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Nach Panda und Pinguin: Linknetzwerke tarnen!

Die vergangenen Tage waren extrem spannend – das neue Penguin-Update und ein weiteres Panda-Update sorgten für Panik bei SEOs.

Foto: Thomas Meinert / pixelio.de

Dass es sich um gleich zwei Updates handelt, wurde erst nach einigen Tagen durch Google selbst bekannt gegeben. Mit dem ersten Update, der Erweiterung des Panda-Updates, wurden Links aus offenliegenden Linknetzwerken enttarnt. Der Pinguin hingegen konzentrierte sich auf Ankertext-Penalties, bei denen harte Keywords (besonders im Finanzbereich) mit einer ordentlichen Strafe belegt wurden.

Aber ohne geht es in vielen Bereichen eben nicht – gerade in den stark umkämpften Bereichen müssen sich SEOs um externe Verlinkungen kümmern, um dem Wettbewerb standhalten zu können.

Umdenken ist angesagt

Neben der Variation im Ankertext, die spätestens jetzt allen deutlich geworden sein sollte, muss sich der kluge SEO für die Zukunft auch Gedanken um die Quelle seiner Links machen. Es wird auf jeden Fall kreativer oder aber teurer werden, eine Seite mit Links zu versorgen.

Billige Links auch schlecht getarnten Netzwerken sollten vermieden werden – aber wie erkenne ich ein „gutes“ Netzwerk.

Netzwerke richtig tarnen

Vorab sei gesagt: Nichts von dem ist eine Garantie dafür, dass Google nicht doch irgendwann hinter das Netzwerk steigt und die Links entsprechend entwertet. Trotzdem sollten wir es den Herren so schwer wie möglich machen. Einen schönen Artikel hierzu hat Oliver Wrase verfasst, den ich hier aufgreifen und ergänzen möchte.

Wie viele Links aus einem Netzwerk?

Ihr habt einen Anbieter für Links, der euch seriös und sicher erscheint? Sehr schön – den hätten wir alle gerne! Trotzdem: haltet euch bedeckt, was die Menge der Links angeht! Kauft nicht zu viele Links aus einem Netzwerk und versucht eure Kunden nicht alle aus den gleichen Netzwerken zu versorgen. Empfohlen wird hier von den meisten Anbietern nicht mehr als 25 Links zu beziehen.

C-Class-Netzwerke

Bucht man mehrere Domains über einen Hoster, liegen diese meisten auf dem gleichen C-Class-Netzwerk, also beginnen alle IP-Adressen mit denselben Zahlen, nur die letzten drei sind unterschiedlich. Diese Netzwerke lassen sich auch über Google leicht einander zuordnen und können einer der Gründe für die Unsicherheit eines Blog-Netzwerkes sein. Einen kostenlosen Massencheck mehrere Domains kann man bei Anbietern wie IP-Report machen.

Das Impressum

Hier muss ich Oliver widersprechen. Ein Noindex oder Foto wird nicht helfen sich vor Google zu verstecken. Über die Bildersuche kann man schon jetzt ähnliche/gleiche Fotos suchen und so schnell Netzwerke zuordnen. Mit einem Noindex kann man aber vermeiden, das die Konkurrenz nachvollziehen kann, welche Domains man sonst noch so betreibt. Sonst gilt: Besser die Blogs auf andere Namen laufen lassen. Ob diese nun erfunden sein sollten, oder man einige Freunde darum bittet, muss wohl jeder für sich selbst entscheiden.

Whois

Böse Zungen behaupten Google könnte die Denic-Daten nicht abfragen. Meiner Meinung nach ein frommer Wunsch – dieses Risiko würde ich nicht eingehen. Es gibt allerdings einige Anbieter, die die Domain auf Ihren Namen anmelden lassen – Google ist dein Freund.

Verlinkung

Lasst nicht alle eure Domains auf die gleiche Zieldomain linken. Auch Linkwheels müssen schon sehr groß und komplex sein, um dem Risiko der Enttarnung zu entgehen. Wenn Ihr Backlinks für Satelliten aufbaut, achtet darauf, dass diese sauber sind und arbeitet nach Möglichkeit themenrelevant und mit natürlichen Verlinkungen durch gute Inhalte.

Muster vermeiden

Momentan ist es ja schon fast Hip aus jedem Artikel einen Link zur Zieldomain und einen zu einer Trustdomain zu setzen. Solche Muster sollten vermieden werden und möglichst viel variieren. Auch ein Artikel komplett ohne Link gehört mal dazwischen.

Pflege

Es funktioniert nicht, eine Domain nur am Anfang mit viel Liebe zu fördern. Diese muss, ähnlich wie für eure Zieldomain, regelmäßig gepflegt werden. Neue, hochwertige Inhalte sollten auch dann noch erscheinen, wenn gerade keine Artikel-Links vergeben werden sollen.

Layout

Google ist nicht so doof, wie man gelegentlich denkt. Hat eine Seite viele Links von Seiten mit gleichem oder sehr ähnlichem Template, wird Google das merken. Variiert hier also und ruht euch nicht auf euren Lorbeeren aus. Auch zuviel Werbeeinbindungen findet Google nicht toll, dazu aber später noch etwas mehr.

