fürs Crawling, Indexing noch fürs Ranking verwendet.

Das ändert sich nun. Zum momentanen Zeitpunkt ist es so, dass die Verwendung von UGC und sponsored als Hinweis für das Ranking verwendet wird. Ab dem 01. März 2020 werden diese auch für Crawling und Indexing als Hinweis genommen, welche Links in der Suche berücksichtigt oder ausgeschlossen werden sollen.

Das bedeutet: Ein freiwilliges Markieren von User Generated Content, sowie von Paid und Sponsored Links kann zu einem verbesserten Suchergebnis führen. Allerdings bestätigt Google nicht offiziell, dass es ein Incentive geben soll, aber auch keine Abstrafungen für das Unterlassen der Markierung.

Mit einer Ausnahme:

Bezahlte Links müssen mit „nofollow“ oder „sponsored“ oder einer Kombination aus beiden markiert werden. Ansonsten droht eine Abstrafung. Google teilte mit, dass die Suchergebnisse durch die Änderung kaum von Auswirkungen betroffen sein sollte. Dies jedoch mit Einschränkungen.

Zum aktuellen Zeitpunkt sieht es so aus, dass viele große Webseiten ihre ausgehenden Links standardmäßig mit „nofollow“ belegen und diese also auch nicht als Rankingfaktor für die Zielseite gelten. Als bestes Beispiel hierfür gilt Wikipedia. Wikipedia hat alle seine ausgehenden Links mit „nofollow“ gekennzeichnet. Sollte eine Seite jetzt viele Links von der hochqualitativen Webseite haben, wird das Ranking dieser Zielseite ab dem 01. März 2020 einen Sprung nach oben erleben.

Warum führt Google dies ein?

Google möchte die Seite besser verstehen können. Jeder Link der herausgeht, ist ein Hinweis auf die Verwendungsmöglichkeit der Seite im Kontext zum Linkumfeld.

Je mehr Google Seiten versteht, die einen Link verwenden, desto besser kann es in Zukunft auch Empfehlungen für das Ranking aussprechen. Man kann also sagen, dass diese Signale für das Ranking gebraucht werden und genau differenziert werden müssen zwischen unnötig, gewollt und durch Nutzer entstanden.

Fazit

Da es keinen offensichtlichen, dringenden Grund gibt, diese Attributsneuerungen umzusetzen, ist es eine Entscheidung, der sich jeder SEO selbst stellen muss.

Da es momentan noch wenig Feedback von Google zum genauen Ablauf und der Bedeutung dieser Neuerung gibt, werden die meisten Publisher wohl noch mit der Umsetzung warten. Auch wenn man, abgesehen von dem Zeiteinsatz, nur davon profitieren kann, diese Änderungen umzusetzen. Für die meisten Webseiten gibt es bei diesem Übergang jedoch wenig zu gewinnen. Nach dem Auswerten der Linkattribute können die neuen Werte von Google genutzt werden. Allerdings ohne garantierten Incentive.

Über Johann Peters

Johann Peters

Johann hat Kommunikationsdesign studiert und sich anschließend zum Web Entwickler fortbilden lassen. In einer kleinen SEO Agentur hat er seine Vorliebe zum Online Marketing entdeckt und ist nun seit September 2019 bei OnlineMarketing.de aktiv.

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