Domainlisten

Der plötzliche Tod von 100-artikelportale.de war auch diversen öffentlichen Linklisten zu verdanken. Wer ein Netzwerk hat, sollte keinesfalls Listen davon im Internet veröffentlichen und diese auch nur an vertrauensvolle Personen rausgeben. Findet Google Hinweise auf ein Netzwerk, wird diesen zukünftig verstärkt nachgehen und die Links schnell entwerten. Im Extremfall kann dies wie bei unserem Beispiel sogar zur Deindexierung führen.

Google Account

Ihr bindet auf euren Projekten Adsense ein? Dann aber bitte über verschiedene Konten. Besser ganz darauf verzichten wenn möglich. Auch Affiliate-Links können Konten zugeordnet werden und sollten wenn überhaupt über separate Konten abgerechnet werden. Wichtiger Hinweis: Das Anlegen mehrerer Google-Accounts ist eigentlich nicht gewollt, weshalb hier verschiedene Namen genutzt werden müssen. Spätestens über die Kontonummern wird Google es dann aber wahrscheinlich doch merken. Also wie gesagt besser darauf verzichten, wenn ihr mit euren Seiten Geld durch Linkverkauf oder Tausch verdienen wollt.

Fazit

Linkkauf wird teurer werden, da der Aufwand Netzwerke anzulegen und zu pflegen extrem wächst. Wer kein Risiko eingehen möchte, sollte daher kreativ werden und sich auf Akquise von sauberen Links konzentrieren oder auf natürliche Verlinkung durch guten Content setzen.

Es bleibt in jedem Fall spannend im SEO-Dschungel!

8 Gedanken zu „Nach Panda und Pinguin: Linknetzwerke tarnen!

  1. Heike Ewers

    Ich denke dieses Update war dringend notwendig und ich wünsche mir, dass Google da weiter an der Qualität arbeitet. Denn meiner Meinung nach ranken immer noch viel zu viele schlechte Seiten auf guten Positionen. Hier muss Google auf jeden Fall weiter nachbessern, denn die Qualtität der Suchtreffer ist in den letzten Jahren nicht besser geworden.

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  2. Axel

    Man könnte das Problem mit den Bildern vielleicht ein wenig zerstreuen, wenn man die Pflichtangaben insb. die Adresse in mehrere Bilder aufteilt, wobei dieser Weg recht aufwendig ist. Fake-Namen im Impressum sind meiner Meinung nach allerdings rechtlich nicht ok und könnten zu Problemen führen.

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  3. Lukas Müller

    Schöner und ausführlicher Artikel! :) Danke für die Tipps!
    Auf meinem Internet Marketing Blog schreibe ich auch über ähnliche Themen und meine Fortschritte!

    Beste Grüße,
    Lukas

    Antworten
  4. Thomas

    Also theoretisch kann Google sicher Bilder “lesen”. Dürfte aber nach wie vor sehr aufwändig und rechenintensiv sein. Hinzu kommt noch dass es ja nur in Deutschland eine Impressumspflicht gibt und ob die da extra für uns solch einen Aufwand machen bezweifele ich. Da wird sicher eher an Lösungen gearbeitet die auch länder- oder besser index-übergreifend funktionieren.

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  5. Michael

    Frage ich auch hier noch einmal wie bei Oliver Wrase;)….

    Wieso so einen Aufwand betreiben um wieder einmal Google zu verarschen? Sie haben doch ganz klar gezeigt was sie drauf haben und welche Richtung eingeschlagen wird. Google gab uns G+ inkl. den wunderbaren tag: rel=”autor”, den wir auch nutzen sollten. Wie will man den tag denn in einem Netzwerk tarnen? Ich bin mir sicher, dass der Autoren Rank zukünftig verfeinert wird und dann mehr Wert / Gewicht fürs Ranking hat, als irgendein Backlink.
    Wahrscheinlich wird es auch so sein, das Backlinks erst richtig Gewicht bekommen, je nachdem von welchem Autor der Link gesetzt wird.

    Persönliche Meinung: Linkbuilding besser nach Googel-Philosophie betreiben (bedeutet trust) – nix tarnen ;)

    Beste Grüße aus Köln,
    Michael

    Antworten
    1. Nicole Mank Artikelautor

      Hi Michael, da bin ich voll bei dir! Leider ist das aber nicht in allen Branchen möglich – nehmen wir das Tandlerbeispiel Hämoridencreme, oder auch Kredite und Versicherungen. Diese Seiten bekommt man auf natürliche und ehrliche Weise nur schwer verlinkt. Deshalb denke ich nicht das in nächster Zeit auf Linkkauf verzichtet werden kann, er wird nur wegen des höheren Aufwands wesentlich teurer werden. Ich selbst rate trotzdem eher zum Aquise-Link, aber das funktioniert fast nur bei emotionalen Produkten und kostet am Ende gelegentlich auch ein paar Euro.

      Danke auf jeden Fall für deine Meinung und den Ansatz mit dem Author-Tag, das wird mit Sicherheit noch spannend, aber bis dahin haben wir alle noch ein bißchen Zeit :)

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  6. Marcel

    Ich finde die Updates sehr gut. Es war einfach zu einfach Müll nach vorne zu bringen. Klar wird es für uns SEOs etwas schwieriger aber so muss man halt kreativer werden und sich auch noch mehr Zeit lassen mit dem Aufbau. Nachhaltigkeit ist meiner Meinung nach nun noch wichtiger geworden als je zuvor.

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    1. Nicole Mank Artikelautor

      Bitte trotzdem immer daran denken das es z.B. Kreditseiten sehr schwer haben und auf Links angewiesen sind – hier hilft leider auch Kreativität oft nicht weiter…

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